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Alt 07.04.2021, 12:07
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Harry Potter Harry Potter ist offline
May the spin be with you!
Foren-Stammgast 1000
 
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Harry Potter kommt allgemein ganz gut an (Renommeepunkte mindestens +60)
AW: Umstellung auf 4er Mannschaften schon zur kommenden Saison analog zu Thüringen möglich & sinnvo

Wir drehen uns hier leider etwas im Kreis. Wer für 4er-Teams ist, soll und darf das natürlich gerne äußern. (Ich vermute allerdings, es sind eher die Vereine, die eine schlechte oder keine Jungendarbeit haben)
Aber eine kürzere Spieldauer/bessere Planbarkeit als Argument zu nennen, wir würden so mehr Spieler generieren, ist in meinen Augen einfach falsch. Dann müssten die Pokalspiele eine deutlich bessere Resonanz haben. Hier ist die Spieldauer absolut überschaubar. Warum melden dann aber nur so wenig Mannschaften? Weil evtl. keiner Lust auf die kleinen Teams hat? Weil die Geselligkeit einfach fehlt? Bei unserem Verein sind es zumindest genau diese beiden Punkte. Was natürlich nicht heißt, dass das jetzt hessenweit für alle zählt. Aber hier sollte man mal Ursachenforschung betreiben. (Es ist schon etwas komplett Anderes, ob ich zu 3t, 4t oder 6t spiele. Je größer die Runde, desto lauter und lustiger )
Stellen wir jetzt auf 4er-Teams um, mit der Begründung so mehr Spieler für TT zu begeistern, führen wir in 10 Jahren die Diskussion, ob nicht 3er-Teams noch besser sind. Da können wir dann argumentieren, jeder kann 3 Einzel spielen, also noch mehr Einsätze haben! Und die Spieldauer bleibt ziemlich gleich.
Bis zur Verbandsliga hoch (will ich mal behaupten), ist vielen einfach die Geselligkeit wichtiger als unbedingt 2 Einzel zu spielen. Ich trainiere in der Regel (also vor Corona) 4mal pro Woche. Je Einheit ca. 20-40 Sätze (je nachdem was im Training los ist). Da ist es mir relativ egal, ob ich am Samstag 3-5 Sätze Einzel spiele oder 5-10. Hautsache meine Mannschaft gewinnt und wir haben einen lustigen/geilen Abend! Das zählt doch.
Um das Vereinssterben zu verhindern müssen andere Ansätze her als die Spieldauer planbarer zu machen. In den Vereinen müssen Konzepte erarbeitet werden wie ich die Begeisterung für TT entfache/aufrecht erhalte (Patentraining, Vereinsfeste, gemeinsame Fahrten, Besuche von TT-Events etc.). Und der Verband muss das Ganze unterstützen, beispielsweise durch Trainingscamps mit ehemaligen Profis (so wie es der HFV auch macht).
Wir haben z.B. eine relativ gute Jugendarbeit. Trotzdem springen uns immer wieder Spieler zwischen 14-18 Jahren ab. Die Begründung ist aber zu 90% dass es beim Fußball „cooler“ ist. „Da ist einfach mehr los!“ Die anderen die aufhören, haben einfach keine Lust mehr. Aber das jemand sagt –„mir dauert so ein Spiel zu lange, deshalb höre ich auf“- habe ich noch nicht gehört. Weder bei uns im Verein noch in anderen. Und ich bin relativ gut vernetzt, kenne viele Spieler und viele Vereine. Trotzdem kann ich mir schon vorstellen, dass es diese Problematik teilweise gibt. Aber diese Ausnahmen retten nicht die Zukunft unserer Vereine. Wir müssen den Hebel einfach anders ansetzen. Ändern wir nur das Spielsystem und lassen die Schüler- und Jugendarbeit weiter außer Acht, lösen wir überhaupt kein Problem, sondern verschieben das Loch nur zeitlich.
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Früher war alles besser. Da hat man für einen Pfennig ne Packung Lakritze bekommen und man bekam noch Wechselgeld zurück!!!
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