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Alt 17.04.2021, 14:56
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AW: Vereinssterben - Risikofaktoren und Gegenmaßnahmen

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Zitat von JSCH Beitrag anzeigen
Verband und Vereine gehen nur Hand in Hand, da denke ich sind wir uns einig. Wenn der Verband, fängt beim Kreis an und hört beim DTTB auf, nicht die richtigen Rahmenbedingungen setzt, dann ist das als Verein ein Kampf gegen Windmühlen.
Von mir komplette Zustimmung. Für mich persönlich war das 1976 der Grund, warum ich als 17jähriger fast zeitgleich nicht nur die Jugendarbeit in unserem Verein übernommen habe, sondern auch Kreisjugendwart geworden bin. Im Kreisverband lief zuvor fast nichts, und danach ging es im Verein und im Kreis langsam, aber stetig bergauf, bis zur Damen-Regionalliga und Herren-Verbandsliga.

Die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen ist auch heute noch die Hauptmotivation für meine Tätigkeit im Bund und im Verband. Leider sind aber alle Verbände und Vereine in Deutschland auch von den Entscheidungen der ITTF abhängig, und dort sehe ich persönlich die Hauptgründe für den Niedergang des TT-Sports weltweit.

Damit meine ich nicht die Entscheidungen der jüngsten Vergangenheit, sondern das Nicht-Einschreiten gegen die Materialvielfalt im TT-Sport, die gegen Ende der 1970-er Jahre begann. Eine kurze Zeitlang gegen Ende der 1980-er/Anfang der 1990-er Jahre bestand Hoffnung, dass durch den ITTF-Präsidenten Ichiro Ogimura und den ETTU-Präsidenten Hans-Wilhelm Gäb hier reglementierend eingegriffen werden kann, doch krankheitsbedingter Amtsverzicht 1993 von Gäb und Tod 1994 von Ogimura haben diese Hoffnungen zunichte gemacht. Ich werde nie den Satz von Gäb vergessen, der sinngemäß so war: "Wir brauchen im Tischtennis Beläge, die das Spiel befruchten, und nicht solche, die es zerstören."

Statt dessen ist am 8.4.2021 die ITTF in ihrer Pressemitteilung stolz darauf, dass die Belagsliste LARC am 1.4.2021 ganze 1.667 Beläge umfasst und dass diese Liste künftig alle drei Monate aktualisiert wird. Hier hat man seit Jahrzehnten den Schuss nicht gehört und traut sich nicht, sich den Interessen der Industrie in den Weg zu stellen, obwohl langfristig auch die TT-Industrie nur davon profitieren würde, wenn es mit dem TT-Sport weltweit wieder aufwärts ginge. Aus meiner Sicht ist niemand anders als die ITTF hauptverantwortlich für den Niedergang unseres Sports. Alles, was wir hier in Deutschland noch machen können, ist zu versuchen, unter ungünstigen Rahmenbedingungen zu retten, was noch zu retten ist.
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