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Alt 17.04.2021, 22:18
Allsquared Allsquared ist offline
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AW: Vereinssterben - Risikofaktoren und Gegenmaßnahmen

Zitat:
Zitat von alba Beitrag anzeigen
Tischtennis hat in den 1960-ern geboomt,
[...]
Der Mensch hat sich ja seitdem nicht grundsätzlich verändert, er ist immer noch ein soziales Wesen, strebt nach Erfolg und möchte Anerkennung dafür. Gleichzeitig ist er aber auch bequem, will möglichst wenig Aufwand treiben, um ein maximales Ergebnis zu erzielen. Und da ist noch ein mehr oder weniger ausgeprägter Bewegungsdrang.
Ich möchte noch mal auf diese Thematik zurückkommen. Das wird jetzt vielleicht ein wenig Off-Topic, aber in diesem tollen Beitrag wurde ja das ganz große Fass aufgemacht, deswegen noch mein Senf dazu:

Ich denke, die von mir zitierten Teile hängen unmittelbar zusammen:
Tischtennis hat in den 1960ern geboomt, der Mensch hat sich nicht verändert, aber was sich verändert hat, ist das Tischtennis.

Wie Du so schön schreibst, strebt der Mensch nach maximalem Ergebnis mit wenig Aufwand. Aber das ist beim Tischtennis nicht mehr der Fall, im Gegenteil! Es gibt wohl kaum eine andere Sportart, für die man mehr Aufwand braucht, um irgendwelche Erfolgserlebnisse haben zu können.

Deswegen denke ich, das dieser Beitrag zeitlich ein wenig zu kurz greift:
Zitat:
Zitat von Der springende Punkt Beitrag anzeigen
Damit meine ich nicht die Entscheidungen der jüngsten Vergangenheit, sondern das Nicht-Einschreiten gegen die Materialvielfalt im TT-Sport, die gegen Ende der 1970-er Jahre begann. Eine kurze Zeitlang gegen Ende der 1980-er/Anfang der 1990-er Jahre bestand Hoffnung, dass durch den ITTF-Präsidenten Ichiro Ogimura und den ETTU-Präsidenten Hans-Wilhelm Gäb hier reglementierend eingegriffen werden kann, doch krankheitsbedingter Amtsverzicht 1993 von Gäb und Tod 1994 von Ogimura haben diese Hoffnungen zunichte gemacht. Ich werde nie den Satz von Gäb vergessen, der sinngemäß so war: "Wir brauchen im Tischtennis Beläge, die das Spiel befruchten, und nicht solche, die es zerstören."
Ich denke, man muss noch mal 20 Jahre früher ansetzen, nämlich genau in den oben genannten 60er Jahren. Das wird niemandem hier gefallen, und mir gefällt es ebensowenig, weil wir alle den Tischtennissport, mit dem wir aufgewachsen sind, lieben.

Aber ich bin inzwischen wirklich zu der Überzeugung gelangt, dass die eigentliche Misere mit der Einführung der Schwamm/Sandwichbeläge begann.
Davor konnte jeder mit jedem spielen, auch wenn natürlich nicht jeder gegen jeden gewinnen konnte. Heute hat jeder Probleme mit dem Aufschlag von einem der ein paar Ligen höher spielt, und ein Anfänger steht da wie ein begossener Pudel.

Früher war Tischtennis die weniger aufwendige Variante des Tennis, bei der jeder sofort Spaß haben konnte, heute ist es extrem Trainingsintensiv. Die Funktion "jeder kann mit jedem spielen" wird heute von Badminton erfüllt, und so wie ich das sehen kann, ist es überall überlaufen, wo es angeboten wird. Ironischerweise wird Tischtennis viel mehr im Verein angeboten, aber das hat historische Gründe. Für Badminton/Squash sind die Leute sogar bereit, kommerzielle Preise pro Stunde in entsprechenden Anlagen zu bezahlen.

Ich habe mal einen interessanten Artikel gelesen, den ich leider nicht mehr finde, in dem Stand folgendes:
"Die ITTF schreibt vor, dass für Regeländerungen 3/4-Mehrheiten notwendig sind, weil sie verhindern wollte, dass die Sportart sich ändert, ohne dass die große Mehrheit der Verbände dahintersteht. Ironischerweise war es genau dies, was dazu führte, dass sich der Tischtennissport grundlegend änderte - obwohl mehr als 2/3 dagegen waren."

Ich habe mich in letzter Zeit ein wenig damit beschäftigt es reichte damals knapp nicht dazu, die Schwammbeläge zu verbieten. Aber eigentlich alles, vor dem die Gegner damals warnten, ist wahr geworden.

Das mag mir persönlich nicht gefallen - ich fände auch die von dir genannten 1.0 oder 0.5mm Schwamm ganz toll - aber für den Tischtennissport allgemein wäre es mit Sicherheit besser gewesen, man wäre beim Noppengummi geblieben.
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