Ja, so ist es.
Theorie und Praxis.....zwei Welten
Zur "Materialtheorie" (TT langsamer machen) habe ich eine sehr deutliche Meinung:
- Wie der Jugendtrainer, so seine Schüler!
Wenn du im Verein einen Trainer hast (mehrere noch besser), der richtig viel Zeit, Lust und co. einbringt, werden die Kinder automatisch besser.
Sie gewöhnen sich an die Geschwindigkeit, Schlagtechnik usw....ihr habt es selber geschrieben. Wo eine gute Arbeit gemacht wird, können sich diese Vereine kaum vor Anfragen retten.
Diese Kinder (später Erwachsene) kennen dann nur das schnelle Spiel und haben kein Problem damit (sie sind eigentlich von den Langsamen / Noppen / Antispielern genervt und haben keinen Spaß wenn sie gegen sie spielen müssen)
In meinem jetzigen Verein läuft es ähnlich....recht gute Jugendarbeit und wir haben jetzt so viele Kinder wie nie zuvor.
Es spricht sich herum, die Erfolge sprechen für sich und die Kinder lernen auch voneinander.
Aber!
Wehe ein Trainer fällt weg! Dann wird das Ganze in wenigen Monaten komplett auflösen, weil die Erwachsenen praktisch null Interesse haben und wir kaum / keine Hilfe bekommen (trotz regelmäßigen Anfragen / Bitte)
Interesse kann man nicht erzwingen!
Was ich absolut nicht in Ordnung finde, ist diese Lizenzierung.
Was soll der Quatsch im Breitensport?

Für das "Lernen" muss man Geld und Zeitmillionär sein (bin weder, noch)
Da TT ein Individualsport ist, kann man vieles einfach nicht in einem Lehrbuch / Lehrgang erklären.
Ich habe einige Lehrbücher gekauft....das meiste Zeug drin braucht kein Mensch. Nur Bla-bla-bla.....wieder Theorie vs. Praxis.
Die meiste Erfahrung mache ich beim Training mit der Zeit und wenn ich meine Trainerkollegen frage / berate / online Videos beobachte.
Eine Lizenzierung würde ich höchstens für Berufstrainer vorschreiben.
Hier könnte auch der Verband solche Trainer einstellen, der die Vereine besucht, wo ein gutes Jugendtraining durchgeführt wird.
Es würde bestimmt mehr Impulse bringen als ein olle Lizenzierungslehrgang / Auffrischung etc. Was nützt mir eine Lizenz wenn ich nicht einmal trainiere, Training leite und kaum Ahnung habe (wieder Theorie vs. Praxis)
So könnte der Verband ein Netzwerk mit ambitionierten Trainern aufbauen, welches dann von Profi-Trainern unterstützt werden.
Sobald Druck entsteht, wollen die Leute auch nicht mehr.....wurde auch schon angesprochen.
Wie man sich als Trainer verbessern kann, hat sich in den letzten Jahren durch Medien (Internet) stark verändert.
Ich bilde mich durch intensiver Recherche im Internet eigentlich Täglich weiter....bin aber kein Lizenztrainer (halte eh nichts viel davon, wie ihr es lesen könnt) Trotzdem kommen die Kinder in scharren (jetzt Coronabedingt nicht) und innerhalb von 2 Jahren haben wir nicht nur den Kreis aufgemischt.
Vom Verband hat sich aber niemand bei uns gemeldet.....so viel zum Thema Anerkennung und Unterstützung seitens des Verbandes.
Wie Oben erwähnt, hier muss man eigentlich anfangen. Pro Kreis soll ein Profi diese Entwicklungen beobachten und eine Zusammenarbeit anbieten.
Gutes Training > mehr Kinder > mehr Motivation = bleiben mehr später dabei
Ehrenamtliche Tätigkeiten werden auch einfach so als selbstverständlich hingenommen.
Wie oft habe ich schon erlebt, dass die Kinder / Eltern mich nur anschauten wo ich gesagt habe, wie viel mich eigentlich das Training kostet (wir reden hier von 20-25 Stunden pro Woche, plus die Zeit für die Recherche)
Wenn aber die Kinder z.B 5 Euro pro Monat Mitgliedsbeitrag zahlen, dann dementsprechend ist die Motivation da......TT ist nur ein Hobby.
Dass Trainer ihre Freizeit dafür opfern, sieht so gut wie niemand.
Irgendwann wollen diese Freiwillige nicht mehr (sehen wir ja in den Beiträgen) und die Jugendabteilung bricht zusammen....und der Verein stirbt später auch mit.
Früher oder Später müssen diese ÜL auf Honorarbasis eingestellt werden (weil sich sonst niemand hin stellen will)....da bin ich mir recht sicher.
Spätestens dann wird es eng für Vereine mit kleinem Budget.
Ich habe schon woanders auch geschrieben.
Die WE Turniere sind ein Witz für die meisten Kinder.
Sie müssen um 7 Uhr aufstehen, irgendwo hin fahren, pro 1-2 Stunden ein Spiel machen und mit etwas Pech nach 2-3 Spielen wieder nach Hause fahren. Sinnlos echt

Die Kinder wollen Spaß beim Spielen haben. Solche Turniere / Wochenenderlebnisse sind Gift für den Sport.
Hier besteht auch ein Nachholbedarf.
Bei uns im Kreis gibt es eine Kinder Grand Prix Serie. Sie ist immer gut besucht. Es gibt nicht nur Altersklassen, sondern die Höhe der LPZ ist auch gedeckelt. So bleiben die AKs vom Niveau her recht gleich / homogen. Man kann sehr gut sehen, wie die Kinder sich entwickeln und neue Ziele (machbare Gegner) setzen.....sie freuen sich schon auf die nächste KGP (1x im Monat...vor Corona natürlich)
Wenn du aber sagst, wir gehen jetzt zu KEM....dann hängen schon die Gesichter, weil dort oft 2-3 Spiele gemacht werden.
Überlegt mal!
Es melden sich z.B 15 Kinder und werden an solchen Turnieren 4-5 Gruppen gemacht

Sie müssen teilweise 2 Stunden bis auf ein Spiel warten und das an einem Wochenende

Hier müsste man echt alles Kindergerecht machen. Viele Spiele, keine LPZ in der Vorrunde, nur 2 Gewinnsätze.....Hauptsache, sie haben dabei Spaß und machen sehr viele Spiele.
So! Genug geschrieben
Ernö