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AW: TIBHAR Evolution MX-D
Also mein erster Test des MX-D war heute schon sehr aufschlussreich. Mein Testexemplar in schwarz und Maximumstärke wog in der Verpackung 116-117 g und ausgepackt ungeschnitten 79 g. Keine Ahnung, ob das jetzt Durchschnitt ist oder eher am oberen bzw. unteren Ende. Geklebt habe ich ihn vor 2 Tagen wie üblich mit VOC-Leim auf mein Korbel Off. Ein kleiner Lösungsmitteleffekt ist also mit Sicherheit noch etwas vorhanden.
Was sofort auffällt ist, dass sich der MX-D unglaublich weich spielt. Man mag es kaum glauben, dass der Belag eine Schwammhärte von über 50° haben soll. Gefühlt sind das Welten zum MX-P hard. Der MX-D spielt sich weicher als Quantum X Pro und Aurus Prime, die ja beide nominell einen 47.5° Schwamm haben. Ist zwar schon ne Weile her als ich den MX-P zuletzt gespielt habe, aber der MX-D liegt in meinen Augen deutlich näher am MX-P als der Aurus Prime, der wiederum näher am MX-S liegt. Damit liegt der MX-D auf jeden Fall schon mal auf der richtigen Seite, des für mich relevanten Testspektrums. Ich hatte ja eher das Gegenteil befürchtet.
Im Vergleich zum Aururs Prime ist der MX-D katapultiger und erzeugt eine spürbar höhere Ballflugkurve. Zusammen mit dem weicheren Spielgefühl hat sich der MX-D für meine RH-Seite deshalb relativ schnell erledigt. Ich konnte die Bälle nicht kontrollieren und insbsondere Blockbälle gingen sehr oft hinten raus. Da ist der MX-D halt eher MX-P like aber nicht ganz so schlimm.
Für meine Vorhand finde ich den MX-D aber überaus interessant. Logischerweise ist das Topspinspiel aus allen Lagen hierbei die Paradesdisziplin des Belags.Ich muss im Vergleich zum Aurus Prime mit leicht offenerem Schlägerwinkel ziehen. Dadurch sind die Topspins automatisch schneller als die Tops mit dem Prime, die ich generell sehr tangential ziehe. Somit muss ich mit dem Prime viel mehr Arbeiten, um volles Tempo aktivieren zu können, mit dem MX-D geht das viel leichter. Spin ist aufgrund der leicht anderen Technik nicht dirket vergleichbar, aber insgesamt ist das auf recht ähnlich hohem Niveau. Dem MX-D attestiere ich klare Vorteile beim Eröffnungsspin auf Unterschnitt, Gegentopspin am Tisch und auch aus der Halbdistanz sowie beim Schlagspin. Auch ein satter Schuss geht mit dem MX-D einfacher als mit dem Prime. Schiessen ist bei Letzterem definitiv keine Paradedispziplin.
Wo viel Licht ist, muss aber auch Schatten sein und das ist aus meiner Sicht das ganze passive Handling. Da verhält sich der Belag dann eben wie erwähnt wie ein MX-P in abgeschwächter Form. Ich möchte nicht sagen, dass das grosse Schwächen des MX-D sind, aber der Prime verhält sich diesbzgl. einfach insgesamt gutmütiger und ist deshalb einfacher zu kontrollieren. Das fällt jetzt nicht unbedingt beim Schupfen oder kurz Ablegen auf sondern vor allem beim Blocken. Hierbeit ist natürlich zu sagen, dass der Blockball auf der VH-Seite auch eher die Ausnahme sein sollte. Der Belag lädt vielmehr dazu ein direkt Gegenzuziehen, wenn möglich.
Insgesamt hat das erste Training mit dem MX-D auf alle Fälle Spass gemacht und ich freue mich auf das nächste Training am Mittwoch mit meinem Standardpartner. Dann dürfte vom VOC-Effekt eigentlich nichts da sein, und ich werde mich mehr auf die Eigenheiten beim Aufschlag-Rückschlagspiel, Flippen und weitere Details konzentrieren. Kurz zusammengefasst würde ich sagen, dass der MX-D bessere Offensivoptionen hat als der Prime und der Prime im Passivspiel insgesamt besser zu kontrollieren ist. Im Vergleich zum normalen MX-P ist der MX-D wiederum im Passivspiel etwas einfacher zu spielen aufgrund der etwas flacheren Ballflugkurve und etwas weniger Katapuleffekt. Bei den Offensivqualitäten sehe ich keinen grossen Unterschied zum MX-P, wobei mein letzter MX-P Test eben schon ne Weile her ist. Der MX-P ist vielleicht eine Spur druckvoller und der MX-D ne Spur spinniger.
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