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Alt 14.06.2021, 18:28
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EM 2021 - zurück in die Zukunft

Üdvözlet Budapestről


Es tut mir etwas Leid, aber ich muss erst Mal mit dem Meckern anfangen. Das ist jetzt meine vierte EM in Folge und wirklich jede hat sowohl seinen eigenen Reiz, als auch immer denselben internationalen Geist gehabt. Das geht dieser EM völlig ab. Wer auch immer die Idee hatte, die EM auf diverse Länder zu verteilen – man möge ihm die Eier in den Schraubstock einklemmen und erst wieder aufdrehen, wenn die EM vorbei ist. Was ein Scheiß. Am Bildschirm ist das ja ziemlich egal, aber jeder, der die WM im eigenen Land genossen hat, wird bestätigen, dass die Stimmung in den WM Städten ob des internationalen Flairs was Besonderes war. Wer’s nicht erlebt hat, möge meine Berichte lesen ( ). Hier ist das, wie bei einem internationalen Auswärtsspiel – ganz nett, aber eben nicht dieses EVENT. Ich weiß, Eventfan ist jetzt kein wirklich ein positiv belegter Begriff, aber jeder, oder zumindest viele, die schon Mal so ein Event im Ausland erlebt haben, werden mir das unvergleichbare Flair bestätigen. Und das gibt es hier gar nicht. Wie auch? Während sonst bei so einem Turnier alle in ein oder zwei Ländern verteilt sind, hat man das Mal schön zerfetzt und willkürlich in Europa verteilt. Hatte ich das mit der Schraubzwing schon geschrieben …. ach ja, oben steht‘s.
Wie auch immer, Budapest ist ne Hammerstadt mit sau netten Leuten. Die Stadt und das Land erwachen gerade mit dem Wetter wie Deutschland aus einem viralen Dornröschenschlaf und tritt da Mal mächtig das Gas durch. Man hat den Eindruck, Mal wieder Luft zu bekommen (gut, Gezapftes ist auch dabei). Ganz, ganz krasser Gegensatz ist, die weltoffenen Menschen hier zu erleben und zu sehen, wie an anderen Stellen die Staturen von vor 100+ Jahren wieder aufgebaut werden (kein Witz). Ganz ehrlich, ich verstehe das ein Stück weit. Eine ähnliche nationale „Befreiungsstimmung“ mit Besinnung auf die alten Werte habe ich auch in der Ukraine gespürt. Aber beide Bevölkerungsgruppen haben mir eine so positive, nette, weltoffene Lebensbejahung offenbart, die so gar nicht zur rückwärtsgewandten rechtskonservativen Regierung von Orban paßt. Ihr merkt schon, eigentlich schreibe ich gerne Fußballgeschichten von Fußballevents – aber das ist es diesmal einfach nicht. Darum trifte ich ab. Mein Tipp zur Stadterkundung: Fahrrad. Die meisten schönen Ziele sind in einem Radius von 10 km, also mit einer 20-30 km Fahrradtour zu erreichen. Die Fahrradwege sind oft gut, meistens ausgezeichnet ausgebaut. Mag der Bericht zu recht auch negativ rüberkommen. Die Stadt Budapest ist eine einzige Freude und definitiv eine Empfehlung. Es gibt so viele schöne Ecken – wie geschrieben, Budapest ist ne Hammersatdt!!!
Morgen bin ich im Stadion und man hat mir von einem Hardcore-Ungar schon eine Gänsehautatmosphäre angekündigt. Ich bin gespannt und werde berichten …

folytatjuk
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