So, gestern 4h den T19 in 1,9 getestet. Vieles deckt sich mit dem was schon gesagt wurde (wie auch nicht, es wurde ja gefühlt in alle Richtungen schon alles gesagt

)
Das Holz auf dem getestet wurde ist das joola Rossi Emotion PBO-c und auf der Rückhand habe ich einen stiga Horizontal 20 in 1,0 kleben, bin also Schlägerdreher.
Der Belag ist vom Gewicht her sehr angenehm, nicht zu schwer, gerade für das Schlägerdrehen top. Beim Einkontern habe ich gemerkt, dass der Absprung wesentlich höher ist, also bei meinem xiom Omega VII Euro und auch Pro zuvor. Der Eindruck hat sich dann auch beim Blocken bestätigt - passive Blocks gehen mit dem richtigen Winkel, aber ansonsten sind diese stets zu vermeiden, da der Belag schon eine gewisse Spinanfälligkeit mit sich bringt, die man erst mal kontrollieren möchte. Als ich dann vom Blocken ins Gegenziehen überging, kam da eigentlich die meiner Meinung nach größte Stärke des Belags zum Vorschein: egal ob Sidespin, weicher oder harter Topspin oder auch tote Schüsse - ich konnte alles ohne Probleme aus der Halbdistanz auf den Tisch gegenziehen. Vor allem Schüsse konnte sich sehr gut mit Gegenschüssen kontern, das hatte ich so in der Konstanz selten. Unterschnittbälle, die über den Tisch hinaussprangen, konnten ebenfalls mit dosiertem Tempo gegengeschossen werden. Für meine Gegner waren gehackte Bälle mit dem T19 auch ziemlich schwer nachzuziehen - Spin ist sozusagen Fluch und Segen zugleich bei diesem Belag - man kann viel reinpacken, aber muss ankommenden stets kontrollieren können.
Beim Schupfen hat er mir recht gut gefallen, packt jemand viel US in einen Schupf, dann muss das Blatt schon gut geöffnet werden, da sonst einige ins Netz gehen, aber darauf kann man sich schnell einstellen.
Das, was als große Stärke des Belags angepriesen wurde - das leichte weiche Anziehen auf Unterschnitt, ist für mich wesentlich problematischer verlaufen, als gedacht. Normalerweise habe ich gerade dafür ein ziemliches Händchen, aber dort schien er mir ziemlich anspruchsvoll, aber ich werde es in den nächsten Trainings weiter versuchen und mich versuchen anzupassen und herauszufinden, was der Belag braucht und was nicht.
Eine absolute Bombe ist er, wenn ich ihn auf die Rückhand gedreht habe und sehr harte Topspins auf Unterschnitt oder von weiterhinten auf Oberschnitt gezogen hab. Wenn das Schlägerblatt weit genug geschlossen wird, ist das eine echte Granate und spätestens beim 2. platzierten nachgezogenen Topspin war auch Ende. War das Blatt zu weit offen, ist er häufiger hinten raus geflogen, also auch hier wieder: das Teil möchte kontrolliert werden, wenn man sich aber einstellt und versucht sich drauf einzulassen, dann kann der ziemlich was reißen.
Fazit: Ich finde ihn nicht so schlecht, wie einige es hier geschrieben haben, kann aber eben auch am Holz liegen. Klar ist, dass er sich am Anfang nicht unbedingt leicht spielt, seine Eigenarten hat, worauf man sich einstellen muss, dann aber viel Potenzial haben kann, wenn man dies tut. Die Spinanfälligkeit ist das größte Manko vor allem bei passiven Schlägen - da muss der Winkel stimmen, ansonsten ist der Ball im Netz oder drüber. Steht man gut zum Ball, kann man geniale Bälle spielen, steht man schlecht zum Ball muss man dies mit viel Ballgefühl ausgleichen können.
Ich werde den T19 jetzt noch weitere Trainings testen, schauen ob sich meine ersten Eindrücke bestätigen und dann ausloten, ob er mir kontrolliert genug für einen hoffentlich anstehenden Punktspielbetrieb ist.