Zitat:
Zitat von TT-Hannes
Warum soll dann ein Spieler mit 4:3 Sätzen besser sein als einer mit 5:4, obwohl er den direkten Vergleich verloren und die schlechtere Balldifferenz hat und dazu eigentlich, wenn man das Spiel gegen den Gruppenvierten dazu nehmen würde, auch die schlechtere Satzdifferenz hat.
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Die internationale Regel legt halt Wert darauf, dass bei Punktgleichheit nur die Spiele der Punktgleichen untereinander zählen. Und da haben eben drei Leute 1:1 gespielt. Da dieses Kriterium bei allen gleich ist, muss das nächste Kriterium heran, das Satzverhältnis. Im Gegensatz zur deutschen Regel zählt eben nicht die Differenz (die wäre hier ja bei zwei der Dreien auch gleich), sondern der Quotient - wahrscheinlich sogar, weil die Wahrscheinlichkeit einer Entscheidung dann größer ist als bei der Differenz. Und dass man dann den, der 4/7 der relevanten Sätze gewonnen hat, für besser einstuft als den, der "nur" 5/9 der relevanten Sätze gewonnen hat, ist in meinen Augen nicht ganz unvernünftig.
Aber du bist ja nicht der Erste, der über diese Regel gestolpert ist. Sie sorgt bei fast jeder WM und EM - zumindest in Deutschland - für Verwirrung. Ich erinnere mich noch gut an die WM 1989 in Dortmund, als im Herren-Mannschaftswettbewerb in der Zwischenrunde Deutschland auch nur wegen eines um ein paar Tausendstel besseren Quotienten weiter kam - weil sie das letzte Spiel gegen Ungarn überraschend hoch mit 5:1 gewonnen haben und dadurch Belgien trotz deren guter gleichzeitiger 2:5-Niederlage gegen China (und eines vorangegangenen 5:2-Sieges gegen Deutschland) als Gruppendritter ausgeschieden war. Es gab damals einige "Spekulationen" um das Zustandekommen des hohen deutschen Sieges gegen Ungarn. Direkt danach war Georg Böhm, der zusammen mit Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner gespielt hatte, für eine Weile "verschwunden", und am nächsten Tag konnte er - mittlerweile wieder aufgetaucht - wegen "migräneähnlicher Kopfschmerzen" im Viertelfinale gegen Schweden nicht mitspielen, welches dann mit 2:5 verloren wurde.