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Zitat von mithardemb
Was meinst du weshalb viele Schützen verzögern und schauen wohin sich der Torwart bewegt. Genau um zu verhindern, dass er auf eine Ecke spekuliert. Allerdings ist der Schuss dann natürlich nicht mehr ganz so hart.
Vermutlich gibt es einige grundlegende Annahmen, die zu dem Ergebnis führen.
Das ist ein Tipp der fast für jede Sportart im entscheidenden Moment gilt. Manche Sport können das besser, manche schlechter.
Ich bin mir fast sicher, dass sich die führenden Profimannschaften mit ihren Trainerstäben sehr genau untersuchen wie man die Gewinnwahrscheinlichkeit erhöht. Wäre schon ein echtes Wunder wenn sie dabei die oftmals entscheidenden Elfmeter außer acht lassen würden.
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Na ja, die Annahme, dass man 11er Schießen kaum trainieren kann ist doch recht verbreitet (Heynckes 2012, Hütter 2019 usw.).
Das reine "Ausgucken" wie es ein Thomas Müller praktiziert hat geht übrigens überproportional oft in die Hose. Ich gehe be Lewy davon aus, dass er sich das mit Hilfe von Körperspracheexperten erarbeitet hat. Die Schwierigkeit ist ja dann den Ball "blind" zu schießen UND in Sekundenbruchteilen die Ecke zu wählen.
Bei der angesprochenen Berechnung war der entscheidende Faktor die maximal durch Sprungkraft erreichbare Zone des TW. Hier muss man ja spieltheoretisch annehmen, dass der TW ein Interesse daran hat seinen größtmöglichen Radius abzudecken. Den erzielt er einmal dadurch, dass er möglichst mittig steht. So zwingt er den Schützen zum Schuss in die Ecken, was für diesen das Risiko eines Fehlschusses erhöht. Würde er sich mehr zur Seite aufstellen böte er dem Schützen mehr Platz auf der anderen Seite. Die zweite Taktik ist möglichst weit rauszurücken, was mittlerweile durch die "ein Fuss auf der Linie" Regel stark eingeschränkt wurde.
Kurzum: mit einem Sprung kann der TW fast jede Zone, außer halt dieses imaginäre Quadrat in den oberen Ecken, erreichen. Für einen Zwischenschritt fehlt die Zeit, es sei denn, der Spieler lupft, daher muss man eine Mindestschussgeschwindigkeit voraussetzen.
Zur Praxis: ich habe in den ganzen Jahren in denen ich Fussball schaue noch keinen einzigen, so geschossenen, 11er gesehen, der gehalten wurde.
Auch die Fehlschüsse sind stark limitiert, werden allerdings in der Folge immer viel epischer ausgebreitet als Kullerschüßchen, die gehalten werden. Hoeneß, Ramos usw., flapsig wird ja immer angeführt, dass die Bälle heute noch gesucht werden. Tatsächlich aber ist ein Ramos als Schütze deutlich erfolgreicher als ein Thomas Müller, der ja wohl erst nach Machtworten durch Lewy als Schütze abgelöst wurde. Auch bei Robben reduziert man völlig irrational auf die zwei legendären Fehlschüsse. Dass er ungefähr 50 andere in die Winkel geknallt hat, wird ausgeblendet. Messi wird als guter Schütze wahrgenommen, hat aber mit seinem halbhoch Geschieße tatsächlich aber eine eher schlechte Quote.