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AW: Regionalliga Nord
Nach der Stellungnahme des MTV Jever muss ich auch noch mal meine Meinung loswerden. Zunächst mal möchte ich noch mal betonen, dass es mir nicht um den derzeitigen Fall mit Jever geht, sondern um eine allgemeine Regelung. Im Fall Jever geht es wohl auch nur um den einen Punkt aus dem Spiel gegen Lübeck, denn zum Zeitpunkt des Spiels gegen uns (Bolzum) hatte Smirnov ja scheinbar noch nicht in Schweden gespielt.
Zum Fall Egeholt im vergangenen Jahr: Es hat sich im nachinein herausgestellt, dass der Spieler auch schon in dem vorhergehenden Jahr in Schweden gespielt hatte. Der Spieler hat die Spielberechtigung mit sofortiger Wirkung entzogen bekommen, nachdem die Verbände vom schwedischen Verband die Bestätigung bekamen, dass er dort gespielt hat. Die Punkte hat Lübeck behalten, weil leider kein Verein gegen diese Wertung vorgegangen ist. Man weiß ja: wo kein Kläger, da kein Richter. Im übrigen hat der Spieler in einer "Bewerbungs"-E-Mail, die er an einen Großteil der Zweitliga- und Regionalligavereine im Mai versendet hat, bestätigt, dass die Vereinsführung von der Doppelspielberechtigung wusste. Sicher muss die Aussage des Spielers nicht zwangsläufig stimmen, denn er war ja auf der Suche nach einem neuen Verein. Dennoch hätte Lübeck im Falle einer Klage eines der Vereine vermutlich schlechte Karten gehabt. Hier wurde leider die Chance verpasst, den Sachverhalt schon juristisch zu klären. Dass der Spieler fortan nicht mehr eingesetzt werden darf, dürfte klar sein. Ansonsten wäre das Verbot der doppelten Spielberechtigung ja sinnlos. Es kann ja auch nicht sein, dass man zunächst für zwei Vereine spielt und sich dann bei Bekanntwerden aussucht, für welchen Verein man weiter spielt.
Es kann im Sinne einer Vorbeugung von Wettbewerbsverzerrung meiner Meinung nach auch nur die 0:9-Wertung aller Begegnungen mit Beteiligung des Spielers geben. Denn sonst verpflichtet man als Verein einfach 6 zusätzliche Spieler, die parallel in anderen europäischen Ligen spielen und setzt jeden einzelnen so lange ein, bis es bei jedem einzelnen rausgekommen ist. Ein wissentliches Handeln wird man dem Verein wohl kaum nachweisen können. Der Verein ist aber der einzige, dem man es zur Auflage machen kann, nur entsprechend "saubere" Spieler zu verpflichten. Der Verein muss den Spieler dann auf die Regelung hinweisen und kann ja einen entsprechenden Passus in den Vertrag integrieren, in dem der Spieler sich damit einverstanden erklärt. Der Verein könnte dann sicher zivilrechtlich gegen den Spieler vorgehen, falls dieser schriftlich bestätigt nur für den Verein zu spielen und dann doch doppelt spielt.
Ich möchte mal ein anderes Beispiel bringen. Was würde denn passieren, wenn man mit einem Chinesen spielt und gleichzeitig mit einem weiteren Chinesen mit einem europäischen Pass, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass der europäische Pass gefälscht ist. Dann hat der Spieler auch eine gültige Spielberechtigung (auch gemeinsam mit dem anderen Chinesen) bekommen. Diese aber unter der Annahme falscher Fakten. Ich bin mir recht sicher, dass der betreffende Verein die Punkte nicht behalten könnte und sehe den vorliegenden Fall mit der Doppelspielberechtigung ähnlich gelagert. Sicher wurde Smirnov zunächst die Spielberechtigung erteilt, jedoch unter anderen Voraussetzungen (der Annahme, dass er nur in Jever spielt). Wenn diese sich als falsch herausstellen, kann man die Spielberechtigung sicher auch nachträglich und auch rückwirkend entziehen.
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