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Alt 06.10.2004, 11:05
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Die neue Schwedin beim TTSV Fraulautern ist ein Temperaments-Bündel

Quelle: Saarbrücker Zeitung

Matilda Ekholm aus Schweden ist die neue Nummer zwei bei Tischtennis-Zweitligist TTSV Fraulautern. Ihre Spielweise ist spektakulär, ihre Frisur auch - die temperamentvolle Schwedin sorgt bei den Zuschauern für viel Unterhaltungswert.


Fraulautern. Nein, der Sonntag war wirklich nicht der Tag von Matilda Ekholm. Die junge Schwedin im Dress des Tischtennis-Zweitligisten TTSV Fraulautern schimpft im Spiel gegen Martina Smistikova wie ein Rohrspatz. Sie spielt gut, doch am Satzende unterlaufen ihr immer wieder ein paar leichte Fehler, die sie um den Lohn ihrer Arbeit bringen. Eine ungewohnte Situation, denn bisher konnte die 22-Jährige glänzen. In Watzenborn am ersten Spieltag gewann sie eine von zwei Partien, gegen Tabellenführer Röthenbach am Samstag (5:5) bezwang sie mit Jelena Gajic und Svenja David sogar beide Spitzenspielerinnen.


Der Schläger fliegt ins Eck
Doch jetzt will einfach nichts klappen. Schon gegen die Spitzenspielerin des TV Busenbach II, die Chinesin Shen Zhujun, verliert sie 6:1, 9:11 und 10:12. Warum, das weiß sie selbst nicht genau. "Schwer zu sagen", grübelt sie. "Vielleicht hatte ich zu Beginn zu viel Respekt, weil sie eine Chinesin ist und die halt als die besten Spielerinnen der Welt gelten. Aber sie war schlagbar." Gegen die tschechische Nummer zwei Smistikova läuft es ähnlich. Einige schwedische Flüche schallen durch die Halle an der Klosterschule.

Dabei beginnt alles so gut: Ekholm spielt einige phantastische Bälle. Beim Aufschlag dreht sie im letzten Moment das Handgelenk herum, so dass aus einem kurzen Aufschlag ein schneller wird. Diesem kann die Gästespielerin nur noch staunend hinterher blicken. Ein Raunen geht durch die Menge. Doch alle Anstrengung nützt nichts: Matilda vergibt fünf Satzbälle im vierten Satz und verliert 1:3. Da fliegt der Schläger erst einmal in die Ecke.

Matilda weiß, dass ihr Temperament ihr manchmal einen Strich durch die Rechnung macht. Aber gleichzeitig braucht sie das, um ihre Leistung abrufen zu können. "Das ist wie ein Adrenalinschub für mich", erklärt sie. "Aber ich muss da einen Mittelweg finden." Die beiden Niederlagen sind schnell vergessen. Für Matilda ist wichtig, dass ihre Mannschaft gewinnt. Also feuert sie Nikola Neu und Claudia Walerowicz an - und die holen auch am hinteren Paarkreuz die nötigen Punkte zum 6:3-Sieg. Ende gut, alles gut. Da kann auch Matilda wieder lachen. Denn sie fühlt sich beim TTSV ausgesprochen wohl: "In Schweden hat man mir gesagt, dass die Deutschen sehr fordernd sein können und dass es sein kann, dass sie sofort unzufrieden werden, wenn ich ein paar Spiele verliere. Aber das ist hier ganz und gar nicht so. Alle stehen hinter mir und sind unheimlich nett. Ich freue mich, hier zu sein."

Ob blond, ob rot, ob schwarz
Und dabei wollte die Schwedin nur ein wenig internationale Erfahrung sammeln. "In Schweden gibt es vielleicht zehn bis 15 Spielerinnen auf wirklich hohem Niveau. Aber gegen die habe ich schon oft gespielt, die kenne ich in- und auswendig", erklärt Matilda. "Da war die Bundesliga eine Herausforderung, der ich mich unbedingt stellen wollte." Ein weiteres Ziel ist ein Stammplatz in der schwedischen Nationalmannschaft, in der sie bisher nur sporadisch eingesetzt wurde.

Gespannt sein dürfen die Fans des TTSV auf den nächsten Auftritt der Schwedin - und auf die Haarfarbe, die sie dann tragen wird. Am Wochenende überraschte sie mit schwarzen Haaren und einer Art Topfschnitt. Vorher war es ein Igelschnitt in rot, und nur ein paar Wochen zuvor trug sie noch lange blonde Haare. So sah man sie auch auf den Fotos im Sommer, als ihre Verpflichtung bekannt gegeben wurde. "Ich finde es schön, oft zu wechseln", gibt Matilda zu. Dann überlegt sie kurz. "Vielleicht wäre bald mal wieder blond an der Reihe." spr
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