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Alt 23.07.2021, 10:14
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AW: Sunny side up - Klimaerwärmung oder doch nicht?

Zitat:
Zitat von Snape Beitrag anzeigen
Ich weiß nicht mehr, welcher Ort das war, gestern oder vorgestern gab es einen kurzen Bericht eines kleinen Ortes, welches nach der letzten Flut eine Schutzmauer um die Stadt (oder Stadtkern?) hat bauen lassen, Dauer: 12 Jahre und Fertigstellung 2019 (?). Hat sich nun ausgezahlt.
Wo war das? Würde mich mal interessieren.

Bei der aktuellen Problematik mit den Überflutungen sollte man von der Single-Failure-Assumption wegkommen. Natürlich spielen Versiegelungen, mangelnde Versickerflächen usw. eine Rolle. ABER EBEN AUCH der Klimawandel, in diesem Fall die Erwärmung der Luftmassen, die dadurch deutlich mehr Wasser mit sich tragen und entsprechend größere Regenmengen in kurzer Zeit erzeugen (pro Grad kann die Luft bis zu 7% mehr Wasser enthalten). Und durch die Abschwächung des Jetstreams dann auch über mehrere Tage in derselben Region.
Es gab auch früher Hochwasser, ja. Aber solche Flutwellen habe ich in meinem Leben in Deutschland noch nicht gesehen. Bisher stieg das Wasser im gemächlich, so dass die Menschen sich darauf vorbereiten konnten. Zumindest bei dem dramatischen Elb-Hochwasser war das seinerzeit so.
Und auch absolut gesehen, gab es diesmal Hochwasser-Rekorde:
"Besonders betroffen ist die Eifel, wo beispielsweise der Pegel der Ahr in Altenahr die bisherige Rekordmarke von 3,71 Metern vom Juni 2016 um mehr als 2 Meter übertraf, bis die Messung bei 5,75 Metern ausfiel." (siehe Link unten)

Bei uns kam gestern ein Neuling aus dem Raum der Steinbachtalsperre ins Training. Was der aus seiner Heimat erzählt hat, lässt es einen grausen. Zwei Bekannte sind gestorben, aus seinem Dorf werden wohl noch mehrere hundert Menschen vermisst, extreme Zerstörungen. Sowas passiert bei einem Hochwasser, auf das man sich vorbereiten kann, nicht in dieser Schwere. Bei solchen Fluten haben viele Menschen (und Bauwerke) keine Chance.

Ein paar Links zum Thema:
https://www.deutschlandfunk.de/klima...ews_id=1281103
https://www.geo.de/wissen/wie-die-er...-30618752.html

Zusammenfassend sagt es Friederike Otto sehr schön:
"Bei den extremen Niederschlägen, die wir in den letzten Tagen in Europa erleben, handelt es sich um Extremwetter, deren Intensität sich durch den Klimawandel verstärkt und mit zunehmender Erwärmung weiter verstärken wird. Das wissen wir sowohl aus der Physik als auch von Beobachtungen und Klimaprojektionen. Allerdings ist die Erhöhung der Häufigkeit des Auftretens solcher Starkregenfälle geringer als bei Hitzeextremen. Dass derartige Starkregenfälle so dramatische Konsequenzen haben, liegt zu einem großen Teil an der Versiegelung der Böden."
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