Zitat:
Zitat von mithardemb
Gerecht oder ungerecht ist immer recht subjektiv. Wer etwas bekommt, der empfindet das als eher als fair, wer etwas abgibt eher als unfair. Die einen nennen es "Um-Fair-Teilung" die anderen "Hochsteuerland".
Das Problem bei jeder Wohltat ist, dass irgendjemand dafür etwas abgeben muss.
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Das Problem sind doch die Extreme. Prof. Rieck beschreibt das auf die Klimadiskussion bezogen sehr gut in seinem neuesten Video. Das Beste was ich dazu jemals gehört habe. Rational, ohne Emotion.
Bei den Steuern hast du doch das Problem, dass egal was geplant wird sofort eine Lobby aufschreit. Die "Linke" Politik ist seit jeher zerfressen von Neid ohne selbst überhaupt mal ihre Stärken geordnet aufzubieten. Die Großkapitalwirtschaft jammert wegen jedem Furz und schwört die Pleite herauf.
Nun liegt irgendwo in der Mitte die Wahrheit. Die gilt es pragmatisch zu finden. Fakt ist, dass in Deutschland im weltweiten Vergleich die Steuern und Abgaben zu hoch und die Arbeiter-/Angestelltenlöhne zu niedrig sind. Zumindest im Median. Bei "Mittelständlern", in der Regel Multimillonäre, ist die Ertragsbesteuerung bei Gewinnvortrag zu niedrig, bei Ausschüttung zu hoch. Bei Erbschaft viel zu niedrig, faktisch Null bei Weiterbetrieb. Auf eine Vermögenssteuer würde ich im Gegenzug zu einer hohen Erbschaftssteuer verzichten. Kapitalerträge würde ich bis zu einem hohen Freibetrag, der kann ruhig 100k Ertrag (was etwa 3-5 Mio Euro Vermögen entspricht) steuerfrei stellen. Dann könnte man, will man die soziale Komponente mit reinnehmen Unternehmen, die ausschließlich in Ddutschland produzieren und Tarif oder Übertarif bezahlen steuerlich bevorteilen. Bei Firmen die komplett outsourcen könnte man eine "Strafsteuer" einführen.
Da gäbe es viele Möglichkeiten. Leider blockieren die Lobbys auf allen Seiten pragmatische Lösungen. Ganz vorne auch die Gewerkschaften, die sich gerade bei den Großkonzernen mit ihrer stillschweigenden Akzeptanz von Leiharbeitern und Werkvertraglern die völlig überhöhten Luxuslöhne ihrer Stammbelegschaft erkaufen. Und damit übrigens auch massiv die Sozialkassen schwächen. Harvardstudien haben gezeigt, dass zum Beispiel Zuwanderung nur für den Staat positiv sind, wenn der Zugewanderte gleich viel oder mehr verdient (und damit Steuern und Abgaben zahlt) wie der Rentner, den er ersetzt. Gut lief das bei den Gastarbeitern. Die wurden so entlohnt wie ihre deutschen Kollegen. Leider hat sich das schon seit der Zuwanderung der Spätaussiedler geändert und gipfelt im Versuch Rumänen, Bulgaren und Asylanten für billigstes Geld arbeiten zu lassen.