Zitat von Antispin74
Als Erstes einmal, Glückwünsche und Daumen hoch für unsere beiden Mannschaften zum Weiterkommen! Das waren harte Gegner und leichter wird es nicht, im Gegenteil.
Unsere Mädels haben realistisch nur Chancen, wenn die Chinesinnen irgendwas Obskures essen, dann 2 Tage nicht vom Klo kommen oder kollektiv mit dem falschen Fuß aufstehen. Alternativ könnte unsere Mannschaft komplett über sich hinauswachsen, aber wie wahrscheinlich ist das? Eher wahrscheinlich gibt es eine Beerdigung Klasse 1 und dann Spiel um Bronze. Nichtsdestotrotz muß erst gespielt werden und wie eine Trainerlegende einst so schön sagte: "Der Ball ist rund."(und vieles kann passieren) Nebenbei, Sensationen sind immer cool. :-)
Unsere Jungs haben es einen Tick leichter, dennoch ist Japan eine harte Nuß, die man erst knacken muß!
Spielerisch haben alle 3 genug Potenzial, aber mir macht der Kräfteverschleiß Sorgen. Trotzdem glaube ich an einen 3:1 oder 3:2 Sieg und den Einzug ins Finale.
Zu der inzwischen nur noch nervenden Einbürgerungsdiskussion:
Ich verstehe die Mitdiskutanten, die auf die Söldnermentalität im Leistungssport aufmerksam machen wollen und dies auch ein Problem darstellt. ABER im Fall von Ying und Nana ist das fehl am Platze! Beide hatten eine normale Einbürgerung nach 7/8 Jahren und nicht diese Witzeinbürgerungen a la Türkei, Katar oder Kongo, wo die betreffenden Sportler den Ausweis binnen Monaten bekamen und fast alle weiterhin in ihrem Mutterland leben.
Han und Shan leben inzwischen fast solange hier wie sie einst in China lebten. Das ist besonders bei Nana interessant, denn bei ihrem ersten Engagement in Europa, damals in Frankreich, hielt sie es keine 2 Wochen vor lauter Heimweh aus. Da ist schon etwas anderes am Werk als bloßer Sportopportunismus, wenn heute auf ihrem Trikotrücken "X. Shan GER" steht.
Was mir in dieser ganzen Debatte, nicht nur hier in Deutschland, total auf die Ketten geht, sind diese Pseudoargumente wie "Die belegen Plätze, frustrieren den Nachwuchs und stören die Aufbauarbeit."
Mit Verlaub, wenn Du als Nachwuchssportler mit der Mimimieinstellung "an XY komme ich sowieso nicht vorbei" an den Start gehst, bist Du sowieso Nationalmannschaftsuntauglich! Es ist eine Sache, wenn Du scheiterst, aus welchen Gründen auch immer, eine ganz andere hingegen, mit einer Weicheieinstellung es nicht einmal zu versuchen. Zudem kommt im Tischtennis noch hinzu, daß Ying und Nana nicht ganz allein die Mannschaft stellen, da ist noch genug Platz für andere, gerade bei WM und EM.
Weiterhin wäre es mir völlig neu, daß Ying, Nana oder Dudu, Hongi, usw. früher, nicht beim Training helfen würden. Unser Nachwuchs hat ja die Chance mit und gegen die Platzhirsche zu spielen. Und völlig schlecht, wenn auch verbesserungsfähig, kann unser Training nicht sein! Unter all den richtig Ausgewanderten und den Legionären aus China der letzten 20 Jahre sind Ying und Nana unter den Erfolgreichsten! Was sie nicht wären, wenn unser Trainingsformat total mies wäre.
Nebenbei, wenn man die Jahre Revue passieren läßt, hat der DTTB mit dem Aufstellen von Han und Shan alles richtig gemacht. Unter dem Strich sind sie durchaus 2 Ausnahmesportlerinnen, denn nur sehr wenige TTler und TTlerinnen in ihrem Alter sind noch in der Weltspitze vertreten. Und für die kommenden EMs und WMs sind da auch noch Chancen auf Edelmetall, zumindest noch für 2-3 Jahre geschätzt.
Die Bemerkungen mit dem Hymnensingen finde ich unter der Gürtellinie. Man kann zwar nicht in die Köpfe gucken, aber es gibt sichtbare Anzeichen, daß beide dabei sind und nicht mit den Gedanken woanders.
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