Zitat:
Zitat von alba
Jimih1981: Da gibt es viele Gegenargumente. Eine komplette Freigabe würde dazu führen, dass die Mengen gesteigert würden, bis in Bereiche, wo es lebensverkürzend wird. Will man das? Es gibt ja viele Arten von Doping, von psychisch bis hormonell etc. Will man, dass Frauen nur noch deshalb gewinnen, weil sie halbe Männer sind? Will man, dass Sportler partiell betäubt werden, um die natürliche Leistungsgrenze überschreiten zu können? Undsoweiter und so fort.
|
Wäre das wirklich so? Der Amateursport in den Fitnesstudios zeigt das genaue Gegenteil. Mit dem Anti-Doping-Gesetz hat man die ganze Geschichte von "befreundeten" Ärzten und Apotheken, Pharmamitarbeitern, die das aus der Fabrik geschmuggelt haben und Touristen, die aus der Türkei/Thailand/Polen kofferweise das Zeug mitbrachten hin zu Undergroundlaboren und organisierter Kriminalität geschoben. Nie vorher war soviel Dreck im Umlauf, alte Bodybuilder kennen die Worte Spritzenabszess und Streußelkuchen auf dem Rücken nicht, obwohl selbst geringe Mengen seit 2007 wie Kokainhandel bestraft werden. Die Gewinnmargen für die OK sind im Übrigen deutlich höher als beim Drogenhandel.
Und die Leidtragenden sind doch auch hier die zweite und dritte Garde. Die Spitzenathleten haben ihre Quellen für sauberes Zeug und machen in der Woche drei Blutbilder. Heute ist man leider soweit, dass der Araber das Zeug ungekühlt aus dem Kofferraum seines AMG vertickt und dem arglosen 16jährigen im McFit oder FitX die Spritze in den Hintern steckt.
Kann es das sein?
Dann lieber saubere Sachen mehr oder minder halblegal, wie es die DDR gemacht hat, wo es zwar auch ein paar Opfer gab, die das Ganze nicht vertragen haben, die Masse der Athleten aber halbwegs gesund aus der Nummer rausgekommen ist.
Und Jimih hat ja recht! Wo werden denn die Massen an Kokain konsumiert? Eindeutig im High Potential Bereich. Im Focus rühmt man sich dann, dass man ja mit 4 Stunden Schlaf auskäme und "immer im Dienst sei" und sowieso eine 100 Stunden Woche hätte. Dass sich ein Großteil dieser "Vorbilder" erst ne Line ballert und dann die Benzos reinknallt, um überhaupt schlafen zu können wird natürlich gekonnt verschwiegen. Akte fand ja die höchsten Werte bei Koks auf den Bundestagstoiletten...
Der Spruch "höher, schneller, weiter, BREITER" kommt ja nicht von ungefähr.
Sicher ein komplexes Thema, bei dem man geteilter Meinung sein kann und die Gesellschaft ist schizophren.
Es werden Medaillien oder 100 Stunden Wochen verlangt, wo jedem klar sein muss, dass das eigentlich nicht möglich ist. Versagt der Athlet/CEO/Investmentbanker ist er der Buhmann. Wird er erwischt ist er gesellschaftlich erledigt. Macht er es geschickt, ist er der Held dem alle zujubeln.
Wobei ich durchaus glaube, dass es bestimmte Ballsportarten oder Surfen/BMX gibt, wo kaum bis kein Doping stattfindet. Die Pferde nehme ich raus, da gab es genug Fälle. Nicht der Reiter, aber das Pferd. Genauso sehe ich klassische Familienunternehmen mit noch humanen Arbeitszeiten als deutlich weniger drogenverseucht an wie die Klassiker "Unternehmensberatung", "Großkanzlei", "Investmentbanking" oder "Großkonzern".
Das Problem ist gesellschaftlich größer denn je. Irgendwer muss die gewaltigen Mengen die ins Land kommen (wenn sie 1 Tonne finden gehen 10 durch) ja konsumieren. Und egal ob Doping oder Kokain, es sind entweder ambitionierte Sportler oder diejenigen die es sich leisten können zu koksen.
Bedenklich finde ich auch den Ritalintrend bei Studenten. Überfordert man sie nach der Studiumsreform?