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Alt 14.08.2021, 07:46
Tim Buktu Tim Buktu ist offline
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AW: Olympia 2020 (23.07. - 08.08.2021, Tokio, JPN)

Japan hat jahrelang darauf hingearbeitet, China bei den olympischen Spielen in Tokio in allen Disziplinen anzugreifen und sicherlich nicht nur im Mixed vom Thron zu stoßen. Das war sicherlich nicht das japanische Anspruchsdenken:
Zitat:
Zitat von Abakus123 Beitrag anzeigen
Mehr ist nicht drin.
Durch das Mixed Gold wurde Tokio 2020 nicht zu einem Desaster. Dabei sollte man aber auch nicht vergessen, dass Jun Mizutani / Mima Ito im Viertelfinale gegen Patrick Franziska / Petrissa Solja fast schon ausgeschieden waren und dann sogar ohne Medaille aus dem Turnier gewesen wären. Da muss man jetzt auch nicht mit "hätte, hätte, Fahrradkette" kommen, sondern sollte das richtig einordnen. Die Goldmedaille war verdient, der 4:3 Sieg im Finale gegen Xu Xin / Liu Shiwen stark. Aber es wäre genauso verdient gewesen, wenn sie im Viertelfinale beim 4:3 einen Matchball weniger abgewehrt hätten und mit 3:4 ausgeschieden wären.

Speziell von den Speerspitzen im Einzel, Mima Ito und Tomokazu Harimoto, hatte man (selber) sicherlich wenigstens einen Finaleinzug erwartet. Beide wurden den Ansprüchen nicht gerecht. Es wurde sehr viel investiert in die Mission Gold.

Mima Ito wurde im Halbfinale regelrecht abgeschlachtet (3:11, 9:11, 6:11, 4:11), die zweite japanische Einzelstarterin war weder spielerisch noch nervlich dem Erwartungsdruck gewachsen und verlor im Viertelfinale 1:4 gegen Yu Mengyu aus Singapur (11:8, 5:11, 12:14, 6:11, 2:11). Sie wackelte bereits in der Vorrunde, als sie gegen die mir gänzlich unbekannte Thailänderin Orawan Paranang (die in der Weltrangliste hinter Amelie Solja und Rachel Moret steht) kurz vor einer Blamage stand.
Ich weiß nicht, wie Kasumi Ishikawa in den letzten Jahren trainiert wurde, aber sie präsentierte sich sehr schlecht und die Nominierung wirkte wie eine Gefälligkeitsnominierung für alte Verdienste (zum Glück beendete Ai Fukuhara frühzeitig ihre Karriere ).

Tomokazu Harimoto war die größte Enttäuschung im Einzel. Man träumte von Gold und rechnete mit Silber oder wenigstens Bronze. Er verlor aber bereits im Achtelfinale gegen Darko Jorgic. Natürlich spielte Jorgic Tischtennis auf höchstem Weltklasseniveau und begeisterte mit spektakulären Punkten. Natürlich ist Jorgic eines der TOP3 Talente in Europa und vielleicht sogar momentan zusammen mit dem etwas älteren Anton Källberg Europas größte Hoffnung. Natürlich ist Jorgic auch bereits jetzt als Nummer 25 der Weltrangliste in Europas Spitze und gewann schon gegen Boll, Ovtcharov, Calderano. Das lasse ich alles gelten. Aber sorry, nein, bei einer Heimolympiade in Tokio kann es einfach nicht angehen, dass der Weltranglistenvierte Tomokazu Harimoto im Achtelfinale aus dem Turnier fliegt.
Dass Koki Niwa der zweite Einzelspieler war, darüber kann man sich streiten, aber an guten Tagen kann Niwa auch überraschen. Aber dass mit Mizutani und Niwa zwei Linkshänder neben Harimoto bei Olympia dabei waren, das rächte sich in der Mannschaft beim Doppel.

Im Teamwettbewerb Damen wurden die Japanerinnen im Finale von den Chinesinnen vorgeführt und China hat Japan ganz klar gezeigt, wer der Boss im Ring ist. Auch die Sätze waren sehr deutlich und häufig 11:3 und 11:5. Sie hatten einfach keine Chance.

Im Teamwettbewerb bei den Herren kann man Japan keine Vorwürfe machen. Gegen Deutschland ist es ein 50:50 Spiel, welches sie knapp verloren. Die Fehler wurden im Vorfeld gemacht und dafür muss man Vorwürfe machen:

Japan hat bei den Nominierungen einiges falsch gemacht, bei Herren, aber auch bei den Damen!

Bei den Damen hätten sie nicht Kasumi Ishikawa nominieren sollen, die gegen die Topchinesinnen fast die chancenloseste Topjapanerin überhaupt ist. Warum man nicht die gefährliche Hina Hayata nominiert hat, verstehe ich nicht. Sie wäre ebenfalls Linkshänderin, ist für die Chinesinnen sehr gefährlich und es wäre sogar in manchen Spielen eine taktische Aufstellung möglich gewesen, nachdem sie die Stammdoppelpartnerin von Mima Ito ist und dann überraschend Miu Hirano zwei Einzel spielen könnte. Mima Ito / Hina Hayata sind aktuelle Vize-Weltmeisterinnen, sie verloren im Finale 2:4 gegen Sun Yingsha / Wang Manyu.
Und Hina Hayata zusammen mit Miu Hirano im Doppel wäre auch stark gewesen, die beiden gewannen schon zusammen die German Open, die seitdem vier Jahre lang miteinander hätten trainieren und weiter aufgebaut werden können.

Bei den Herren hätte neben Jun Mizutani nicht ein zweiter Linkshänder nominiert werden dürfen. Für Koki Niwa hätte es im Einzel mehr als adäquaten Ersatz gegeben und im Hinblick auf das Doppel war diese Nominierung einfach stümperhaft, nachdem Japan so sogar zum Einsatz von einer Links-Links-Kombination gezwungen war, damit Tomokazu Harimoto zwei Einzel spielen kann.
Mit Yuya Oshima und Maharu Yoshimura wären zwei starke WM-erfahrene Doppelspieler zur Verfügung gestanden, die im Einzel sicherlich nicht schlechter performt hätten als Koki Niwa.
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