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AW: Einblick in die Tischtennis-Weltmacht China
Ich war oft in Thailand und da ist es mit dem Muay Thai dasselbe. Der Hintergrund ist mMn. hauptsächlich die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs. Gerade für Asien gilt doch, je höher der soziale Status, desto stärker geht es in Richtung westliche Lebensweise. Je ärmer, desto stärker der "Zusammenhalt".
Egal welche Gesellschaftsform oder Kultur, wer keinen reichen Papa hat und sich über Vitamin B ins gemachte Nest setzt muss Vollgas geben.
Ich hatte das schon mal in anderem Zusammenhang geschrieben, dass jemand, der eine Arztpraxis, Rechtsanwaltskanzlei oder ein gut gehendes Unternehmen übernehmen kann wohl eher dreimal überlegt Leistungssportler mit ungewisser Perspektive werden zu wollen, als jemand aus der Unterschicht.
Etwas anders ist es nur in Sportlerfamilien, wo die Eltern internationale Klasse hatten und die Kinder das Talent geerbt haben. Da haben die Kinder auch einen Startvorteil, da die Eltrrn die Strukturen kennen und die Förderung alleine übernehmen können. Siehe Haaland, Dardei, Weiser, Ovtcharov, Neureuther, Zabel usw.. Da wird auch der Ehrgeiz oft vererbt.
Ansonsten stimme ich dem Beitrag weitgehend zu. Von nichts kommt halt nichts.
Und die Struktur in den deutschen NLZ im Fussball ist doch jetzt auch nicht so anders als in China beim TT. Jedes Jahr fliegen die schlechtesten Spieler raus, nur die talentiertesten, fleißigsten und diszipliniertesten Spieler kommen durch.
Etwas anders ist es nur bei bestimmten Sportarten, die weltweit eigentlich nur von der Oberschicht betrieben werden. Reiten, Feldhockey oder Golf. Einerseits dienen diese Sportarten weitestgehend der Vernetzung gehobener Kreise, dann wird dort das "Hobby" der Kinder massiv von den Eltern subventioniert. Bedingt gilt das auch für Ruderclubs oder Segelvereine.
Wer mal einen edlen Golfclub gesehen hat oder ein Reitturnier besucht hat weiß was ich meine. Ab und an bricht mal jemand wie Tiger Woods oder Michael Schumacher dank potenter Förderer in diese Welten ein, meistens sind es dann aber solche Geschichten wo die Familie zwar kein Geld aber anderweitig Kontakt in diese Sportarten hatte und damit die Karriere möglich war.
Bei der breiten Masse ist das aber, egal ob Asien, USA oder Europa anders. Wer das entsprechende Talent und den Ehrgeiz hat geht halt in China zum TT oder Turnen, in Deutschland, Italien, Frankreich, England oder Südamerika zum Fussball, in Kanada oder Russland zum Eishockey und in den USA zum Football, Basketball oder Baseball.
Und letztendlich glaube ich nicht, dass sich Chen Meng und Robert Lewandowski in Disziplin, Ehrgeiz und Fleiß großartig unterscheiden. Die große Frage ist doch vielmehr, ob die Kinder von ihnen bei identischem Talent später denselben Ehrgeiz und Verzicht zeigen würden.
Bei den Neureuthers hat es nur Felix durchgezogen, die deutlich talentiertere Schwester hat aufgehört und lebt sich als, durchaus talentierte, Künstlerin/Designerin aus.
Geändert von Noppenzar (29.08.2021 um 07:09 Uhr)
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