Ein tolles Interview mit HAN YING, besten Dank dafür....
Ich bin ohnehin der Meinung, dass die Leistung von HAN YING bei Olympia hier im Forum viel zu wenig gewürdigt wurde. Da wurden zwar massenweise Seiten von Dima und Timo vollgeschrieben, aber HAN YING blieb da etwas auf der Strecke.
Ich denke, dass die Leistung von Han Ying MINDESTENS ebenso hoch wie jene von Dima und deutlich höher als jene von Timo eingeschätzt werden muss, ja ich denke, dass sie sogar ein ganz kleines Stückchen vor Dima kommt..
Im Einzel hat sie das absolut Maximale herausgeholt. Sie erreichte das Viertelfinale und weiter konnte es nicht mehr gehen, weil sie eben das Pech hatte, dort auf Sun Yingsha zu treffen. Gegen Shasha gab es keine Siegchance.
Und im Team spielte sie ebenfalls ein großartiges Turnier mit 2 großartigen Siegen im so wichtigen Spiel gegen Südkorea. Im Gegensatz zu Dima, der in Tokyo 4 Spiele verloren hat, hat Han Ying nur 3 Spiele verloren, 2 davon gegen die "unschlagbare" Sun Yingsha und eines gegen Minnie Wai Yam Soo, die an diese Tag die Spiele ihres Lebens machte.
Was mir an dem Interview auch sehr gefallen hat, ist ihre ehrliche Loyalität an ihre Zeit in China, wo sie ihre Grundausbildung bekommen hat. Der Satz, dass sie ohne diese Trainingsmethoden nicht da wäre, wo sie ist, fand ich großartig und deutlich besser als die Kommentare, die Jia Liu zu diesem Thema gemacht hat.
Han Ying hat es sehr treffend beschrieben. Schon Training im Kindergarten und dann zweimaliges Training in der Schule. Die Mentalität in China ist eine Andere als in Deutschland, das könne man nicht vergleichen, sagt sie, und damit hat sie absolut recht. Der Leistungsgedanke auch im privaten Bereich, aber auch das Verständnis von einem "Miteinander" ist hier völlig anders ausgebildet und wir Deutsche oder überhaupt Europäer sollten uns gefälligst davor hüten, uns besserwisserisch über diese andere Mentalität moralisch zu erheben.
Interessant auch ihre Beschreibung, dass die Chancenlosigkeit, den A-Kader in China zu erreichen, Grund für sie war, andere Wege zu gehen, weswegen sie letztendlich nach Deutschland kam. Diesen Weg sind viele gegangen und wenn man dann ein Viertelfinale von Olympia schafft, so wie Han Ying oder beispielsweise auch schon Feng Tianwei, dann ist das eine tolle Sache.
Ich finde es absolut toll, dass es noch immer möglich ist, als Abwehrspielerin in der erweiterten Weltspitze zu agieren und Erfolge feiern zu können. Ihre Spiele zu sehen ist immer ein Highlight.
Ich wünsche HAN YING nur das Allerbeste für ihren weiteren Weg und hoffe, dass sie noch möglichst lange dabei bleibt in der aktiven Tischtennis-Szene und dass sie auch weiterhin das deutsche Tischtennis repräsentiert und verstärkt.
Well done, Han Ying, für mich war sie neben (oder noch vor) Dima das deutsche Highlight in Tokyo.