Zitat:
Zitat von Rudi Endres
Leider ist das längst nicht mehr so. Die chinesische Superliga hat Quoten im Promillebereich. Die Liga fand laut "tischtennis" lange keinen Hauptsponsor. Selbst der Hauptsponsor der ITTF berichtete in "tischtennis", dass man den Anschluss an die Jugend zu verlieren drohe und die Clubs eher Ü40 Vereinigungen wären. "Unser Chinese" bestätigt diese Berichte.
In Japan dominiert das Hausfrauentischtennis. Die Spitzen-Damen haben einen hohen Stellenwert. Das Herrentischtennis hat eine geringere Bedeutung. Large Table Tennis (größerer Ball, höheres Netz, Noppen außen) hatte vor vier Jahren bessere Einschaltquoten. Vielleicht kennt jemand die aktuellen Quoten.
Wie es in Südkorea aussieht, weiß ich nicht.
Tischtennis hat es weltweit schwer. Es ist eben eine komplexe Sportart, die Vorerfahrung benötigt. Und die gewinnt man nicht durch Brettchenspiele im Park oder Schwimmbad.
Bisher wurden alle mir bekannten Reformversuche nach kurzer Zeit still und leise beerdigt.
Ich bleibe dabei, ohne häufige längere Ballwechsel wird sich daran nichts ändern. Wir führen die Diskussion schon seit Bestehen von TT-News. Hat sich was geändert? Gäbe es einfache Lösungen, hätte man sie längst gefunden. Notwendige Maßnahmenpakete scheitern an der finanziellen Grundausstattung der Ligen, Verbände und Vereine.
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Also, da habe ich ganz andere Informationen, Rudi
Trotz aller neuer Lifestyle-Sportarten, die es nicht nur bei uns in Europa, sondern auch in China gibt, hat es der Tischtennissport dort geschafft, sich all diesen Entwicklungen zu widersetzen und boomt weiter. Derzeit spricht man etwa von sage und schreibe etwa 120 Millionen Chinesen, die Tischtennis in organisierter Form in Vereinsmannschaften oder Firmenmannschaften betreiben. Dazu kommen noch etwa die 4 fache Zahl, die Tischtennis hobbymäßig auf einer der vielen öffentlichen TT-Anlagen spielen. verglichen mit 2017 wird diese Steigerung nochmal mit fast 10 Prozent beziffert. Auch die Fernsehübertragungen haben in der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts teilweise Rekordzahlen erreicht. Die Super League ist da jetzt kein gutes Beispiel, weil sie ja zuletzt coronabedngt gar nicht mehr stattfand bzw. nur in absoluter Kurzform. Von "Quoten im Promiillebereich" kann man ja nun wirklich nicht sprechen über einen Wettbewerb, der in den vergangenen Jahren nur an wenigen Tagen ausgespielt wurde und auch da weitgehend ohne Zuschauer. Sie ist im chinesischen TT-Kosmos derzeit nur eher eine Nebenerscheinung und nicht der Mittelpunkt der chinesischen TT-Szene. ich glaube, in China muss sich der TT-Sport vorerst keine Sorgen zu machen. Man hat dort viele Entwicklungen früh erkannt und hat entgegengesteuert.
Was Japan betrifft, so ist das erhöhte Interesse an der Damenszene vor allem mit der Stärke und der Ausstrahlung der japanischen Spitzenspielerinnen begründet. Mit der Popularität einer Mima Ito, Miu Hirano und Kazumi Ishikawa können Harimoto, Niwa und Mizutani derzeit nicht mal im Ansatz mithalten. Wer an Japans Tischen momentan das Sagen hat, konnte man auch wunderbar bei den Mixed-Olympiasiegern Ito/Mizutani sehen, Da hat nicht der erfahrene 30jährige die Kommandos vorgegeben, sondern die junge 20jährige.
Längere Ballwechsel wird's nicht geben und ich denke, sie würden auch nichts ändern.
Solange die Protagonisten in Europa weitgehend unsichtbar bleiben, wird sich nichts ändern. Hier muss man ansetzen. In Japan begegnet Dir Mima Ito fast an jeder Straßenecke irgendwo auf Werbeplakaten. In China will jedes junge Mädchen so wie Ding Ning oder Chen Meng werden. Du brauchst diese Vorbilder, um eine Sportart zu pushen. Und da ist Europa beim TT eben ein weisser Fleck.