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AW: Benehmen der Nachwuchsspieler
Bravo - endlich mal wieder ein Thema, bei dem kontrovers, sogar emotional, aber auch gut diskutiert wird! Um Emotionen geht's ja auch hier und, wie man sieht: Qualität nicht ausgeschlossen.
Wer mit Leidenschaft Sport treibt, hat Emotionen - er muss sie auch irgendwann mal rauslassen. Die Frage ist halt, in welcher Form. Ob das nun eine "Charakter-Geschichte" ist oder etwas "Anerzogenes", spielt, lieber Dieter, lieber Paul, nach meinem Dafürhalten erstmal nicht die entscheidende Rolle. Das Ergebnis ist wichtig.
Handelt es ich um ein sich "Selbst-nach-vorne-pushen", bei dem man auch die Zuschauer (Fans, Öffentlichkeit) mitnimmt, sich also selbst "aufbaut"? Oder geht es darum, seinen Sportfreund gegenüber, auch Gegner genannt, niederzubrüllen, aus der Konzentration/dem Konzept zu bringen, eben mit zur Schau gestellten übertriebenen Aggressionen (markerschütternde Schreie, "die Faust") sich einen Vorteil zu verschaffen?
Bei dem Verhalten einiger "junger Wilder" in Altdorf und gestern in Hilpoltstein ging es allem Anschein nach um Letzteres. Und das führt eben in den Bereich der Unsportlichkeit (selbst wenn es auch da eine gewisse Grauzone gibt). Und da geht es natürlich wieder um die Außenwirkung unseres Sports, auf die alle Verantwortlichen - Sportler, Schiedsrichter und Funktionäre - ein Augenmerk haben müssen.
Wenn ein solches aggressives "Schau-Verhalten" von offiziellen BTTV-Trainern "gelehrt" würde, müsste der verantwortliche Fachbereich eingreifen und das unterbinden. Wenn es von den Sportlern selbst käme (oder deren privatem Umfeld), müsste mE zumindest bei den Kaderspielern der Verband mäßigend wirken. In jedem Fall sollte mit Kaderspielern über einen "Verhaltenskodex" diskutiert werden.
Im nächsten bayern tischtennis erscheint übrigens ein Interview mit Schiedsrichter-Lehrwart Joachim Car, das nach dem bayerischen Ranglistenturnier in Altdorf, aber vor dem Würzburger Gastspiel in Hilpoltstein geführt wurde.
Persönliche Anmerkung zum Schluss: Ich hatte den Eindruck, dass dem Coach/Trainer der Würzburger Bundesliga-Reserve, Cornel Borsos, einem zweifelsfrei untadeligen Sportsmann, das Gehabe einiger "seiner" Spieler in Hilpoltstein eher peinlich war. Jedenfalls hat er augenscheinlich nichts zur Aggressivität in diesem sportlich ja begeisterndem Match beigetragen. Man muss auch sagen: Nicht alle Würzburger haben übertrieben, aber die Provokationen, mit denen man ja auch Gegenreaktionen beim Gegner und beim Publikum hervorruft, waren - leider - sehr häufig. Deshalb ist das Spiel, vor allem am Schluss, ja fast eskaliert. Ein Wort noch zum Publikum in Hip: Es war bis kurz vor der Endphase absolut fair. Bei einem Netzroller oder Kantenball gab es für niemaden Beifall - höchstens mal ein "Gestöhne".
Geändert von Bernd Beringer (10.10.2004 um 22:56 Uhr)
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