Hi,
ich hab den MX-D, sowohl auf der VH als auch auf der RH auf verschiedenen Hölzern gespielt (ALC, Jorgic JC, Cedric, Illusion Killer usw.) und empfinde dass das Spiel mit dem MX-D wesentlich mehr Spin/Schnitt hat, wenn ich es mit einem MX-P vergleiche. Der MX-P ist aber bei leichteren Bällen deutlich einfacher zu spielen, da der Katapult, der etwa beim Gegentopsin oder flacheren/effetreicheren Bällen auf einmal herauskommt, diese Situationen mehr unterstützt; das Spiel ist zwar beim MX-P leerer und katapultiger, aber da das so ist, habe ich bei mir den Eindruck, sinkt auch die Anzahl an "unforced erros", während ich beim MX-D mich etwas blenden lasse, von dem von dir auch beschriebenen Gefühl, dass er sich eben nicht wie über 50 Grad gibt, was ich oft beim Spielen vergesse und dann einfach zu locker spiele. Beim MX-S ist das durch die Gesamthärte viel präsenter -da weiß man: man hat immer Körperspannung zu halten, Handgelenk einzusetzen, mit der Schnittrichtung beim Flip und Rückschlag mitzugehen usw. Der MX-D hat meines Erachtens nach auch eine flachere Kurve als der MX-P. Der MX-S dürfte vlt. sogar eine noch flachere haben, aber ein weicheres Obergummi und einen härteren Schwamm. Mit dem MX-S auf der Vorhand habe ich das sicherste Gefühl beim Gegentospin am Tisch (aus der weiteren Halbdistanz hat der MX-P wiederum durch den Katapult Vorteile). Mit dem MX-S kann man am brutalsten oder vollsten durch den Ball gehen -wie ein Strich von oben nach unten, aber auch wenn man tief steht und nicht nur den Spin ausgleichen, sondern noch mehr Topspin zurück geben. Das geht mit dem MX-D sicher auch schon etwas besser, wie mit dem MX-P, jedoch gibt es da meines Erachtens schon Abstriche oder jedenfalls Anpassungen. Mit dem MX-P kann man den Ball von oben nach unten besser durchschlagen, wenn die Bälle aber tief sind, dann fehlt einfach die Sicherheit bzw. steigt die Fehlerquote, möchte man die auch mit höherem oder gar ausgereitzem Potential beantworten; zudem ist die Griffigkeit auch geringer. Der Vorteil des MX-P ist aber, wie ich finde, die höhere Gutmütigkeit. Zum Bsp. beim Rh-Flip. Da finde ich den MX-P denjenigen mit dem man sehr einfach jeden Ball flippen kann. Das geht mit dem MX-D aber auch sehr gut, wenn nicht sogar noch besser. Der MX-D hat zudem überhaupt die besseren Rückschläge. Aber bei vielen hohen sog "einfachen Bällen", gerade aus dem Lauf mache ich mehr einfache Fehler. Mit dem MX-P kann ich die locker nach vorne Durchziehen, beim MX-D macht sich dann aber doch bemerkbar, dass der Belag eben doch weniger fehlerverzeihend ist und bloßes reinhauen -ohne gutes timing, optimales Stehen zum Ball, Anspannung usw. -nicht so einfach von der Hand geht wie mit einem MX-P. Selbst beim MX-S habe ich nicht so viele Fehler gemacht, was diese Bälle angeht. Der MX-S ist mir für die Rh zu hart, das merke ich vor allem beim Flip und wenn ich konstant mit der Rh mehere Topspins spielen möchte; meistens gehen ein oder zwei gute und sehr schnelle, aber es ist nie so, dass man das Gefühl hat: ich könnte jeden Ball easy nachziehen und noch 10 Rh-Topspins, egal wohin der Ball geblockt oder gegengezogen wird, spielen, vor allem bei Tempovariantionen und viel Druck, denn eine saubere Bewegung oder zwei gehen schon -drei, vier hintereinander doch schon (wenn sie nicht auf den gleichen Punkt oder halbwegs in Reichweite kommen) seltener; dazu fehlt mir einfach die Konstanz/Atheltik und Stabillität. Mit dem MX-P habe ich das schon eher.
Der K3 hingegen verleiht einem einerseits das Gefühl des MX-S -also voll durch die Bälle durch oder in sie rein zu gehen, aber er spielt sich dabei angenehmer. Man hat mehr den Eindruck auch mal einen Ball nur mit Unterarm aus dem Lauf reinspielen zu können, wenn es sein muss. Zudem mehr Schnitt/Spin als ein MX-P, aber dennoch viel an Energiepotential und Aufgeladenheit. Einen Rückschlag der sicher besser ist als mit dem MX-P, ich finde auch besser als mit dem MX-S; was den MX-D angeht, so hat der wohl den besten Rückschlag, vor allem agressives Stupfen, kurz unter den Ball mit viel Unterschnitt gehen sehr gut, aber der K3 kann sicher mit dem MX-D mithalten, aber hat eine noch längere Ballkontaktzeit (wegen der höheren Griffigkeit), bei diesen Bällen, die er aber beim Topsin und härter getroffenen Schlägen wieder ein Stück ablegt; er hat vlt. noch mehr Gänge, wenn man so möchte, zudem bietet das Obergummi auch sehr hohen Spin, wenn nicht sogar noch mehr, aber es ist, das jedenfalls mein Eindruck, zudem nicht so spinanfällig und vlt. noch einen Tick kontrollierter. Man kann den Ball noch mehr greifen und er dringt auch etwas tiefer in den Belag ein.
Der K3 ist langsamer, verglichen mit den MX-S/D und P. Allerdings kommt es auf die Bälle an. Ich hab lange ein recht schweres ALC gespielt, beklebt mit beiden Seiten MX-P. Kamen schnelle, lange Aufschläge konnte ich den ersten Ball selten brutal und noch mit guter Trefferquote durchladen. Sondern die große Stärke mit dem MX-P war, dass man den ersten auf den Tisch spielen konnte und beim darauf folgenden Block dann noch mehr Power beim zweiten Ball nachgeben konnte und spätestens der dritte Ball schlägt dann ein bzw. hatte man immer den Eindruck: ich kann da einfach, so lange ich noch an den Ball komme, keine Fehler machen und nachziehen wie ich möchte. Der erste Ball hatte aber immer etwas an Qualität vermissen lassen; vlt auch weil das Holz zu schwer war und ich den MX-P ohne Tuning gespielt habe usw. Beim K3 hingegen, der obwohl oder gerade vielleicht wegen seiner höheren Kontrolle oder weil er etwas langsamer ist, kann ich den ersten Ball viel härter spielen und die zweiten immer noch sehr hart, schnell oder spinning, je nach Belieben. Wobei man sich schon etwas mit der Steuerung umstellen muss. Wenn die dritten Bälle ganz leer sind und halbhoch liegen, dann bin ich beispielsweise bisher verleitet, noch eine ähnliche Bewegung wie beim MX-P zu machen, das ist aber nur eine Frage der Gewöhnung. Die Topspins mit dem K3 haben m.E. auch mehr Tempo das vom Spin der Oberfläche kommt und den Ball nach vorne zieht, während es beim MX-P eher der Katapult des Schwammes war, der den Ball nach vorne "explodieren" lässt. Was den MX-D angeht, so kommt er mir mittlerweile auch härter und eigenwilliger vor. Ich spiele ihn nur noch auf der Rh, überlege da aber zurück zum MX-P zu gehen. Der MX-D hat dort zwar einen bessere RH-Flip, greift den Ball gut und die Stupfbälle haben bessere Qualität/mehr Spin, allerdings finde ich den Schlägerwinkel für den RH-Topspin bzw. die Gewöhnung an die richtige Bewegung bisher recht schwierig. Wenn man immer voll durchzieht ist das kein Problem, aber wenn man das Tempo rausnehmen möchte, mal etwas leichter und mit mehr Spin oder grader nach vorne oder von oben nach unten, weiß man nie so genau, was der Belag macht. Der MX-P scheint mir berechenbarer (vlt ist es aber auch der Zeit geschuldet, da ich den schon ewig spiele), weil er einfach ein hohes Grundtempo durch den Katapult hat und ich den Rh-Topspin und Flip wesentlich angenehmer und sicherer, plus schnell genug empfinde. Manchmal war der MX-P vlt. etwas leer bzw. kam mir nicht so giftig vor wie ein Aurus oder Rasanter Obergummi, da die möglicherweise wesentlich straffer sind. Das MX-S Obergummi empfand ich bisher für den RH-Flip zu schnittempfindlich, wenn man nicht sehr mit dem Schnitt mitgeht/Schlägerwinkel justiert. Rh Eröffnungstopsins fand ich hingegen gut, weil man da mit dem Körper und warten/fallen lassen/Ball länger führen noch genug machen kann. Auch hart mit dem MX-S mit der RH durchziehen empfinde ich - im Vergleich zum MX-D - berechenbarer und sicherer. Ich will aber keinesfalls damit sagen, dass der MX-D dort schlecht wäre oder das nicht damit geht. Ich weiß nur nicht genau wie. Bei Jorgic meine ich zu sehen, dass er relativ "flache Bewegungen" nach vorne und kaum mit dem Arm nach oben geht oder die Bälle von unten nach oben spielt; wenn dann nur mit dem Handgelenk. Meine Bewegung ist da womöglich seitlicher und mehr nach oben; das könnte ein Grund sein, warum ich bisher den MX-D noch etwas rätselhaft empfinde. Ich rede da aber auch eher von Spielen. Nicht beim Einspielen gegen Gegner die man kennt, sondern anderer Ball, andere Halle, anderer Boden...da mache ich mit dem MX-D zwar halbwegs gut auf, aber wenn der zweite nochmal in die Rückhand kommt und ich nachziehen muss, fühle ich mich da einfach unsicher und spiele dann oft auch nur rein, während ich vom MX-P gewohnt bin, da einfach mit Tempo nachzugehen. Auch beim Gegentopspin aus der Halbdistanz mit RH und VH kommt mir der MX-P schlicht leichter zu spielen vor. Man kann einfach mal dagegen spielen ohne groß nachzudenken, aber beim MX-D achte ich meistens exakt darauf, dass ich ja nichts falsch mache und das stört mich doch etwas. Beim K3, den ich nur auf der VH spiele, habe ich auch etwas mehr diese "Leichtigkeit", abgesehen vom beschriebenen dritten Ball, wo ich noch meine alte Bewegung mache, aber vor allem beim Gegentopspin, Eröffnungstopsin oder auch Block, macht mir das bisher einfach mehr Spaß. Außer ich finde noch heraus, wie der MX-D "richtig" funktioniert. Aber den K3 spiele ich ein paar Tage und hab den Eindruck, ich kenne den Belag schon gut. Das ist beim MX-D, den ich wesentlich länger spiele, nicht der Fall.
Zitat:
Zitat von Ballonverteidiger
@Magick_Stick:
Danke für den Erstbericht. Du schreibst, dass du sowohl K3 als auch MX-D zeitgleich auf dem selben Holz im Test hast. Du gehst in deinem Testbericht auf die Unterschiede des K3 zum MX-S und auch MX-P ein, und führst dort im Vergleich deren mittlerweile mehrfach dokumentierte "Schwächen" an. Ich spiele selbst seit etwa 4 Monaten den neuen MX-D auf meiner VH und der merzt aus meiner Sicht die Schwachstellen des MX-P und auch des MX-S aus, vereint deren Stärken und macht sich so zu einem sehr kompletten, modernen, hochgriffigen aber nicht klebrigen Top-Belag.
Mich würde interessieren, ob du vielleicht noch etwas näher im Zuge der nächsten Trainingseinheiten die Unterschiede zwischen dem K3 und dem MX-D herausarbeiten kannst? Wir wissen, dass bereits viele der Profis von Tibhar den K3 mittlerweile den Evolution-Belägen auf der VH vorziehen. Das bedeutet für mich, dass der Belag offensichtlich - zumindest auf sehr hohem Niveau - Vorteile gegenüber dem neuen MX-D besitzt. Der MX-D ist zwar nicht klebrig, aber definitiv hochgriffig. Da rutschen auch keine Bälle durch. Meine Frage ist daher, was sind konkret die Vorteile des K3 gegenüber den nicht-klebrigen Evolution-Belägen (allen voran MX-D) und gibt es auch eventuelle Nachteile die im Gegenzug in Kauf genommen werden müssen?
Was ich aus deinem Bericht klar herauslese ist, dass der K3 vor allem was das Spinpotential und die Kontrolle betrifft Vorteile hat. Du schreibst der K3 hat Ähnlichkeiten zum Aurus (Prime), den ich auch schon gespielt habe. Das bedeutet, dass 1) der Ballabsprung des K3 ähnlich des Prime ist und somit höher ist als der des MX-D? Wie würdest du weiters die Unterschiede der beiden neuen Tibhar-Flaggschiffe K3 und MX-D in den Bereichen 2) Tempo/Dynamik-Entwicklung, 3) Spinpotential, 4) Spielverhalten über dem Tisch im Kurz/Kurz insbesondere bei Rückschlägen, 5) passives Blockspiel, 6) Gegenspin am Tisch und Gegenspin aus der Halbdistanz, 7) Gesamt-Spielgefühl bewerten? Wo haben die beiden Beläge aus deiner Sicht ihre Vor- und eventuell auch Nachteile gegenüber dem jeweils anderen?
Der MX-D spielt sich gefühlt weicher als die nominell angegebenen 50-52°. Deinem Bericht zufolge hat auch der K3 ein spürbar weicheres Spielgefühl, als die nominelle Härte von 53° vermuten lässt. Das würde für mich bedeuten, dass der K3 ebenso wie der MX-D für eine durchaus breitere Auswahl an Spielern auch im ambitionierten Nicht-Profibereich gut spielbar sein könnte? Ich vermute der K3 wird aufgrund der nominellen Härte und der Tatsache, dass harte, klebrige Beläge dieser Kategorie (auch im Profibereich) vorwiegend für die VH in Frage kommen.
Der MX-D ist aus meiner Sicht ein ziemlich kompletter Belag, mit nachvollziehbarer Dynamikentwicklung, gut spielbar in allen Spielsituationen und für mich ohne nennenswerte Schwächen. Definitiv ist der MX-D aber in Bereichen wie Spinentwicklung oder maximales Tempo nicht am Ende der Skala angesiedelt. In den jeweiligen Einzelbereichen gibt es bestimmt Beläge, die ihn dort übertreffen. Aber bei einem guten Belag ist aus meiner Sicht eben auch entscheidend, wie die Gesamtabstimmung ausfällt und ob auch alle Schläge im Aktiv- und Passivspiel mit guter Qualität spielbar sind ohne dabei auf ein "angenehmes" Spielgefühl und entsprechende Kontrolle verzichten zu müssen. Ich spiele aktuell mit MX-D auf der Vorhand und Victas Ventus Extra auf der RH. Beide aus meiner Sicht gesamtheitlich sehr gut abgestimmte Top-Beläge.
Ich werde aufgrund hoher Zufriedenheit mit dem aktuellen Material den K3 vor allem während der laufenden Spielzeit nicht testen und warte auf weitere Testeindrücke, wenn dann der Belag auch breit verfügbar ist. Werde hier weiter mitlesen und bedanke mich vorab, wenn jemand die Fragen und Vergleiche insbesondere zum MX-D für mich ziehen kann.
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