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Alt 12.10.2004, 13:36
Lukas K. Lukas K. ist offline
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AW: Benehmen der Nachwuchsspieler

@Markus
ich hoffe ich habe tatsächlich die gleiche Untersuchung gelesen, vielleicht aber auch nicht.Ich glaube in der Untersuchung ging es darum wie sich Leistungssport auf den Beruf auswirkt und nicht darum wie sich allgemeine Persönlichkeitsmerkmale (im übrigen ist Ausgeglichenheit nicht gleich Introvertiertheit und das Gegenteil von Extrovertiertheit ist nicht Ausgeglichenheit) auf den Sport auswirken. Es ist logisch, dass jemand der neben dem Beruf eine Tätigkeit ausübt in der er seinen Emotionen relativ freien Lauf lassen kann, ausgeglichener ist als jemand der keine Hobbys neben seinem Beruf hat und nach Feierabend alles in sich "reinfrißt". Zudem lernt man im Leistungssport mit Streßsituationen umzugehen, was sich sicher auch positiv auf den Rest des Lebens auswirkt.

Es ist aus Untersuchungen ebenfalls bekannt, dass Sportler die introvertiert sind (was nicht automatisch ausgeglichen heißt), zwar sehr selten aber öfters als extrovertierte Sportler, komplett ausrasten und zwar dann, wenn sie übermäßig provoziert werden. Ein Beispiel dafür ist Zinedine Zidane, der sich selbst als äußerst introvertiert beschreibt und, so weit man das aus der ferne beurteilen kann dies auch ist, jedoch in seiner Karriere bereits zwei sehr lange Spielsperren wegen Faustschlag gegen einen Gegner abgesessen hat. Dies waren keine versteckte Tätlichkeiten oder kleinen Nicklichkeiten.
Es ist sicherlich richtig was du schreibst. Die Untersuchungen in der Sportpsychologie haben jedoch häufig einen sehr beschränkten Gültigkeitsbereich und über diesen sollte man ebenfalls nachdenken.

@all
Ich sehe auch einen sehr großen Unterschied zwischen dem Verhalten von Weltklassespielern und dem hier angesprochenen Verhalten. Wenn man sich beispielsweise das sehr emotional geführte Olympiafinale Herren anschaut, so stellt man fest, dass ebenfalls oft die Faust gemacht und sehr viel Tscho geschrien wurde. Die Sportler jubelten jedoch eindeutig für sich und nicht um den Gegner zu beeindrucken, rauszubringen, oder etwas ähnliches. Dies sieht man daran, dass sie sich beim Faustmachen meist vom Tisch abdrehten oder dem Gegner gar nicht in die Augen schauten. Zu dem stand die Lautstärke und der Jubel auch im vernünftigen Verhältnis zum vorangegangenen Ballwechsel. Kantenbälle oder Netzroller wurden definitiv nicht mit irgendeinem Gebrüll bejubelt. So stelle ich mir Emotionen im Tischtennis vor. Eigene Emotionen ja, aber mit Respekt für die Persönlichkeit des Gegners.

Über lautes jubeln als Tischschiedsrichter brauchen wir hier glaube ich nicht zu diskutieren, das ist indiskutables Verhalten. Dies hängt jedoch nicht unbedingt mit dem Verhalten beim Spielen zusammen und wird sicherlich von keinem Trainer der Welt gefordert oder gelehrt.
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Gruss Lukas

Die beste Art die Zukunft vorherzusagen, ist, sie selbst zu gestalten. (Alan Kay)

Geändert von Lukas K. (12.10.2004 um 13:40 Uhr)
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