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Zitat von Snape
Gleiches bei annähernd senkrecht. Der SR muss nicht messen (wäre mangels Winkelvorgabe auch sinnfrei), mit welchem Winkel der Ballwurf erfolgte, das kann man auch so erkennen, ob er eher annähernd senkrecht oder schräg zur Seite bzw. nach hinten erfolgte. Für Grenzfälle siehe unten.
Wie ist es bei Kantenbällen? Kannst Du Deinem Einwand entsprechend auch nicht beurteilen.
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Ich habe doch nur geschildert, warum es mir schwerfällt, die Aufschlagsregeln zu bewerten. Ich habe auch gesagt, es fällt mir schwer, nicht, dass es mir nicht möglich ist. Bei Kantenbällen habe ich zumindest Indizien, mit denen ich meine Entscheidung begründen kann. Beim Ballwurf ist das anders. Hier muss ich entscheiden, was nahezu gerade ist und was eben nicht. Ich habe aber keinerlei Anhaltspunkte, warum das für mich so ist. Ich setze da quasi selber eine Grenze. Deshalb wird es, wenn ich mich hierauf berufe immer Diskussionen geben, weil es eben zurecht andere Leute anders sehen können.
Die Regel, dass der Aufschläger verantwortlich ist, gibt es und würde mir immer rechtens die Möglichkeit geben einen Aufschlag abzuzählen. Aber sie widerspricht eben einer Norm, die im alltäglichen Leben gibt und den meisten Menschen auch beigebracht wird: "Im Zweifel für den Angeklagten." Deshalb ist es psychologisch betrachtet nur logisch, dass Schiedsrichter zögern es durchzusetzen.
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Zitat von Snape
Natürlich, rein logisch und aus der bisherigen Praxis betrachtet ist es jedoch das wahrscheinlichste Szenario.
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Richtig. Normalerweise führt eine geringere Sanktion zu mehr Verstößen. Allerdings nur wenn die Sanktion konsequent durchgesetzt wird, was sie hier nicht wird, auch wegen der hohen Sanktion meiner Meinung nach. Wie beschrieben, kann ich als Schiedsrichter nicht immer eindeutig und diskussionsfrei (bsp. Wurfwinkel) sagen ein Aufschlag wäre falsch, wodurch es mir schwerfällt eine harte, evtl. spielentscheidende, Entscheidung zu treffen. Da hilft es mir nicht, dass ich mich auf einen Absatz berufen kann, der einem der Grundsätze eines Rechtsstaates, in welchen die Schiedsrichter leben, widerspricht.
Das Ganze ist ein psychologischer Konflikt, welcher evtl. eben entschärft werden könnte.
Ich habe zumindest lieber eine sanftere Sanktion, die dann auch durchgesetzt wird, als eine harte Sanktion, die quasi nie angewendet wird.
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Zitat von Snape
... nur in wenigen Fällen nehmen die Spieler die Entscheidung hin.
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Das ist ein allgemeines Problem leider. Dieses Problem haben andere Sportarten aber leider auch. Beim Fußball und Tennis wird ja auch regelmäßig diskutiert.
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Zitat von Snape
Ich habe dazu keine Zahlen und Statistiken erhoben. Ich kenne nur einen einzigen Fall, in dem ein Aufschlag zu unrecht reklamiert wurde, bei einem internationalen Turnier mit Hawkeye.
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Weshalb wurde denn dieser Aufschlag abgezählt bzw. warum war es deiner Meinung nach zu Unrecht?
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Zitat von Snape
Was ist ein gestoßener Aufschlag? Rollaufschlag?
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So wie Pär Gerell zum Beispiel aufschlägt. Das bezeichne ich als Stoßaufschlag. (Und ja mir ist bewusst, dass Gerell ein gutes Beispiel dafür ist, wie man den Aufschlag evtl. falsch macht)
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Zitat von Snape
Tomahawk kann wegen des Ballwurfs problematisch sein. Entweder nicht hoch genug oder zu schräg.
Bist Du sicher, dass die reklamierten Aufschläge tatsächlich korrekt sind? Normale Spieler, ungeprüfte Schiedsrichter können das idR nicht wirklich beurteilen, weil ihnen nicht alle Kriterien bekannt sind und sie sich oftmals auch in einer Position befinden, aus der man das nicht gut beurteilen kann.
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Ja ich bin mir sicher. Ich kenne die Aufschlagregeln und hätte diese dir, wenn du mich irgendwas nachts geweckt hättest auch aufsagen können. Ich bin einer der wenigen Spieler, der sich die Tischtennisregeln wirklich mal durchgelesen hat und auch zum Beispiel die WO. Auch kenne ich sogar das Schaubild der ITTF, das es zumindest mal gab, welches helfen sollte zu beurteilen, wann ein Aufschlag nahezu gerade hochgeworfen wurde und wann nicht.
Und beim Tomahawk Aufschlag habe ich schon öfters gesehen, dass sich Spieler beschwert haben, obwohl die Aufschlagregeln eingehalten wurde. Sie konnten den Aufschlag schlicht nicht lesen und haben sich deshalb beschwert. Dass Spieler sich gerade bei den von mir genannten Aufschlagstypen beschweren, liegt wohl daran, dass diese oft falsch ausgeführt werden. Wie du gesagt hattest: Oft sind Wurfhöhe oder -winkel kritisch.
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Zitat von Snape
Sorry, Du bist zu sehr auf Linie der Täter und willst ihnen auch noch den roten Teppich ausbreiten. Das ist kontraproduktiv.
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Ich bin keinesfalls auf Seiten von Spielern, die irregulär aufschlagen. Ich schildere nur meine Meinung, warum die Aufschlagsregel nicht öfter durchgesetzt wird.
Ich bin sogar dafür, dass hier mehr getan wird. Nur habe ich eben einen anderen Ansatz als du. Ich habe ein Verständnis, warum bisher so gehandelt wird wie es wird, weshalb ich der Meinung bin, dass ein anderer Ansatz vielleicht zielführend sein könnte.
Aber wenn du eben keine Probleme hast, so knallhart deine Meinung und die Regel durchzusetzen, dann ab mit dir auf den Schiedsrichtertisch

Ich kann das zumindest nicht, weil ich zum Beispiel die Diskussionen nicht abkönnte, die kommen würden, wenn ich bei einem großen Turnier konsequent einem Spieler den Aufschlag reklamiere/"abzähle". So wäre ich nicht gern die Schiedsrichterin gewesen, die Ding Ning(glaube ich) gegen Li Xiaoxia den Aufschlag "abgezählt" hatte, angesichts der Diskussionen hier im Forum, ob diese Entscheidung richtig war oder nicht.
Ich bin deswegen froh, dass ich nur Schiedsrichter in den Spielen meiner Mannschaft machen muss in einer Amateurliga, in welchen der Aufschlag nur selten zum Thema wird.