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Alt 02.12.2021, 17:07
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AW: Einfluss der (Sport-)Politik in China aufs Tischtennis und andere Sportarten

Zitat:
Zitat von Noppenzar Beitrag anzeigen
Ansonsten sollten wir mit unserer Moral erstmal vor der eigenen Haustür kehren. Es ist immer leicht mit dem Finger auf andere Staaten zu zeigen.
Genau das ist ein Satz, der mir aus der Seele spricht.

Nicht etwa, weil ich nicht genauso große Probleme mit Verletzung von Menschenrechten hätte, wie hoffentlich wir hier alle. Und zwar überall und jederzeit.

Aber ich habe auch ein großes Problem mit moralischen Überhöhungen über Andere. Und diese Eigenschaft ist in unserer doch immer so schön als "freiheitlich-demokratischen Grundordnungs-Kultur" bezeichneten gefühlten Wohlfühl-Oase leider extrem ausgeprägt.

Ich halte dieses generelle Thema, dass Du hier aufgmeacht hast, Appelgrenfan, für sehr interessant und diskussionswürdig. Auch Deinen obigen Satz,
"
Zusammenarbeit zwischen Menschen und Institutionen verschiedener Länder ist wichtig, um miteinander ins Gespräch zu kommen und Verständnis füreinander entwickeln zu können. Sport ist eine wunderbare Möglichkeit dafür."

...finde ich sehr gut.

Aber dieses Thematik auf "China" in Deiner Überschrift zu begrenzen, finde ich dann doch schon sehr tendenziös, weil sie von vornherein wieder eine moralische Überlegenheit unserer westlichen Welt zu den Kulturformen in Asien bzw. China impliziert, was wiederum für mich ein "Mit dem Finger auf Andere zeigen" ist......

Wie Noppenzar es schon sehr treffend ausgedrückt hat, sollten wir hier in Europa oder auch Nordamerika bei vielen Dingen erst mal vor unserer eigenen Tür kehren, bevor man Andere kritisiert und sich über sie erhebt...

Das gilt natürlich nicht für solche Fälle wie den Fall "Shuai Peng", bei dem man in China gut daran tun würde, etwas zur Aufklärung beizutragen, aber was die Einflussnahem auf den Sport im Allgemeinen betrifft, so läuft in unseren Teilen der Welt gerade auch im Sport ebenfalls ganz, ganz viel in eine falsche Richtung, was zu hinterfragen und zu kritisieren wäre. Wir befinden uns da in keiner Weise in einer wertigeren moralischen Position.

Und was den Vertrag der WTT mit China betrifft, Appelgrenfan, so würde ich mit Dir wetten, dass nach spätestens einer gewissen Zeit dieser sehr wohl erfüllt werden wird, weil im Endeffekt da Leute am Werk sind, die auf das Geld nicht verzichten werden. Was jetzt verkündet wurde, ist zumindest kurzfristig nichts anderes als Symbolpolitik.

Wie weit es mit unserer immer so beschwörten "freiheitlich-demokratischen-Grundordnung" her ist, sehen wir doch gerade, dass wir neben Österreich als erstes demokratisches Land der Welt die Impflicht einführen wollen, weil Leute sich nicht am Gemeinwohl beteiligen und sich niht impfen wollen und gleichzeitig 50000 im Stadion in Köln oder im Karneval auf die Maskenpflicht pfeifen.

China hat keine Impfpflicht.......Ihre Impfquote ist etwa identisch mit der Unsrigen......Aber die Leute passen aufeinander auf, tragen Mundschutz und ziehen schon eine Maske über, wenn sie einen Schnupfen haben......Zumindest hier scheinen sie uns moralisch deutlich überlegen zu sein.......

Aber das ist wieder ein anderes Thema

Einflussnahme im Sport gibt es leider überall, in Amerika genauso wie in Asien genauso wie in Europa....Das ist leider so......

Und ein Fall wie Peng Shuai muss geklärt werden, und zwar nicht so, wie dies unser werter IOC-Präsident getan hat.......Aber wir sollten uns nicht für die "Besseren" halten, die über andere zu urteilen haben, in welchem Bereich auch immer

Im Tischtennis handelt der chinesische Tischtennisverband autonom, so wie ich das beurteilen kann. Mir ist keine Einflussnahme politischer Art in der jüngeren bis mittleren Vergangenheit bekannt. .......Und auch die Annahme, dass die chinesische Politik über Erfolg im Sport ihr Gewicht und ihre Einflussnahme erhöhen will, ist da nicht realistisch, denn dafür haben sie ganz andere Mittel.......Das wird hier gnadenlos überschätzt, ,........das war in der DDR ein Thema. weil die damals nichts anderes hatten

Tischtennis ist global doch viel zu unbedeutend, dass da 5 chinesische Goldmedaillen in einem politischen Kontext viel bedeuten könnten. Das zählt auch für Olympia. Für die Chinesen war es wichtig, damals 2008 im eigenen Land die meisten Medaillen zu gewinnen. Danach war das keine Maxime mehr.

Ich möchte hier mal folgendes behaupten......Wenn China es WIRKLICH darauf anlegen würde und das alles politisch forcieren würde, dann würden sie sich nicht mit 38 oder 39 Goldmedaillen mit den USA Platz 1 des Medaillenspiegels teilen, sondern sie würden 60-70 mal Gold gewinnen können bei den Ressourcen, die sie haben...

Nebenbei bemerkt.......Es gibt in der Tat einen Medaillenspiegel, den sie um Lichtjahre mit fast 100 Goldmedaillen anführen, mit mehr als doppelt so viel wie der zweitplatzierte. .....Und das ist jener Medaillenspiegel, mit dem man nicht wirklich Geschäfte machen kann und mit dem man auch keine große Publicity in der Welt erreichen kann.......

Welcher das Ist ?.......

Das ist der Medailenspiegel der Paralympics

Warum das so ist ?

Weil in China für diese Menschen im Sport einfach viel mehr getan wird.

Bei uns gibt es da meistens nur Lippenbekenntnisse, und das auch nur alle 4 Jahre.......

Geändert von Wolf11 (02.12.2021 um 17:09 Uhr)
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