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Alt 07.12.2021, 16:22
Niklas01 Niklas01 ist offline
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AW: WTT Cup Finals 2021 (04.12 - 07.12.2021, Singapur, SGP)

Chinese Powerhouse!

Fan Zhendong vereint so viel in sich, Ballgefühl, Platzierung und ein Kraftpaket wie kaum ein anderer Profi.

Wer von chinesischen TT-Robotern spricht, sieht keine Videos. Fan Zhendong und vor allem Ma Long und Xu Xin verfügen über so viel Feeling und Spielwitz, da muss man mit der Zunge schnalzen. Zum Beispiel die Chopblocks von Ma Long oder bei Xu Xin einfach alles, bei dem findet man in jedem Spiel mindestens einen Ballwechsel für ein All-time-best-of Video.

Die chinesischen Damen haben natürlich die totale Dominanz, die konnten den Großangriff Japans abwehren.

Bei den chinesischen Herren sieht das anders aus. Nach dem internationalen Rückzug von Ma Long und Xu Xin haben sie nur noch Fan Zhendong, der praktisch unschlagbar ist. Von den nachfolgenden Chinesen muss das erstmal einer unter Beweis stellen, dass er einigermaßen das Niveau und vor allem die konstante Dominanz von Ma Long und Fan Zhendong erreichen kann. Wahrscheinlich wäre aber mal wieder ein neues Supertalent im Bereich U15 oder U18 nötig, ein neuer Fan Zhendong, denn der aktuellen Generation Chinas bei den Herren im Alter von U20 bis U30 traue ich nur zu, die Stärke von Yan An und Fang Bo zu erreichen, was für chinesische Verhältnisse nicht mehr als Ergänzungsspieler sind und es ist muss erst noch bewiesen werden, dass da einer dabei ist, der wenigstens das Level von Xu Xin erreichen kann. Das bedeutet aber, dass kein Ma Long oder Fan Zhendong Nachfolger dabei ist.

Den Umbruch hat China bei den Damen geschafft und man konnte es sich leisten auf Ding Ning und Liu Shiwen zu verzichten und könnte sogar auf die Olympiasiegerin Chen Meng verzichten. Aber bei den Herren sieht das momentan nicht gut aus. Mit Ma Long, Xu Xin und Fan Zhendong wären sie weiterhin unschlagbar, aber nur mit Fan Zhendong wird es schwer. Lin Gaoyuan und Liang Jingkun sind zu anfällig. Einzig Wang Chuqin könnte zum Führungsspieler aufsteigen. Andere chinesische Herren haben sich bei mir bis jetzt nicht in den Fokus gespielt und haben maximal bei einem Turnier überzeugt.

Spieler wie Quadri Aruna und Hugo Calderano können immer mal bei einem Turnier überraschen und einen chinesischen Ergänzungsspieler besiegen. Mit ihrem Spielsystem, oft weit hinter dem Tisch, sind sie aber nicht in der Lage Titel auf Weltebene zu gewinnen (WM, Olympia), sondern werden je nach Auslosung im Achtelfinale, Viertelfinale oder bestenfalls im Halbfinale gestoppt werden. Nur bei besonders außergewöhnlichen Auslosungen, Setzungen und Turnierverläufen kann es passieren, dass Spieler auf diesem Level oder Spieler wie Mattias Falck oder Truls Möregard in ein WM-Finale einziehen können.

Tomokazu Harimotos Stern hat früh gestrahlt, ist aber auch früh verglüht. Ein Weltklassespieler, TOP10, teilweise auch TOP5, aber wie bei den japanischen Damen hat auch er nicht beim lange geplanten Olympia-Tokio-Großangriff von Japan auf China die Erwartungen erfüllen können. Er und Lin Yun-Ju sind nach wie vor die größten Herausforderer Chinas, aber beide sind doch zu weit entfernt, um die chinesischen Ausnahmespieler Ma Long und Fan Zhendong bei WM und Olympia gefährden zu können. Beide sind maximal auf dem Level von Chinas Ergänzungsspielern, was so lange kein Problem ist, so lange Fan Zhendong spielt und der ist - auch wenn er erfahrungsmäßig schon ein alter Hase ist - gerade einmal 24 Jahre alt und wird die Welt noch das gesamte Jahrzehnt lang dominieren können, so dass China auch noch 5-10 Jahre Zeit hat, den nächsten Superstar zu entwickeln.

Als Fazit des WTT Cup Finals kann man ziehen, dass bei Chinas Damen erstmal mindestens fünf Titelanwärterinnen kommen, bevor eine andere Asiatin wie Doo Hoi Kem, Feng Tianwei oder Japanerinnen kommen, aber dass bei den Herren kein Weg an Fan Zhendong vorbei führt. Nur Ma Long könnte ihn aufhalten, aber vielleicht jetzt nach der internationalen Pause auch das nicht mehr.
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