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Alt 10.12.2021, 14:02
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AW: Einfluss der (Sport-)Politik in China aufs Tischtennis und andere Sportarten

Lieber Wolf,

Ich kann deine Sympathie für das chinesische Land und die Kultur nachvollziehen, denn die teile ich zu 100% und ich war selber schon dort. Fast alle Chinesen fand ich sehr, sehr angenehm und hatte ebenfalls nicht den Eindruck, dass die Menschen dort unglücklich sind.

Trotzdem ist es notwendig, objektiv nachvollziehbare Menschenrechtsverletzungen zu benennen und zu kritisieren. Denn das Eine sind die Menschen und das Andere ist das politische System.

"Freiheit" zu subjektivieren und ernsthaft zu behaupten, dass "die Einen Freiheit so und die Anderen so" verstehen würden, ist naiv und schlicht verharmlosend. Freiheit in Europa und Freiheit in China sind mitnichten zu vergleichen. Drei Beispiele:
In Xinjiang gibt es über hunderttausende Inhaftierte meist muslimischer Angehörigkeit, die Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt sind. Vorher werden sie aufgrund belangloser Delikte festgenommen und ihren Familien entzogen und dann in Lager deportiert.
Weiteres Beispiel: In Hongkong wurden durch das im letzten Jahr eingeführte Sicherheitsgesetz unzählige friedliche Demonstrierende festgenommen, sodass sich führende Menschenrechtsorganisationen aus Hongkong zurückziehen mussten.
Zuletzt kann man noch Zhang Zhan erwähnen, die für ihre unabhängige Berichterstattung über die Corona-Pandemie in Wuhan festgenommen, gefoltert und verurteilt wurde.
Von elementaren demokratischen Grundrechten wie Wahlfreiheit, Religionsfreiheit, effektiver Rechtsschutz etc. ganz zu schweigen.

Eine fehlende Impfpflicht als Beweis für "Freiheit" in China heranzuführen - im Gegensatz zum strengen Deutschland - ist vor dem Hintergrund der unzähligen Menschenrechtsverletzungen und Toten vollkommen unangebracht.

Zu Peng Shuai: Ich hoffe sehr, dass sie sich bald wieder frei bewegen kann. Die Entscheidung der WTA halte ich für absolut richtig, ebenso die Entscheidungen der USA etc. Ich bin zuversichtlich, dass auch die Staaten der Europäischen Union einen diplomatischen Boykott eingehen.
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