Die Wertung der Saison ist ja gesichert, es finden diese Woche nur noch einzelne genehmigte Nachholspiele statt.
Ich denke, dass es sehr wohl in unterschiedlichen Verbänden unterschiedliche Regelungen geben wird, da Inzidenz und Hospitalisierungsraten sehr unterschiedlich sind. Und finde das auch sinnvoll.
Von der Inzidenz her gibt es ja Anzeichen, dass der Scheitelpunkt der 4. Welle in Hessen erreicht sein könnte. Allerdings zeichnet die Krankenhausbelegung den Inzidenzverlauf von ca. 3 Wochen zuvor nach. Insofern ist es noch möglich, dass das zu einer Hospitalisierungsrate von 6,0+ in der nahen Zukunft führen wird, was eine 2-G-Plus-Regelung zur Folge hätte. Diese gilt aber nur, bis diese dann wieder unter 6,0 sinkt (was im Falle eines Scheitelpunktes zu erwarten wäre). Hoffentlich bis zu den ersten Rückrundenspielen Ende Januar 2022 (oder die HR reißt gar nicht erst die 6,0 > die aktuelle Entwicklung kann man übrigens im täglichen
Bulletin des Sozialministeriums verfolgen).
Um gedanklich aber auch einen Schritt weiter zu denken, könnte es perspektivisch im Februar oder März 2022 auch auf eine Unterscheidung von 2-fach-Impfung und 3-fach-Impfung (Booster) hinauslaufen, da erste Studien sich sehr einig sind, dass boostern bzgl. der neuen Virusvariante einen mehr als zehnfachen Ansteckungsschutz hat.
Meine Haltung ist, dass neben dem Gesundheitsschutz auch die mentale Verfassung eine große Bedeutung für eine Gesellschaft hat. Und hier gehört auch Sport dazu. Ich finde hier den Appell von Bob Hanning
"Vieles kannst Du mit Geld retten - die Jugend nich!" sehr bedenkenswert. Gerade für die Kinder muss es weitergehen, auch wenn sie sich jetzt erst impfen können. Die Kinder sind m.E. sowieso die Gebeutelten, die ständige Testungen gerne in Kauf nehmen, wenn sie dadurch nicht wieder sozial isoliert werden und weiter in die Schule gehen dürfen. Auch die Eltern gehen auf dem Zahnfleisch. Sie sind letztendlich alle die Leidtragenden von impfunwilligen Erwachsenen, die "Freiheit" rufen und "Egoismus" meinen.
Aber auch ich finde es richtig und vertretbar, meinen Sport unter 2-G oder 1-G oder 1/2-G-Booster-Bedingungen weiter in Form von Wettkämpfen zu betreiben. Wenn es hier Verbandsvorgaben gibt, die die aktuell angemessene Landesregelungen umsetzen, Vereine darauf basierend seriöse Hygienekonzepte umsetzen und vor allem auch seriös kontrollieren, auf A-H-A-Maßnahmen (insbesondere Stoßlüftungen) gesetzt wird, dann sind Sporthallen verhältnismäßig sichere Orte. Wenn das nicht gemacht wird, dann nicht (ähnlich wie in der Gastro). In der aktuellen Lage hätte ich eher ein Problem, mich mit Ungeimpften-Ungetesteten in einer Sporthalle aufzuhalten (Ausnahme: Medizinisches Attest).
Das hat in den letzten Wochen auch recht gut geklappt. Die meisten anderen Mannschaften begrüßen es, wenn man in sicheren Rahmen weiter Sport treiben kann. Es gibt nur noch Einzelne, die sich darüber lustig machen, wenn man das ernst nimmt. Einzelne haben sich beschwert und hätten wegen Ungeimpften im Team am liebsten alle Spiele abgesetzt. Ich bin zwar ein Fan davon, alle Leute mitzunehmen, aber irgendwann ist es auch genug und dann eben auch "Persönliches Pech", wenn man sich trotz Informationslage bewusst dafür entscheidet, ein Teil einer Gruppe zu sein, der wir es durch ihr (Nicht-) Handeln zu verdanken haben, dass wir die 4. Welle in dieser Form abbekommen haben und vermutlich noch eine (hoffentlich mildere) 5. Welle bekommen werden. Jede*r muss dann eben auch die Konsequenzen seines Handelns tragen. Hier fehlt mir die Solidarität insbesondere den Kindern gegenüber. Und genau hier finde ich es dann richtig, dass unter seriösen Bedingungen die Runde fortgesetzt statt abgebrochen wird.
Sollte es anders kommen, haben sich in unserem Umfeld schon eine Hand voll Vereine formiert, die dann mit interessierten geimpften und kontrollierten Spieler*innen auf Freundschaftsebene sich einen Spielbetrieb selbst organisieren. Ich hoffe, es kommt nicht soweit. Und ferner hoffe ich, dass durch die Exklusion im Sport noch viele Menschen einen Schritt in Richtung Impfung gehen, damit wir uns hoffentlich bald wieder mehr auf den Sport konzentrieren können.
Und noch drei Beispiele, wie man als Verein seinen Beitrag leisten kann, dass es weiter geht.
1. Auch wenn ich es gebetsmühlenartig wiederhole. Bitte ein Hygienekonzept durchdenken und auf die eigene Örtlichkeit umsetzen, gerade auch im Winter auf regelmäßiges Stoßlüften achten - und vor allem eine Nachweiskontrolle VOR DEM BETRETEN der Halle (wie vorgeschrieben). Aber auch das ist keine Garantie und auch wir hatten schon einen Impfdurchbruch (mit milden Verlauf). Hier war es für alle beteiligten ein großes Glück, dass wir die Formulare zur Kontaktdatenverfolgung weiter haben ausfüllen lassen und nicht nur auf eine optionale digitale Erfassung per Zurverfügungstellung von Corona Warn App und Luca App gesetzt hatten. So konnten innerhalb kürzester Zeit alle Kontaktpersonen informiert werden, sich testen und für die notwendigen Rückschlüsse für sich selbst sorgen.
2. Wir haben Ende November eine Großveranstaltung mit Rahmenprogramm ausgerichtet. Ab Anfang November haben wir uns angesichts der damaligen Lage um eine doppelt so große externe Halle gekümmert, die Anzahl der Begleitpersonen begrenzt und das Rahmenprogramm mit Abständen angepasst. Parallel haben wir Schnelltests besorgt und in ausreichender Anzahl allen Mannschaften vor der Sporthalle zur Verfügung gestellt. Einen Tag später wurde eine Teilnehmerin in der Schule mit mildem Verlauf positiv getestet. Fast alles bedacht, aber keine Garantie und natürlich auch unklar, wo die Ansteckung erfolgt ist, da das Kind bei der Veranstaltung noch negativ getestet war. Aber auf alle Fälle angemessene Maßnahmen für eine sichere Veranstaltung vor Ort.
3. Letztes Wochenende haben wir die Kreispokalendrunde ausgerichtet. Normalerweise werden die Wettbewerbe ab Viertelfinale ausgerichtet und die Altersklassen überschneiden sich. Das bedeutet in Nicht-Corona-Zeiten viel Trouble, Heiterkeit und zeitgleich bis zu 60-70 Personen in einer verhältnismäßig kleinen Halle. Wohl bedacht haben wir als Ausrichter mit dem Kreisvorstand knapp 6 Wochen vor der Veranstaltung die Entscheidung getroffen, die VF-Spiele vorzulagern und in den Vereinen zu spielen, damit bei der Endrunde sich max. 20-25 Personen in der Halle aufhalten und vom Zeitplan her zwischen den Altersklassen ein kontaktloser Wechsel möglich ist.
Was die drei Beispiele zeigen sollen. Eine Mitwirkung von uns in den Vereinen ist wichtig, um wohl bedacht den Sport weiter zu ermöglichen. Und trotzdem hat man nicht die 100% Sicherheit. Aber man kann für Spielverhältnisse sorgen, die ein Weiterspielen absolut vertretbar machen.
Ich bin dafür!