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Bei meinem letzten Beitrag ging es eigentlich nur darum, zu erleutern, warum der RH-Topspin prinzipiell leichter zu erlernen ist als der VH-Topspin. Ich vermute mal, dass man zu einer anderen Einschätzung kommt, wenn man keine Erfahrung als Trainer hat sondern nur als Spieler. Als Trainer kann man diese Erfahrung eigentlich auch nur dann gewinnen, wenn man mal jemand nach dem Topspinmodell trainiert hat.
@Mephisto: Wie siehst du das? Hast du schon mal bei jemanden gleichzeitig mit VH/RH-Topspin angefangen???
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Generell bin ich auch eher ein Anhänger des Kontermodells. Aber das ist für mich auch nicht das einzig Wahre. Ich habe in der Vergangenheit einen recht kleinen Schüler gehabt, der auch mit gutem Gefühl für Spin ausgestattet war. Bei diesem Spieler habe ich das Topspinmodell verwendet.
Normalerweise lasse ich Anfänger allerdings erst 6-12 Monate kontern. Es müssen einfach einige Grundlagen da sein. Erster Aspekt ist die tischnahe Beinarbeit. Beim Kontern ist die Schlagfrequenz (bei Anfängern zumindest) viel höher und damit auch die Anforderungen an die Beinarbeit. Wenn wir Topspin einführen dann erst VH, da die Spieler einen Schupf in Rückhand umlaufen sollen. Später kommt dann RH-Eröffnung dazu. Man sollte aber nicht zu lange warten mit RH-Top. Schliesslich muss ein richtig guter Spieler später beides gleichermassen beherrschen.
Wichtig bei mir ist, dass verschiedene technische Voraussetzungen da sein müssen. Beispielsweise ist bei VH die Körperarbeit bei beiden Schlägen fast identisch (Oberkörper/Hüftdrehung, Gewichtsverlagerung, seitliche Grundstellung usw). Bei RH ist es wichtig, dass die Schüler den Konter mit Ellbogen als Drehachse spielen können. Dies ist besonders wichtig damit die Techniken nicht unsauber werden bzw. sich "vermischen". Und der Spieler muss in der Lage sein den Schlagansatz permanent über Tischniveau zu halten. Später ist eine Differenzierung dieser Schläge am wichtigsten.
Bei uns im D-Kader lernen die Kinder inzwischen (seit Horst Heckwolf) sehr früh RH-Topspin. Bei manchen Spielern denke ich sogar, dass es zu früh ist.
Der aktuelle Hessenmeister der C-Schüler (hat im Alter von 9 sehr viel RH-Top im Förderkreis trainiert) trainiert auch bei uns im Verein und der hatte so seine Probleme mit der Differenzierung des Schlagansatzes. Der Schlagansatz bei RH-Konter war oft zu tief. Wir haben dann bei einem Vereinslehrgang mal komplett nur hohes Tempo am Balleimer traniert. Durch die Schaffung der zwingenden Situation (zu wenig Zeit um tief auszuholen) hat er es nach einer Weile auf die Reihe bekommen. Natürlich haben wir auch viel Einzelschläge mit Schattentraining durchgeführt. Aber am besten klappt das Ganze wenn man beide Varianten der Fehlerkorrektur verwendet. Später kam dann bei Systemtraining mit besseren Partnern viel RH-Konter parallel (hohes Tempo) dazu. Inzwischen ist es viel besser geworden und er ist in der Lage mit RH auch viel Druck zu entwickeln.
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