Einzelnen Beitrag anzeigen
  #4417  
Alt 29.01.2022, 11:51
TSV_Christian TSV_Christian ist offline
registrierter Besucher
Foren-Stammgast 500
 
Registriert seit: 23.10.2008
Alter: 46
Beiträge: 864
TSV_Christian ist ein angenehmer und geschätzter Diskussionspartner (Renommeepunkte mindestens +150)TSV_Christian ist ein angenehmer und geschätzter Diskussionspartner (Renommeepunkte mindestens +150)
AW: Coronavirus - Situation im WTTV

Natürlich ist das wie bei Impfen, wie bei den Maßnahmen allgemein, wie eigentlich bei allem im Leben - insbesondere in Deutschland: Die große Mehrheit ist größtenteils einverstanden, wie alles abläuft und ist deswegen auch ruhig. Eine Minderheit auf der einen wie auf der anderen Seite (was man in manchen Punkten als "links" und "rechts" bezeichnen kann, bei Corona ist das aber durchaus etwas diffuser) meint aber, dass es mehr oder weniger von allem sein muss und ist entsprechend laut. Ich aus meiner Sicht habe daher inzwischen entschieden, dass ich mich mit solchen Gestalten nicht mehr abgebe und mein Leben so führe, wie ich es (im Einklang mit den Gesetzen und Verordnungen) für richtig halte. Wenn sich jemand nicht impfen lassen will, dann halte ich den für einen Spinner, werde ihn aber nicht "zwingen" wollen. Und wenn jemand immer noch Angst vor Corona hat, dann akzeptiere ich das, lasse mir aber nicht von ihm mein Leben diktieren.

Ich weiß inzwischen - wie extrem viele Wissenschaftlicher und Politiker auch - dass Corona nicht mehr verschwinden wird und dass wir einen Weg in die Normalität finden und nutzen müssen. Und dies so schnell wie möglich, am besten noch im Februar. Mit der klaren Aussage, dass sich alle infizieren werden (bzw. laut Herrn Voshaar aus Moers sogar im besten Fall infizieren sollten), ist der Weg doch klar: Man kann sich entweder komplett einschließen und dies für Jahre oder man akzeptiert das extrem geringe Risiko, wenn man vollständig geimpft und geboostert ist. Ich habe mich für Weg zwei entschieden. Wer mir jetzt sagt "du handelst verantwortungslos", der ist mir dabei völlig egal. Warum? Weil diese Welle sowieso nicht mehr zu stoppen ist! Und wenn ich mich dann mit Leuten umgeben, die genauso denken, dann handle ich nicht verantwortungslos, sondern maßvoll. Das ist leider bei einigen "Extremisten" (auf der einen wie auf der anderen Seite) verloren gegangen. Und das nervt nur noch!

Dieser "Extremismus" ist auch mit ein Grund, warum jetzt nicht gespielt wird. Funktionäre, die sich das Einstellen des Trainingsbetriebs wünschen oder in Rundschreiben angeben, dass möglichst nicht gespielt werden soll: Sowas geht nicht! Lasst die Leute selbst entscheiden! Die große Mehrheit in Deutschland ist nicht dumm, denn sonst hätten wir mehr als die zum Glück jeweils nur 10% Wähler bei AfD und Linken.

Und wie schon oben geschrieben wurde: Es wird aus vielen Gründen jetzt nicht gespielt. Zunächst mal braucht man zwei(!) Teams, die wollen. Und dann nutzen viele die jetzige Gelegenheit auch, um Ausfälle aus anderen Gründen zu vermeiden. Letztlich kommt noch dazu, dass es Vereine gibt, in denen der Vorstand eigenmächtig und ohne Rücksprache mit den Spielern entschieden hat, dass der Verein aufgrund der ach so wichtigen Vorbildfunktion keine Spiele austragen soll. Findet ihr das richtig? Ich jedenfalls nicht.

Dies alles zusammengenommen: Die Entscheidung jetzt durch den Verband war leider zwingend nötig, wenn man nicht sofort abbrechen wollte. Man hätte aber Ende Dezember nie die Unterbrechung ansetzen dürfen. Die hat man damals hauptsächlich wegen der Testpflicht eingeführt, nicht aber wegen der hohen Infektions- (nicht aber Krankheits-)Zahlen. Jetzt bei gestiegenen Zahlen wieder weiter zu spielen, wäre von einigen "Extremisten" sicher nicht verstanden worden, wie man hier ja auch klar lesen kann. Ich hoffe noch ein wenig auf Ende Februar, da selbst Herr Lauterbach ja inzwischen eine Öffnungsperspektive (obwohl Geboosterte schon jetzt nahezu alles dürfen) für Ende Februar oder Anfang März in Aussicht gestellt hat.

Lächerlich finde ich übrigens auch das Setzen von persönlichen "Schallmauern" bei künstlich erzeugten Zahlen. Die Inzidenz war nie "genau", sondern immer nur eine künstliche Zahl, da nie eine Stichprobe als Basis genommen wurde. Mit den jetzt wegfallenden PCR-Tests wird die noch weniger aussagekräftig als die es je (nie) war. Und auch die Hospitalisierungsrate ist nur bedingt sinnvoll. Hier fehlen leider die Personen, die später als sieben Tage nach der Infektion ins Krankenhaus kommen - und umgekehrt werden alle gezählt, die mit einem positiven Test aus anderen Gründen im Krankenhaus sind, was aktuell je nach Bundesland schon auf über 50% der Krankenhausaufnahmen zutrifft. Auch diese Zahl ist also absolut daneben. Die einzig verlässliche Zahl ist die Anzahl der Personen, die tatsächlich auf der Intensivstation liegt - und diese Zahl sinkt seit Wochen kontinuierlich und wird auch durch diese jetzt hohen Infektionszahlen nur noch minimal hochgehen. Herr Karagiannidis sagt da natürlich was anderes, da er sich nicht hinstellen kann und jubelnd "bei uns läuft alles problemlos" herausgeben kann - dann nämlich würde die Politik sich noch weniger um das Gesundheitssystem kümmern als sowieso schon. Viel vertrauenswürdiger halte ich da doch den Lungenspezialisten (und somit Experten!) Herrn Voshaar aus Moers, der eine Überlastung des Gesundheitssystems auch in den nächsten Wochen klar ausschließt.

Für mich ist daher klar: Wir können und dürfen nicht jede Infektion verhindern und leider auch nicht jeden Todesfall (machen wir bei anderen Krankheiten auch nicht, weil die Kosten für die Gesellschaft viel zu hoch wären). Die Politik hat einzig und allein die Aufgabe, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, so dass alle (egal mit welcher Erkrankung) weiter behandelt werden können. Und da sieht es sehr gut aus. Die Engpässe die wir besser hatten, hatten wir übrigens in Bundesländern mit vielen Nazi-Spinnern (Ostdeutschland) oder mit Hardliner-Politikern (Bayern). Ob es da vielleicht einen Zusammenhang gibt!? Jetzt aber mit Omikron wird es keine Überlastung mehr geben, selbst bei einer Million Infizierten pro Tag, die wir wahrscheinlich eh schon unbemerkt haben. Und ganz wichtig auch noch, was Herr Kretschmann gestern gesagt hat: Die Virologen dürfen, sollen und müssen ihre Meinung äußern und beraten - die sollen sich aber aus politischen Entscheidungen raushalten. Diese Entscheidungen müssen nämlich alles betrachten und nicht nur einseitig die möglicherweise gegebene Gefährdung für ein paar Menschen.
Mit Zitat antworten