Einzelnen Beitrag anzeigen
  #21518  
Alt 03.02.2022, 18:42
Noppenzar Noppenzar ist offline
registrierter Besucher
Foren-Urgestein - Master of discussion **
 
Registriert seit: 08.04.2008
Alter: 49
Beiträge: 8.312
Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)
AW: Coronavirus allgemein (Covid-19, Virologen, Politik, aktuelle Lage, Impfung usw.)

Zitat:
Zitat von JSCH Beitrag anzeigen
FsB, so ganz Unrecht hat er aber nicht. Busch & Jäger entwickelt in Deutschland, und 'baut' Produkte zusammen. Die Teile dafür kommen aus der ganzen Welt. Hager ist ein global player mit Produktionsstätten weltweit.
Beide Unternehmen sind extremst abhängig vom global supply chain, d.h. meist Flug/Schiff. Hier herrscht im Moment ein extremes Ungleichgewicht, Gründe sind vielschichtes und teilweise hausgemacht. Mit lokalem Lockdown in Deutschland hat das alles nichts zu tun.
Ihr habt doch irgendwie alle Recht.

Was hat man jahrelang gemacht?

- Lagerhaltung minimiert, da ja alles Just in Time kam. Bei Engpässen hat man bis zum Hubschrauber alles eingesetzt, wenn Bandstillstand drohte, weil es immer noch billiger war.

- Produktion wurde verlagert, weil von überall her immer geliefert wurde. Auch hier zur Not per Flieger, wenn das Schiff mal Verspätung hatte.

- Transport wurde immer billiger. Billigfahrer, immer größere Frachter, Zwischenlagerung bei externen Dienstleistern mit Billigpersonal.

Was man nicht auf dem Schirm hatte ist die jetzige Situation. China macht den Lockdown in einem Hafen und es geht für ein paar Tage nichts raus. Dazu nutzen sie die Pandemie, um sich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen. Da hat man gute Ausreden zuerst die heimischen Produzenten zu beliefern.

Und der Gesetzgeber trägt auch noch seinen Teil hinzu, indem er vor höheren Importzöllen und bei den internationalen Verrechnungspreisen oft eingeknickt ist unter der Lobby der großen Autobauer mit ihrem Absatzmarkt China. Auch bei Verlagerung von Teilfertigung in der EU hat man es laufen lassen. Ja sogar als Nettozahler noch mitsubventioniert, wenn hier ein Zulieferer ein Werk schließt, und (in dem Fall) die Rohstoffe zur Schlauchfertigung erst nach Polen gekarrt werden, die halbfertigen Schläuche dann von Polen wieder hier ins Sauerland gefahren werden und dort endproduziert werden. Der Inhaber dieser Firma baut übrigens mit saftigen EU-Mitteln gerade in Rumänien ein Werk, brüstet sich, dass sein Lohn für Arbeiter mit etwa 800 Euro Brutto dort ja "herausragend" sei und im Übrigen Polen jetzt einfach zu teuer wird durch die steigenden Löhne.

Das System hustet und die Krise macht es krank. Corona sehe ich hier nur als Symptom, nicht als Ursache.

Letztendlich wird es im Zuge der Automatisierung und der Klimadiskussion ein politisches Thema werden Fertigung wieder heim zu holen. Man traut sich (noch) nicht da dran, weil bestimmte Branchen voll auf China als Absatzmarkt gesetzt haben und einen großen Einfluss haben. Namentlich die Autoindustrie und ihre ganzen mittelständischen Zulieferer.
Mit Zitat antworten