|
AW: Nittaku Factive
Schöne Diskussion hier. Ich bin ebenfalls durchaus anfällig dafür, in die Mikrooptimierungsfalle zu tappen. Was mich am meisten zähmt, einige von den vielen super Anregungen, die man in Foren wie dieses beinahe täglich erhält, regelmässig umzusetzen, ist eigentlich nicht das viele im Grunde vorhersehbar in den Wind geschossene Geld, sondern der Wettkampf.
Ich verliere nicht gerne. Ich brauche deshalb Material, das ich kenne, mit dem ich schon erfolgreich war, dem ich vertraue. Diese Vertrautheit mit dem Material, die sich erst über einen längeren Zeitraum aufbaut (am besten über Jahre) hat im Hinblick auf den Spielerfolg auch einen Optimierungeffekt, der (wenn die Art des Materials grundsätzlich stimmt) meiner Meinung nach deutlich grösser ist, als sämtliche Effekte der Mikrooptimierung sein könnten.
Dieses ständige Herumdoktern am Material hat also für den Spielerfolg in der Regel eher nachteilige als positive Effekte. Ich will nicht ausschliessen, dass es in dem einen oder anderen Fall doch Sinn macht, z. B. wenn sich das eigene Niveau verändert hat oder ein Wechsel des Spielsystems, etwas Abwehr statt Angriff, geplant ist. Aber der Hauptgrund für die Optimierungssucht scheint mir in vielen Fällen der Spass am Neuen zu sein, was ja auch ok ist, wenn man sich dessen bewusst ist. Es gibt Spieler, die den Spass am Tischtennis verlieren würden, wenn sie nicht mindestens bei jedem zweiten oder dritten Training neues Material ausprobieren können. Meine Empfehlung wäre in diesem Fall, sich einen Schläger mit bewährtem Material für den Wettkampf und das ernsthafte Training zuzulegen, diesen möglichst konstant zu halten und die offenbar unstillbare Lust am Testen an einem Zweit-, Drittschläger oder wie auch immer auszuleben.
Geändert von Silver (21.02.2022 um 20:52 Uhr)
|