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Zitat von TPZ
Da hast du wohl recht... er hat ja auch nicht verstanden, was "Whataboutism" ist.
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Hauptsache Du hast verstanden - was
DOPPELMORAL ist!
"Als Doppelmoral wird ein Normensystem bezeichnet, das gleiches Verhalten ethisch unterschiedlich bewertet, je nachdem, welcher Personengruppe die ausführende Person oder die betroffenen Personen angehören, oder je nachdem, ob diese sich in einer öffentlichen oder privaten Situation innerhalb oder außerhalb einer Gemeinschaft befinden, ohne dass dafür ein sachlicher Grund vorhanden wäre. Entscheidendes Merkmal ist, dass *mit zweierlei Maß* gemessen wird.
Von einer Doppelmoral kann immer dann gesprochen werden, wenn unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe verwendet werden, obwohl die der Bewertung zugrunde liegenden Sachverhalte (strukturell) gleichartig sind. Der Begriff geht also über die unterschiedliche Bewertung von eigenem Verhalten und Fremdverhalten oder von einem Verhalten, das eine Person von anderen einfordert, und demjenigen, das sie selbst zeigt (Heuchelei), hinaus."
(WIKIPEDIA)
"Internationale Politik ist ein nüchternes, zynisches Geschäft. Aber die Toleranz gegenüber Doppelmoral hat ihre Grenzen." (Nato: Die Doppelmoral von militärischen Interventionen * WELT)
Eine Tradition des Moralisierens
"Seit dieser Zeit ist es im Westen üblich, die Politik Moskaus durch ein moralisches Prisma zu betrachten und sie auf dieser Grundlage zu bewerten. Prinzipiell wäre daran auch nichts auszusetzen, sofern man dieselben Maßstäbe denn auch an sich selbst anlegte.
Dies passiert aber nur selten, weshalb die moralisierende Haltung des Westens unter einer kruden Doppelmoral leidet." (FOCUS 10.04.2016)
Christian Christensen, Professor für Journalismus in Stockholm, macht deutlich, dass die Zurückweisung von Gegenvorwürfen auch ein Ausdruck davon sein kann, dass man die eigenen Fehler in verzerrter Selbstwahrnehmung als geringerwertig empfindet, dass man also
doppelte Standards zugrunde legt. So erscheine die Handlung des Gegners etwa als verbotene Folter, die eigenen Maßnahmen als "erweiterte Verhörmethoden", die Gewalt des anderen als
Aggression, die eigene lediglich als
Reaktion. Christensen sieht sogar einen Nutzen im Gebrauch des Arguments:
"Die sogenannten "whataboutists" stellen das bisher nicht in Frage Gestellte infrage und bringen Widersprüche, Doppelstandards und Heuchelei ans Tageslicht. Das ist keine naive Rechtfertigung oder Rationalisierung [...], es ist die Herausforderung, kritisch über die (manchmal schmerzhafte) Wahrheit unserer Stellung in der Welt kritisch nachzudenken."
Vielleicht gibt es doch noch die Hoffnung...