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Alt 07.04.2022, 10:16
Dionysos Dionysos ist offline
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AW: Coronavirus - Situation im WTTV

Hallo an alle Mitlesenden,
bislang habe ich das Geschehen hier nur interessiert verfolgt, aber jetzt wollte ich mich doch auch mal aktiv zu der Relegationsfrage einbringen. Mit der Bitte um begründete Korrektur, sollte ich in der Folge Dinge falsch darlegen und hierdurch mögliche Folgerungen falsch sein. Damit es nicht zu umfangreich wird, alles in Stichpunkten (ohne die zugehörigen Punkte aus der WO zu zitieren):
- zunächst ist denke ich festzuhalten, dass für die Einschätzung der anzuwendenden Regeln bezüglich der Saison 2021/22, nur die WO vom Stand zu Beginn der Saison Relevanz besitzen kann; die Änderungen in der Version vom 4.4.2022 können erst für die kommende Saison Anwendung finden (wobei für beide Versionen gleichermaßen die folgenden Punkte in meinen Augen zutreffend sind)
- dort ist geregelt, dass bei Abbruch einer Saison, wenn die Hinrunde abgeschlossen wurde und weniger als die Hälfte der Wettkämpfe der Rückrunde durchgeführt worden sind, die Abschlusstabelle der Hinrunde gewertet wird, keine Relegationsspiele durchgeführt werden und alle Mannschaften, die auf Relegationsplätzen stehen, das Recht zum Start in der jeweils höheren Klasse erhalten (ich glaube, dass das der Punkt ist, der bei vielen zum geäußerten Unverständnis der Ansetzung führt)
- der WTTV führte als Begründung der Nichtanwendung dieser Regelung an, dass kein "Abbruch", sondern eine "Rückführung auf eine Einfachrunde" erfolgt sei; soweit ich es überblicke (auch hier wie gesagt mit der Bitte um Korrektur, sollte etwas übersehen worden sein), taucht diese Vorgehensweise in der WO jedoch an keiner Stelle auf und die Formulierung wurde "spontan" neu geschaffen, ohne dass wie gesagt erkennbar wäre, auf welchem Punkt der WO diese Vorgehensweise fußen würde
- man könnte die Vorgehensweise nun darauf stützen, dass ja in der WO geschrieben steht, dass, sollten einzelne Vorgaben der Wettspielordnung aufgrund von Vorgaben staatlichen Rechts in Krisenzeiten nicht umsetzbar sein, seitens des WTTV auch Regelungen, die nicht in der WO vorgesehen sind (in diesem Fall die neu geschaffene "Rückführung auf Einfachrunde"), durchgeführt werden können; allerdings leuchtet nicht ein, inwiefern die Voraussetzungen hierfür erfüllt sein sollen: es wurde nicht durch staatliches Recht die Durchführung verhindert, andere (Hallen-)Sportarten führen ihre Wettkämpfe aus und auch der WTTV hat ja die Durchführung von Meisterschaftsspielen gestattet; insofern ist auch diese Begründung nicht stichhaltig
- ich denke, es geht bei dieser Frage nicht darum, ob man es als sinnvoll erachtet angesichts der Fallzahlen Relegationsspiele durchzuführen (hier könnte man sicherlich geteilter Meinung sein) und auch nicht darum, ob man es als im Sinne des Sports erachtet, wenn alle Mannschaften auf Relegationsplätzen aufsteigen bzw. die Klasse halten können (auch das kann man hinterfragen), sondern darum, dass ob förderlich wäre, würde ein Verband gegen seine eigenen Regeln Entscheidungen treffen, um bestimmte sportpolitisch motivierten Ziele zu erreichen (Stichwort Verringerung der Ligen). Sollte dies in diesem Fall so sein (auch hier sei "zur Sicherheit" noch ein mal gesagt, dass diese Folgerung unter dem Vorbehalt der Korrektheit der vorherigen Ausführungen gilt), wäre dies in meinen Augen ein fatales Signal an alle Aktiven. Worauf sollte man sich zukünftig einstellen bzw. verlassen können, wenn bei Bedarf zur Erreichung bestimmter Ziele, neue Regelungen beliebig aus dem Boden gestampft werden?
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