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Alt 10.04.2022, 14:52
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AW: Russland - Ukraine - NATO Konflikt

Zitat:
Zitat von radeberger Beitrag anzeigen
Welche Werte meinste jetzt genau? Die netten Herrn vom SBU trauern laut "The Sun" gerade um die Opfer in Bucha. Der mittlere hat sich nen Aufnäher mit SS Galizien auf den Rücken gemacht, für die die blind sind So bei Minute 1:00 und 1:20 gut zu sehen.
Na ja - solange Nazis, Terroristen und Diktatoren auf der Seite der "Guten" (also auf Seiten der USA) sind - ist das mit den Werten und sonstigen (angeblichen) Grundüberzeugungen natürlich was gaaanz anderes...

Das hat schon Harold Pinter in seiner Nobelpreisrede (er ist britischer Nobelpreisträger für Literatur) aus dem Jahre 2005 ziemlich klar gesehen:

Zitat:
"Nach dem Ende des 2. Weltkriegs unterstützten die Vereinigten Staaten jede rechtsgerichtete Militärdiktatur auf der Welt, und in vielen Fällen brachten sie sie erst hervor. Ich verweise auf Indonesien, Griechenland, Uruguay, Brasilien, Paraguay, Haiti, die Türkei, die Philippinen, Guatemala, El Salvador und natürlich Chile. Die Schrecken, die Amerika Chile 1973 zufügte, können nie gesühnt und nie verziehen werden.

In diesen Ländern hat es Hunderttausende von Toten gegeben. Hat es sie wirklich gegeben? Und sind sie wirklich alle der US-Außenpolitik zuzuschreiben? Die Antwort lautet ja, es hat sie gegeben, und sie sind der amerikanischen Außenpolitik zuzuschreiben. Aber davon weiß man natürlich nichts.
Es ist nie passiert. Nichts ist jemals passiert. Sogar als es passierte, passierte es nicht. Es spielte keine Rolle. Es interessierte niemand. Die Verbrechen der Vereinigten Staaten waren systematisch, konstant, infam, unbarmherzig, aber nur sehr wenige Menschen haben wirklich darüber gesprochen. Das muss man Amerika lassen. Es hat weltweit eine ziemlich kühl operierende Machtmanipulation betrieben, und sich dabei als Streiter für das universelle Gute gebärdet. Ein glänzender, sogar geistreicher, äußerst erfolgreicher Hypnoseakt."
Zitat:
Harold Pinter: Kunst, Wahrheit & Politik Nobelvorlesung 7. 12. 2005

"Ich behaupte, die Vereinigten Staaten ziehen die größte Show der Welt ab, ganz ohne Zweifel. Brutal, gleichgültig, verächtlich und skrupellos, aber auch ausgesprochen clever.

Jeder weiß, was in der Sowjetunion und in ganz Osteuropa während der Nachkriegszeit passierte: die syst. Brutalität, die weit verbreiteten Gräueltaten, die rücksichtslose Unterdrückung eigenständigen Denkens. All dies ist ausführlich dokumentiert und belegt worden.

Aber ich behaupte hier, dass die Verbrechen der USA im selben Zeitraum nur oberflächlich protokolliert, geschweige denn dokumentiert, geschweige denn eingestanden, geschweige denn überhaupt als Verbrechen wahrgenommen worden sind. Ich glaube, dass dies benannt werden muss, und dass die Wahrheit beträchtlichen Einfluss darauf hat, wo die Welt jetzt steht. Trotz gewisser Beschränkungen durch die Existenz der Sowjetunion, machte die weltweite Vorgehensweise der Vereinigten Staaten ihre Überzeugung deutlich, für ihr Handeln völlig freie Hand zu besitzen!

Die direkte Invasion eines souveränen Staates war eigentlich nie die bevorzugte Methode der Vereinigten Staaten. Vorwiegend haben sie den von ihnen sogenannten Low Intensity Conflict favorisiert. „Low Intensity Conflict bedeutet, dass tausende von Menschen sterben - aber langsamer als würde man sie auf einen Schlag mit einer Bombe auslöschen. Es bedeutet, dass man das Herz des Landes infiziert, dass man eine bösartige Wucherung in Gang setzt und zuschaut wie der Faulbrand erblüht. Ist die Bevölkerung unterjocht worden oder totgeprügelt es läuft auf dasselbe hinaus und sitzen die eigenen Freunde, das Militär und die großen Kapitalgesellschaften, bequem am Schalthebel, tritt man vor die Kamera und sagt, die Demokratie habe sich behauptet. Das war in den Jahren, auf die ich mich hier beziehe, gang und gäbe in der Außenpolitik der USA."
Was die USA schon so alles auf dem "Kerbholz" haben - rechtfertigt natürlich keineswegs die vielen andern kriegerischen Aktionen auf der Welt: Es sollte aber in einer historischen und realen Gesamtschau nicht vergessen werden - um seine eigene Position und Rolle in der Welt einigermaßen richtig einzuordnen und daraus die richtigen, auch oft vorschnellen Rückschlüsse und Aktionen besser zu verstehen, zu begründen und erst danach dann auch nachhaltig einzuleiten...
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