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AW: 2. Bundesliga Damen Süd - Vorschau 04/05
Quelle: Saarbrücker Zeitung
Die Geschichte vom fehlenden Gefühl
Tischtennis-Zweitligist TTSV Fraulautern spielt gut - aber...
von sz-mitarbeiter sascha sprenger
5:5 gegen Darmstadt, 6:2 in Burgstetten - von den Ergebnissen her kann Tischtennis-Zweitligist TTSV Fraulautern zufrieden sein. Doch die Fraulauterner Damen hatten viel zu kämpfen - und das mehr mit sich als mit dem starken Gegner.
Saarlouis-Fraulautern. Sporthalle an der Klosterschule, Heimkampf für den TTSV Fraulautern. Jasna Reed und Matilda Ekholm kommen an die Platte, um das Eröffnungsdoppel gegen den SV Darmstadt 98 zu spielen. Doch irgendetwas ist anders als sonst. Die beiden Spitzenspielerinnen des Tischtennis-Zweitligisten wirken irgendwie lethargisch, so als wären sie nicht richtig wach. Das Spitzendoppel der Gäste, bestehend aus der Tschechin Hana Sopova und Sonja Busemann, nutzt das knallhart aus und gewinnt den ersten Satz 11:8. Auch wenn Reed und Ekholm dann noch 11:2, 12:10 und 11:6 gewinnen - sehr glücklich wirken sie nicht. Es fehlen die Emotionen.
Das geht in den Einzeln so weiter. Reed gewinnt gegen Busemann 3:0. Doch die Sätze verlaufen überaus knapp. Immer wieder lamentiert die US-Amerikanerin mit sich, ihrem Schläger oder auch der ganzen Welt. Sie moniert den Aufschlag ihrer Gegnerin, die ihrer Meinung nach den Ball regelwidrig zu sehr mit dem Körper abdeckt, bevor sie schlägt. "Schau lieber auf deinen eigenen Aufschlag", kommt von der Bank der Gäste. Schlagfertig zeigt Jasna ihren Aufschlag und ruft zurück: "Seht her - der ist perfekt!" Insgesamt tut ihr die Ablenkung nicht gut. "Irgendetwas stimmt heute nicht", meint sie nach ihrem Spiel. "Ich fühle den Ball nicht richtig auf dem Schläger. Ich fühle mich auch selbst nicht gut."
Am Nebentisch macht Matilda Ekholm, die schwedische Nummer zwei des TTSV, kurioserweise genau dasselbe durch. Sie gewinnt gegen Spitzenspielerin Sopova den ersten Satz klar mit 11:5, doch dann hören die Zuschauer in der Halle mehr schwedische Flüche als Anfeuerungen. Die 22-Jährige ist unzufrieden. Sie holt im zweiten Satz von 5:10 noch auf 9:10 auf, um dann einen "Elfmeter" zu verschlagen. Da fliegt erst einmal der Schläger in die Ecke. Am Ende verliert sie ihr Einzel 1:3 und klagt darüber, das Gefühl verloren zu haben.
"Ich habe mich so schon nicht sehr sicher gefühlt, und dann kommen auch noch Bälle zurück, die normalerweise nicht mehr zurückkommen. Damit kam ich nicht zurecht", übt sie Selbstkritik. Also erst einmal raus aus der Halle und die Nerven beruhigt. Ihr Blick ist fast Furcht einflößend.
Emotionen haben gefehlt
Nach der ersten Einzelrunde steht es 3:3. Kein Ergebnis, das die TTSV-Damen beruhigt. Wieder müssen Reed und Ekholm an die Platten. Das Spitzeneinzel zwischen der 33-jährigen Amerikanerin und Sopova ist hochklassig. Reed gewinnt mit Ach und Krach 3:1 und baut ihre Bilanz auf mittlerweile 13:1 Siege aus. Zufrieden ist sie allerdings nicht. "So schlecht habe ich selten gespielt", meint sie. Matilda Ekholm braucht gegen Busemann auch etwas Glück, um am Ende 3:0 zu gewinnen. Nicht ganz so gut macht es Nikola Neu, die im letzten Einzel 10:12 im fünften Satz verliert. Also "nur" 5:5 gegen Darmstadt. Das 6:2 in Burgstetten vom Sonntag bringt dem TTSV dann doch noch Platz fünf in der Tabelle. Auch ohne voll zu überzeugen.
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