Zitat:
Zitat von Kobe93
Also welches mittelständische Unternehmen meinst du macht so viel Umsatz im Jahr ? Also sobald du mehr als 100 Millionen Umsatz im Jahr machst gehörst du zu den großen  also ist Metabo das 594 Millionen umgesetzt hat ein mittelständische Unternehmen für dich?
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Nennt sich in Deutschland "Mittelständler", hart aber mit "Mittelstand" nichts zu tun. Ist auch ein beliebtes Framing, um sich kleiner zu machen als man ist.
Es ist einfach nur ein Begriff. Es gibt in der Manager Magazin Top 1000 etliche "Mittelständler" mit Umsätzen um oder > 1Mrd und auch Vermögen in diesem Bereich.
Ein paar Beispiele: "Bergische Achsen", ",Viega", "Otto Fuchs", "Kirchhoff", "Kostal".
Zum angesprochenen Punkt der "Liebhaberei". Das ist mit dauerhaften Verlusten gemeint, die hier angesprochen sind. Das Unternehmen muss irgendwann eine dauerhafte Gewinnerwartung nachweisen, so eigentlich das Gesetz, das ist schon richtig. Nur wird das bei großen Firmen so nicht umgesetzt und kann auch mittels Gesellschafterkredite oder Venture Capital umgangen werden. Viele "Startups" sind hier Beispiele, die seit viel mehr Jahren dauerhaft Verluste einfahren. Nahezu sämtliche Lieferdienste, auch "Auto1" ist so ein Kandidat. Man argumentiert halt, dass man un der sogenannten "Push" Phase nur Umsätze steigert und irgendwann mal die Gewinnschwelle erreicht. Oft passiert das nie und das Unternehmen wird aufgekauft. Beispiel hier ist "Flaschenpost".
Für Neu-Ulm sehe ich hier kein Problem in der Begründung, wobei ich das Konstrukt nicht kenne. In der Regel sind ja diese Vereine in Deutschland keine Kapitalgesellschaften, diese Engagements laufen ja un der Regel über "Sponsoring" so wird es, die Werbewirkung lassen wir mal dahingestellt, ja verkauft und ist dementsprechend steuerlich absetzbar. Sprich der Verein stellt dem Hauptsponsor einfach eine Rechnung aus. Ob es sich hier um verdeckte Eigenkapitalzuführung handelt ist halt schwer zu beurteilen bzw. nachzuweisen.
Im Fussball gibt es hier die Beispiele PSG und City, die über Staatsunternehmen Sponsorverträge mit dem Verein abschließen und die UEFA beißt sich daran die Zähne aus. Der CAS hat ja das Cityurteil kassiert.
Glazer (Manchester United), Abranowitsch (Chelsea), Kroenke (Arsenal)und Fenway (Liverpool) machen es über Gesellschafterkredite, die lediglich marktüblich (so heißt das in der Fachsprache) verzinst werden müssen.
Und auch bei den Sponsorenverträgen von City und PSG ist immer die "Marktüblichkeit" die Kernfrage. Das gilt übrigens auch für die Gesellschafter Adidas, Audi, Allianz beim FC Bayern und 1&1 und Puma beim BVB sowie für Bayer, RedBull, VW und SAP für die 4 "Werksklubs".
Ich sehe hier für Ebner keinerlei Problene, egal welches Konstrukt man gewählt hat. Nehme ich als Benchmark Borussia Düsseldorf und seinen Hauptsponsor Arag, der, Gerüchten zufolge, mehrere 100k dort im Jahr gibt, dann sehe ich die "Marktüblichkeit" und Abzugsfähigkeit des Sponsorings als gegeben an.
Zum Schluss noch ein Verweis auf den Staat:
Die Körperschaftssteuer ist oft nur von untergeordnetem Interesse und interessiert oft nur die Kommune wo das Unternehmen ansässig ist aufgrund der sich aus dieser Steuer ergebenden Gewerbesteuerhöhe. Hat ein Unternehmen sehr hohen Umsatz und viele Beschäftigte ist der Hauptertrag für den Staat zum Einen die Umsatzsteuer und zum Anderen die Lohnsteuer der Angestellten.
Ein Fussballverein wie Dortmund ist für die Stadt sehr ertragreich, obwohl oft nur geringe Gewinne versteuert werden. Bei 400 Mio Umsatz hat man ordentlich Umsatzsteuer, bei einer Lohnsumme von 220 Mio Euro etwa 100 Mio Einkommensteuer der Mitarbeiter (Spieler, das sind Angestellte!) und sowohl ortsansässige wohnende Spieler als auch in die Stadt kommende Fans sorgen mit ihrem Konsum neben dem Sport für Einnahmen für den Staat.
Ich hoffe das für Laien in der Zusammenfassung halbwegs verständlich erklärt zu haben.