Klare Ansagen von Melnyk
Die Bundespressekonferenz, der Verein der Hauptstadtjournalisten, hatte Melnyk um eine kurze Rede gebeten. Und der nutzte sie für klare Ansagen. Melnyk dankte der Presse für ihre notwendigen Berichte über den Krieg und würdigte den Ball mit ukrainischen Künstlern und einer Spendensammlung für ukrainische Journalisten als Zeichen der Solidarität. Die Absage von Frank-Walter Steinmeier und des gesamten Bundeskabinetts kritisierte er deutlich: *Umso mehr finde ich es schade, dass viele Politiker hauptsächlich durch ihre Abwesenheit glänzen. Doch wenn sie hoffen, dass sie dadurch kritischen Fragen entgehen, dann irren sie sich.*
Nur die Medien hätte durch ihr Nachfragen zu der *zögerlichen* Haltung der Bundesregierung beim Thema Waffenlieferungen Druck aufgebaut, ohne den die *Zeitenwende* nicht möglich gewesen wäre, so Melnyk
Zitat:
Andrij Melnyk
@MelnykAndrij
Liebe deutsche Journalistinnen und Journalisten, herzlichen Dank für Ihre u n e r m ü d l i c h e Arbeit!
Nur mit Ihrer Hilfe & Unterstützung kann die Ukraine diesen Krieg gewinnen****
Dankesrede.
69. Bundespresseball.
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Dazu vielleicht ein schon etwas vergessener Satz von Hajo Friedrich, den die deutschen Medien anscheinend nun schon ziemlich vergessen haben:
Zitat:
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Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er Distanz zum Gegenstand seiner Betrachtung hält; dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer "guten Sache"; dass er immer dabei ist, aber nie dazugehört
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Na ja, wenn die Eigentümer der Medien (die wohl die wahre Ursache für das Handeln der Journalisten sind...) eine bestimmte Richtung vorgeben, die so konsequent praktisch in allen Medien (sonst würde Melnyk die Presse doch nie so loben) verfolgt wird - kann es mit unserer vielgelobten Pressefreiheit dann wohl auch nicht so weit her sein, oder?
Ein berühmter Satz zur Pressefreiheit bei uns lautet ja (ungefähr) auch so, dass das ja nur die Freiheit von 300 reichen Leuten ist, ihre Meinung zu äußern... (Als Arbeitgeber der Journalisten sozusagen)