
02.05.2022, 14:15
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Foren-Stammgast 2000
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AW: Russland - Ukraine - NATO Konflikt
Zitat:
Zitat von Kyuss
Und ausgerechnet du und deinesgleichen haben den totzalen Überblick und ein ausgewognes Bild , ich lach mich kaputt.
Wie schonmal gesagt, erst Corona-Querdenker udn jetzt Putinversteher.
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Natürlich habe ich keinen "totalen Überblick" - aber ich merke schon, wenn in Talk-Shows zB nur noch Befürworter ("Club der Willigen"?) eingeladen werden - und vor allem, wenn man die Hintergründe, "Vorarbeit", Weichenstellung und Motivation der USA dabei meist völlig außer Acht gelassen werden!
Ich habe den Einmarsch von Anfang an immer verurteilt - aber immer gleichzeitig auf eine differenziertere Betrachtung Wert gelegt, die nach meiner ehrlichen Überzeugung in den Medien (weil schon quasi auch Kriegspartei...) leider meist völlig zu kurz gekommen ist... 
Die kann man stattdessen wohl mal wieder (nur?) in einer Schweizer Zeitung (Schweizer Weltwoche) nachlesen:
Zitat:
Amerika treibt Europa in einen Atomkrieg
Kanzler Olaf Scholz im Würgegriff der Hasardeure von Washington:
Ein Verhandlungsfrieden mit Moskau wird immer dringlicher.
Oskar Lafontaine
Im Ukraine-Krieg geht es in Wirklichkeit um eine Auseinandersetzung zwischen den USA und Russland. In seinem 1997 veröffentlichten Buch «Die einzige Weltmacht» lobt der ehemalige Sicherheitsberater des US-Präsident Jimmy Carter, Zbigniew Brzezinski, den beispiellosen Militärapparat der USA als den einzigen, der einen weltweiten Aktionsradius habe. Natürlich seien Russland und China mit der amerikanischen Hegemonie nicht einverstanden. Daher müssten die USA alles tun, um keinen eurasischen Herausforderer aufkommen zu lassen, der den eurasischen Kontinent unter seine Herrschaft bringen könne.
Die Ukraine sei bei der Verfolgung dieses Ziels der geopolitische Dreh- und Angelpunkt. Ohne die Ukraine sei Russland kein eurasisches Reich mehr. Wenn Moskau allerdings die Herrschaft über die Ukraine mit ihren bedeutenden Bodenschätzen und dem Zugang zum Schwarzen Meer
wiedergewinnen sollte, erlange Russland automatisch die Mittel, ein mächtiges, Europa und Asien umspannendes Reich zu werden. Ergänzt man diese Überlegungen um die Kernaussage eines Vortrags, den der Chef von
Stratfor, George Friedman, am 3. Februar 2015 in Chicago gehalten hat,
nach der es das Hauptziel der US-Politik seit Jahrhunderten sei, sicher zustellen, dass es keine Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland gibt, dann weiß man, was das Ziel der Nato-Osterweiterung war...
Milliarden für eine Marionette
Man versteht auch, warum die stellvertretende Außenministerin der USA, Victoria Nuland, vor Jahren freimütig zugab, dass die USA 5 Milliarden $ ausgegeben hätten, um eine ihnen genehme Marionettenregierung in Kiew zu installieren. Es wird dann auch klar, warum Washington seit Jahren alles unternimmt, um die Lieferung von Kohle, Öl und Gas aus Russland nach Europa zu verhindern. Vor diesem Hintergrund ist es auch mehr als plausibel, wenn der renommierte US-Ökonom Jeffrey Sachs davor warnt, dass die US-Strategie auf einen langen Krieg in der Ukraine mit Tausenden von Toten hinauslaufe! Er empfiehlt Europa, einen eigenen Weg zu gehen und eine neutrale Ukraine mit einer Autonomie für den Donbass als Verhandlungslösung ins Gespräch zu bringen. Es ist erstaunlich, in welchem Aumaß Politiker und Journalisten in Europa, vor allem in D., diese geostrategischen Zusammenhänge nicht erkennen und blind der brandgefährlichen US-Strategie einer weiteren Anheizung des Ukraine-Kriegs folgen. Brandgefährlich, weil die USA offensichtlich den Rat ihres ehemaligen Präsidenten John F. Kennedy nicht befolgen wollen, nach dem man eine Atommacht niemals in eine Situation bringen dürfe, aus der sie keinen gesichtswahrenden Ausweg mehr finde.
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