
29.05.2022, 15:01
|
|
registrierter Besucher
Foren-Stammgast 2000
|
|
Registriert seit: 09.04.2006
Beiträge: 2.240
|
|
|
AW: Russland - Ukraine - NATO Konflikt
Was die Gefahr eines nuklearen Weltkrieges betrifft, gibt es aber auch einige nicht ganz so optimistische Sichtweisen - wie man nach Lektüre einiger posts hier vielleicht den Eindruck haben könnte? zB:
Zitat:
Gefahr eines Weltkriegs https://www.nachdenkseiten.de/?p=84236
Die Dramatik der heutigen Situation wird durch zwei überaus eindrucksvolle Wortbeiträge der Weltkriegs-Zeitzeugen Klaus von Dohnanyi und Oskar Lafontaine verdeutlicht. Die Gedanken dieser beiden Humanisten sollten Pflichtprogramm für alle sein, die heute in unserem Land Verantwortung übernehmen. Denn es ist unübersehbar, dass in Deutschland Politiker, welche die Schrecken eines Krieges und die Not der Nachkriegszeit noch am eigenen Leib verspürten, Platz gemacht haben für eine Generation, die den Krieg nur aus dem Fernseher kennt. Für Leute vom Schlage der kaltschnäuzigen Ukrainebesucher Strack-Zimmermann, Hofreiter und Roth ist das Wort Krieg zu einer Formel verkommen, die ein Geschehen fernab von Deutschland beschreibt. Das Gefühl, dass das Inferno eines Weltkrieges blitzschnell unser Land erfassen kann, ist ihnen offensichtlich fremd.
Unter der fatalen Führerschaft der USA überbieten sich die Länder des westlichen Bündnissystems mit Geld- und Waffenlieferungen an die Ukraine. Die Erfahrung lehrt, dass durch mehr Waffen das Blutvergießen nicht beendet, sondern verlängert wird, und zwar auf beiden Seiten.
Doch die bemerkenswerte Spendierfreudigkeit hat ein Gutes, sie gibt unmissverständlich Antwort auf die Frage, wessen Interessen der Krieg in der Ukraine wirklich dient. Die USA wollen ihrem erklärten Ziel, die Weltherrschaft zu erringen (Präsidentenberater Brzezinski, *Die einzige Weltmacht*) einen Schritt näherkommen. Es geht derzeit nicht um die Ukraine, sondern was wir sehen, ist ein Stellvertreterkrieg, der auf ukrainischem Boden ausgefochten wird. Präsident Biden hat hierfür vom Kongress 33 Milliarden Dollar erbeten, bewilligt wurden ihm sogar 40 Milliarden * natürlich für den Frieden * Deutschland marschiert bündnisergeben mit. Über Nacht wurden 100 Milliarden für Aufrüstung lockergemacht * zusätzlich zu dem von den USA durchgesetzten *Zwei-Prozent-Ziel*.
Gratwanderung
Selbstverständlich darf sich die angegriffene Ukraine mit aller Vehemenz verteidigen und hierfür auch *schwere Waffen* von anderen Staaten fordern. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Staaten rechtlich und politisch verpflichtet sind, den Forderungen nachzukommen, zumal dann nicht, wenn die Gefahr eines Nuklearkrieges besteht. Letzteres kann hier nicht bestritten werden. Offensichtlich ist der Konsens, dass der Weltfrieden über allem steht, verloren gegangen.
Völkerrechtlich hoch umstritten ist die Frage, ab wann die Unterstützung einer Kriegspartei die Schwelle überschreitet, ab der ein Unterstützer selbst zur Kriegspartei wird. Hierauf gibt es rechtlich keine überzeugende Antwort. Und selbst wenn es sie gäbe, würde es nicht viel helfen. Denn auch der Ukraine-Krieg hat gezeigt, dass sich Aggressoren nicht an Rechtsnormen orientieren, sondern ausschließlich an Bedrohungsgefühlen.
Erstaunlicherweise haben diese Fragen im öffentlichen Diskurs bisher nur eine geringe Rolle gespielt. Diese Nachlässigkeit ist lebensgefährlich. Sie verwundert vor allem bei den Politikern, die nicht müde werden, die Reizbarkeit und hohe Aggressivität von Putin zu betonen. Zu dessen Beruhigung trägt sicher nicht bei, dass Finnland und Schweden nun mit aller Macht in die Nato drängen.
Letzte Frage: Schlittern wir Europäer wieder wie *Schlafwandler* in einen Weltkrieg? (Prof. Christopher Clark, 2010, *Die Schlafwandler * Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog*).
Noch nie seit 1945 war die Gefahr eines dritten * und wahrscheinlich letzten * Weltkrieges so groß wie heute. Gemessen daran zeigen die politisch Verantwortlichen in Europa und in Amerika eine erstaunliche Gelassenheit *
Wir sollten aufwachen.
Und unser Schicksal selbst in die Hand nehmen!
|
Denn wenn es vielleicht wirklich "nur" 5 bis 10 Prozent Wahrscheinlichkeit eines nuklearen Krieges gibt: Das ist immer noch schlimm genug - stellen wir uns nur mal kurz vor, was auf der Erde los wäre, wenn ein ähnlich großer Meteorit wie der, der damals die Saurier ausgelöscht hat, mit so einer relativ geringen Wahrscheinlichkeit von "nur" 5-10 % die Erde treffen würde... (Oder dass Aliens uns mit dieser Wahrscheinlichkeit demnächst besuchen)
Aber der "Gewöhnungseffekt" des nuklearen Weltkrieges macht etliche olivgrüne (aber nicht nur) Politiker gegen solche doch auch reale Gefahren vielleicht ganz schön unempfindlich?
Geändert von cloud 9 (29.05.2022 um 15:05 Uhr)
|