Zitat:
Zitat von Danielson
Er hat geschrieben, verkauft hätte er [Seehofer] nichts. Und das glaube ich nicht, auch auf einen Strukturvertrieb bezogen. So unfähig war er nicht.
Es geht mir letztlich aber nur darum, dass es in jeder Partei gute und schlechte Politiker gibt. Die Einschätzung gründet auf Erfahrungen, die ich gesammelt habe, als ich Kommunalpolitiker in Baden-Württemberg noch von nächster Nähe aus beobachtet habe. Es gibt Kräfte bei den Grünen, die kommunalpolitische Projekte vorantreiben und dem Bürgermeister genau auf die Finger schauen - und CDUler, die nur ihres prominenten Namens wegen im Gemeinderat sitzen und abnicken, was Parteivordere ihnen vorschlagen. Behäbig und arrogant agierende CDU-Politiker sind letztlich der Grund dafür, dass die Grünen in Baden-Württemberg so erfolgreich sind. Hätte die CDU in BaWü noch einen Mann im Format eines Lothar Späths in ihren Reihen, würde es für sie im "Ländle" auch anders laufen.
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Absolute Zustimmung hier in diesem Punkt!
Wer sich auf die Lokalpolitik beschränkt und eben nicht Alles der großen Karriere unterordnet versucht zumindest in der Regel pragmatisch zu handeln. Ideologie kann man sich auf dieser Ebene nicht leisten , da man seinen Wählern jeden Tag in der Stadt über dem Weg läuft.
Überdreht jemand, wie hier ein Stadtrat der CDU, ein Erbe eines Mittelständlers, wo dann bei Insolvenz durch Größenwahn 160 Leute auf der Straße standen, er aber beim Aufkäufer der Reste sofort als GF anfing und weiter die dicke Villa bewohnt und 3 Nobelkarossen vor der Tür stehen hat, da wurde es für ihn (und Familie) sehr unangenehm und er trat aus der Politik zurück (was er natürlich gar nicht verstehen konnte warum die nun alle sauer auf ihn sind).
Genauso wie die Schwester eines örtlichen Großindustriellen (auch CDU) sich schon im Bürgermeisteramt wähnte und zur Innenstadtgestaltung nur sagte, dass man mehr Luxusbotiquen bräuchte, dann müsse sie nicht mehr nach D'dorf fahren. Das war es dann mit dem Amt, bei der Wahl, die sie dann noch nachzahlen ließ, wurde sie, zu ihrer Verwunderung, nicht gewählt.
Ich will damit sagen, dass zumindest in Klein-/Mittelstädten noch so etwas wie soziale Kontrolle herrscht. Selbst ein Karrierist wie Ziemiak tritt hier völlig anders auf. Auch Fussballmanager Ruhnert, der hier im Stadtrat sitzt oder CDU-NRW Fraktionsvorsitzender Schick, in Personalunion Vizebürgermeister, halten sich mit dem üblichen großpolitischen Geplänkel zurück. Man will ja noch erhobenen Hauptes aufs Schützenfest gehen können...
Das Problem liegt auf anderer Ebene. Da greift dann das Peter-Prinzip, wenn bestimmte Politiker die Leiter hochgespült werden, die fachlich und intellektuell ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind und denen zudem völlig die Empathie fehlt. Sie bekommen in ihrer Blase auch keinen Rapport für ihr Verhalten, spüren es nicht direkt und eine sowieso schon latent vorhandene narzisstische Neigung der Persönlichkeit wird noch verstärkt.