Zitat:
Original geschrieben von Vektor
Ob das wirklich "schlimmer" zu nennen ist, wage ich zu bezweifeln. Die LPZ sollte meiner Meinung nach nur die erbrachte Leistung widerspiegeln. Bei 0 Siegen ist jedoch keine Leistung erbracht worden - egal wo.
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Ne, das finde ich so überhaupt nicht EGAL.
Wenn jemand gegen gute Leute gewinnt, soll er viele Punkte bekommen.
Gewinnt er gegen etwas weniger gute Leute, so soll er etwas weniger Punkte bekommen.
Das ist natürlich OK.
Genauso sollte aber gelten:
Wenn jemand aber gegen schwache Leute verliert, so soll er dafür am Ende weniger Punkte bekommen wie jemand, der nur gegen Starke verliert.
Ob jemand gewinnt oder verliert ist also prinzipiell gleich wichtig für die Einschätzung seiner Spielstärke und muß gleich wirksam in die Formel zur Berechnung seiner LPZ eingehen.
Meiner Meinung nach kann ein System, welches diesem Prinzip nicht gehorcht, nicht gerecht sein.
Extremes Beispiel:
Gewinnt jemand in der Mitte alles, so hat er also mindestens eine bestimmte Spielstärke Gm (eben die, die man mindestens braucht, um in der Mitte alles zu gewinnen)
Gewinnt jemand Oben alles, so hat er also mindestens eine bestimmte Spielstärke Go (eben die, die man mindestens braucht, um Oben alles zu gewinnen)
Sicher wird jeder zustimmen: Go ist größer als Gm
Verliert jemand in der Mitte alles, so hat er also höchstens eine bestimmte Spielstärke Vm (eben die, die man höchstens haben kann, um in der Mitte noch alles zu verlieren)
Verliert jemand Oben alles, so hat er also höchstens eine bestimmte Spielstärke Vo (eben die, die man höchstens haben kann, um Oben noch alles zu verlieren)
Sicher wird auch da jeder zustimmen: Vo ist größer als Vm
Jens
By the way (und sehr frei nach Cato):
'Recht gut' finde ich nach wie vor das 'Bezirk-Kiel'-System:
Letztlich wird dort jedem Paarkreuz in jeder Klasse eine mittlere Spielstärke zugeordnet:
(Klasse - oben - mitte - unten)
Kreisliga 320 300 280
2.Bezirk 345 325 305
1.Bezirk 370 350 330
Die Klassen unterscheiden sich also um 25 und die Paarkreuze um 20 Punkte.
Ein Spieler, der in seinem Paarkreuz ausgeglichen spielt, erhält diese Punkte, je nach Erfolgsquote kann man 40 Punkte dazu (alles gewonnen) oder 40 weniger (alles verloren) bekommen.
Was ich hier so anschaulich (???) beschrieben habe, wird formal ausgedrückt durch die Formel:
(3*gO-1*vO + 2*gM – 2*vM + 1*gU – 3*vU) * 20 / AnzSpiele + KlGrundzahl
dabei ist die KlGrundzahl: 1.Bezirk = 350 2.Bezirk = 325 Kreisliga = 300
Ich finde dieses System schon recht realitätsnah.
Ich denke, noch realistischer (und aufwendiger) sind nur die Systeme, die jeweils die konkrete Spielstärke der Gegner berücksichtigen.
Und man kann dieses System sehr einfach handhaben.