|
AW: FC Bayern München - Bayern-Fans unter sich
Ein Topteam spielt seinen Stiefel durch und drückt ihn dem Gegner auf. Was dort beschrieben wird ist reaktiv, nicht aktiv und das tue ich, in jedem Sport, wenn ich schlechter als der Gegner bin.
Zur 3er Kette: man geht da wissenschaftlich ran und versucht ein von Grund auf unterlegenes System als Neuerfindung zu verkaufen.
3-5-2 ist nichts anderes als der "alte" Fussball mit Libero, 2 Vorstoppern und Doppelsturm. Ergänzt durch die "Schienenspieler", in den 50ern "Läufer" genannt.
Der Grundannahmefehler ist, dass diese 2 Akteure jeweils 2 Positionen abdecken können. AV und LA/RA. In der Realität stehen sie aber im Niemandsland, zumindest bei offensiver Interpretation. Die Defensive davon heißt aber "5er" Kette mit echten AV, wie sie Tuchel spielt.
Man glaubt dadurch, in der reinen Theorie am Reißbrett, schnell nach Vorne zu kommen und Hinten abzusichern. Funktioniert in der Praxis nur nicht, wenn der Gegner lange Bälle spielt. So schnell sind weder Davies noch Hakimi.
Die theoretische Überzahl wandelt sich in der Praxis in Unterzahl, weshalb auch niemand mehr mit Libero und Dippelsturm gespielt hat.
Es sei denn, siehe Griechenland 2004 oder Tuchel oder auch FFM, du bist individuell extrem unterlegen. Oder du musst, wie Terzic, irgendwie damals einen Hummels gut aussehen lassen.
Bei Bayern hast du zusätzlich noch das Problem, dass ein Müller, Kimmich oder auch die B2B Fraktion nur in 4er Kette funktioniert. Im 3-5-2 gibt es Müllers und Kimmichs Position nicht.
Ich mag ja den Klopp persönlich nicht, aber eine Sache kann sich JN von ihm abgucken, nämlich wie man jeden Spieler individuell am stärksten einsetzt.
Diese "Moneyball" Geschichte oder Taktik wie im Football funktioniert im Fussball nicht. Weil es letztendlich auf die individuelle Stärke der Spieler ankommt. Mit riesigem Glück, wie bei FFM kann es mal klappen, aber in der MS sind die untergegangen. Auch Chelsea bekommt in der Saison keinen Stich.
Wenn JN jetzt 3 x die CL gewinnt, dann hat er den Fussball neu erfunden. Glauben daran kann ich nicht, die anderen sind ja auch nicht blöd. Schon Pep, den ich vom Spielstil verehre, hat sich immer wieder selbst ausgecoacht.
MMn. liegt der Reiz des Spiels und auch der Erfolg großer Trainer in der Einfachheit ihrer Systeme. Egal ob Klopp, Pep bei Barca, Jupp oder auch Zidane und Ancelotti, keiner von denen versuchte den Fussball neu zu erfinden. Pep später ja, ist übel reingefallen.
Zudem ist der Sport zum Großteil intuitiv, die besten Spieler verfügen über einen herausragenden Instinkt, sogenannte "positive Dummheit". Nimmt man ihnen das, indem sich der Trainer über sie stellt, dann wird das nichts. Schlechte Spieler kann man damit besser aussehen lassen, gute Spieler macht man schlechter.
Leute wie Robben, Ronaldo, Mbappe, Neymar, Messi, aber auch Salah, Mane, Lewy oder Coman, jeder Gegner weiß was da kommt. Stoppen kann er den Gegner trotzdem nicht. Deshalb setzt sich individuelle Klasse zu 90% durch. Glücksmomente in Pokalwettbewerben mal ausgenommen.
Was Nagelsmann vorhat, funktioniert halt in der Theorie. In der Praxis rennt ein Kimmich dann doch wieder Vorne rein, Müller verstolpert und hinten ist Polen offen.
In 2 Personalfragen stimme ich aber mit JN 100% überein. DeJong und Kane. Ich würde auch den Upamecano mal auf die 6 stellen. Hat alles dafür und für sein Nevenkostüm könnte es von Vorteil sein, wenn hinter ihm noch was steht. Nianzou ähnlich.
|