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AW: Russland - Ukraine - NATO Konflikt
@ Matousek:
Ist eine Frage der Definition. An die Superreichen und Großkonzerne? Ja, klar.
An die Staatsfinanzen? Ja, klar.
An die Masse der Bevölkerung?
Immer weniger, siehe Uniperdeal und Freigabe der Gaspreise.
Heute war der Kommentar in den Tagesthemen mal durchaus brauchbar. Die Dame vom BR sprach die Besteuerung von Höchstvermögen und in dem Zuge auch die Erbschaftssteuer an.
Gerade letzteren Punkt spreche ich hier immer wieder an. Ebenso den Abfluss von volkswirtschaftlichen Wrträgen ins Ausland. So finanzieren die Vonoviamieter zu einem Teil den Norwegern ihre üppige Rente. Auch der Staatspreis für Schumi, den ich bewundere für seine Leistung, ist ein Hohn, da er nahezu Alles in seiner Karriere in der Schweiz versteuert hat.
Der Steuersatz für Bürger mit Einkommen bis etwa 500k, das sind die, die in einer GmbH den Großteil ausschütten, liegt bei fast 50%. Nimmt man Verbrauchsteuern dazu, auch darüber. Im Superreichenbereich nur bei 30%, da kaum ausgeschüttet wird und mit Auslandskonstrukten kommen die obersten 0,01% oft auch Steuersätze von < 10%, manche haben mittels Familyoffice auch eine Banklizenz und zahlen auf Dividenden 1,25%.
Dass Fussballer ihre Bildrechte in eine GmbH einbringen können und auf 10 Jahre abschreiben und damit alle Werbeeinnahmen faktisch 10 Jahre steuerfrei kassieren können ist nur ein Beispiel.
Das Geld ist da, es wird nur immer ungleicher verteilt und durch den Zinseszins immer schneller. Das geht auch nicht bei 5,10 oder 15 Mio los, das geht ab 50/100 Mio Vermögen los, darunter sind die Kosten für solche Konstrukte viel zu hoch.
Insofern hat der Staat, und das gilt für die gesamte westliche Welt, durch die Globalisierung, EU usw. ein massives Verteilungsproblem bei der Privatisierung von Profiten und Sozialisierung der Kosten.
Es kann letztendlich nicht sein, dass selbst große Mittelständler mit 200 Mio+ Vermögen alle Investments, vom Pferdehof über Wohnimmobilien steuerschonend und erbschaftssteuerbefreit in den Hauptkonzern konsolidieren und dann auch noch das völlig sinnbefreite "Sponsoring" des eigenen Hobbyautorennteams bei der Firma von der Steuer absetzen. Der Profit im Konzern wird natürlich fast komplett vorgetragen (wovon man dann die nächsten 50 Wohnungen baut) und nur mit 30% versteuert. Alles wohlgemerkt völlig legal und jeder hier würde es genauso gestalten.
War nur ein Beispiel aus unserem Ort und die betreffende Firma ist nicht mal international tätig.
Mit einer Vermögenssteuer käme man auch nicht weit, da Alles ins "Betriebsvermögen" eingegliedert wurde.
Es ist einfach ein mathematisches Problem. Das ist wie im Fussball. Einige, ganz wenige, sind so groß geworden, dass sie im Jahr mehr Einnehmen als als selbst der bestgeführte Verein aus niedrigeren Gefilden jemals zulegen kann. Es entstehen Oligopole, die mit ihrer Finanzkraft und Kontakten Alles aufsaugen und alle Rahmenbedingungen für sich optimieren.
Oder das Beispiel Lebensmittelhandel:
Noch vor 30 Jahren gab es in Deutschland mindestens 30 unterschiedliche Anbieter, bis Aldi und Lidl auf die Idee kamen mit dem Gewinn einer Filiale die nächste zu finanzieren, auch international. Im IT Sektor ist es noch extremer, wo die Großen Alles aufkaufen, was nicht bei drei auf dem Baum ist.
Möglich gemacht hat es der Gesetzgeber. Zurückdrehen kann man da auch nichts mehr, Querulanten in der Politik kauft man heute mittels "Beratervertrag" einfach weg. Alles mittlerweile völlig legal und gesetzeskonform.
Das Kernproblem ist einfach dass das Thema für jemanden, der nicht vom Fach ist, und das sind 95% der Bevölkerung, schlichtweg zu hoch ist. Ähnlich wie die Inflation. Die Leute merken, dass was im Busch ist, können es sich aber letztendlich nicht erklären. Da helfen auch keine YouTube Videos, wo diese Themen zwar ab und an mal oberflächlich angeschnitten werden, die Ersteller letztendlich aber selbst nicht durchblicken.
Erkläre mal einem einfach gestrickten Bayernfan, dass nicht das "Festgeldkonto" den Reichtum des Vereins ausmacht, sondern die Vermögenswerte und der Unternehmenswert, der ein Vielfaches vom "Festgeld" ist. Dass auch dort steueroptimiert gearbeitet wird und das Vermögen zu 90% Sachwerte sind. Und dass Barcelona zwar ein Liquiditätsproblem hat, aber kein Vermögensproblem. Letzteres macht man ja gerade locker. Da hilft dann die Niedrigzinspolitik der EZB nochmal gewaltig.
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