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Alt 12.08.2022, 06:14
User 597698 User 597698 ist offline
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Zitat:
Zitat von JanMove Beitrag anzeigen
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was Du uns sagen willst. Denkst Du, dass das Äquivalenzeinkommen nun ein eher hoher oder eher niedriger Betrag ist? Und was soll dieser Range überhaupt aussagen. Soll das die Definiton von Mittelschicht sein? Kann man zwar machen, ist aber genauso wissenschaftlich oder unwisschenschaftlich wie irgendeine andere Definition. Der Punkt ist einfach der, dass die Zahlen alleine überhaupts nichts darüber Aussagen, ob und wie viel Du dir mit deinem Äquivalenzeinkommen leisten kannst. Nehmen wir an Dein Lohn steigt nicht oder nur kaum aber die Lebenshaltungskosten gehen massiv nach oben, so wie das momentan der Fall ist. Dann kannst Du Dir trotz konstantem oder leicht steigendem Äquivalenzinkommen immer weniger leisten. Im Extremfall bist Du dann zwar finanziell arm gehörst aber offiziell zur Mittelschicht, wofür Du dir nichts kaufen kannst, darfst Dich aber immerhin offiziell als zur Mittelschicht zugehörig schimpfen.
Also wenn Du im unteren Bereich Deines Ranges liegst, dann kannst Du dir nur wenig bis gar nichts leisten, und damit bist Du aus meiner Sicht finanziell Unterschicht (auch wenn Du gemäss dieser Definition zur Mittelschicht zählen solltest). Auf der anderen Seite gibt es genügend Leute die ganz schnell über Deiner oberen Kante von 46 k liegen und noch weit davon entfernt sind reich zu sein, obwohl Du ja dann schon offiziell zur Oberschicht gehörst.
Vermutlich hat Peter Igel mit seinem Beitrag zuvor recht, wenn er "zu verwissenschaftlicht" schreibt.

Wenn hier über Einkommen philosophiert wird, dann gehe ich mal davon aus, das die Einkommensstatistischen Festlegungen eine Rolle spielen (sollten). Und natürlich gibt es andere Definitionen von "Mittelschicht" wie z. B. in der Soziologie.

Wie man sein Geld ausgibt oder nicht, steht dann ersteinmal auf einem anderen Blatt (und jedem frei), oder nicht? Ich kann ja sonst auch definieren, dass man nur reich sein kann und damit zur Oberschicht gehören kann, wenn man liquide ist, also buchstäblich "Geld zum ausgeben" hat. Wieviel? ...steht dann auch auf einem anderen Blatt.

Das Äquivalenzeinkommen soll dann ja als Berechnungsgröße nur dafür sorgen, dass man unterschiedliche Haushalte vergleichen kann, weil es ja schon einen Unterschied macht, ob wir über einen Ein-Personen-Haushalt reden oder über eine Familie mit 2 Kindern, wo ein oder beide Erwachsenen Einkommen haben. Es geht dabei um relative Armut gemessen an der Gesamtbevölkerung, wenn man die Spanne vom Median ansetzt (bspw. die 60-200%). Kann man auch logischweise kritisieren und sich lieber an den Gini-Koeffizient halten.

Noppenzar verwendet also "irgendwelche Zahlen", die ihm richtig erscheinen und konstruiert daraus seine Aussagen und Argumente. Kann man machen.

Ich habe darauf hingewiesen, dass alle Möglichen anderen Institutionen o. ä. andere Festlegungen anwenden. Kann man ignorieren, klar.

Auf ein paar deiner Fragen (und da ja augenscheinlich niemand nachgelesen hat), aus dem Wiki-Artikel ein paar Aussagen:
Grundlage ist meist das Äquivalenzeinkommen als Einkommen, das jedem Mitglied eines Haushalts – wenn es erwachsen und alleinlebend wäre – den gleichen (äquivalenten) Lebensstandard ermöglichen würde, wie es ihn innerhalb der Haushaltsgemeinschaft hat. Der Teil der Bevölkerung, der über ein Netto-Äquivalenzeinkommen in einem engeren oder weiteren Bereich um einen mittleren Wert (Median) herum verfügt, wird als Durchschnittsverdiener oder Mittelschicht bezeichnet; die Oberschicht verfügt über mehr, die Unterschicht über weniger Einkommen.

Dann heißt es weiter (Hervorhebung von mir):
Die Ökonomen Homi Kharas und Kristofer Hamel definieren ein Mittelschichtsleben nach globalem Maßstab so: Man kann sich Dinge wie einen Kühlschrank, eine Waschmaschine oder ein Motorrad leisten; ein Kinobesuch liegt drin; Urlaub machen ist möglich; eine plötzliche Krankheit oder ein zeitweiliger Jobverlust kann überstanden werden, ohne in Armut abzurutschen. Zwischen Mittelschicht und extremer Armut finden sich die „Verletzlichen“ (3,2 Milliarden Menschen): Sie können durch ein unvorhergesehenes Ereignis wie eine Krankheit oder Arbeitslosigkeit in die Armut zurückfallen. Ganz oben sind die Reichen (200 Millionen)
(Aus: Globale Mittelschicht. In: DER SPIEGEL.)
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