Ich will das paper im Detail gar nicht bewerten, einige der Kritikpunkte sind sicher berechtigt.
Aber einige Ausführungen sind auch nicht besser.
Die Hauptkritik am paper ist sicherlich das bei vielen Dingen nicht im Detail auf die Durchführung des Experiments, den Aufbau und den Formalismus der Auswertung eingegangen wird.
- Bezüglich des SVHS Videos ist zumindest kurz erwähnt dass pro frame 10 Messpunkte möglich waren. Also im Endeffekt 500Hz.
Ich weiß nicht ob und wie gut das funktioniert aber du hast es einfach mal unerwähnt gelassen und 50 Bilder pro Sekunde suggeriert, was natürlich deutlich zu wenig ist.
Hättest ja auch schreiben können, dass die Methode nicht funktioniert, am besten noch warum.
Zitat:
Zitat von v1rtu4l
Meine Kritik im Detail.
Wenn solche Tests mit fest montiertem Schläger eine Topspin Bewegung emulieren sollen, dann haben wir ein großes Problem. Das passt so nicht und es gibt auch keine Ballwurfmaschine, die das ausgleicht.
Du kannst nicht einfach die aufeinandergerichtete Geschwindigkeit des Balles mit dem Schläger addieren und daraus quasi ein Experiment mit stationärem Schläger machen. Die Resultate sind gravierend anders.
Da werden dann mal einfach diverse weitere Einflüsse ausgeblendet. Schon allein weil der im Testszenario heranfliegende Ball deutlich weniger Kräften ausgesetzt ist und es quasi sehr sehr schwer ist die richtigen Vektoren hinzubekommen die auch nur annäherungsweise ein ähnliches Szenario produzieren.
Laut seiner Rechnung nimmt er also die Geschwindigkeit des Balles an (z.B. 150km/h) und addiert dazu die Geschwindigkeit die der Schläger hätte (sagen wir 80km/h) und beschießt seinen Schläger mit der Ballwurfmaschine mit einem Ball der Spin X hat und mit 230km/h fliegt. Das passt an diversen Stellen nicht, da hier beispielsweise der Magnus-Effekt durch die erhöhte Geschwindigkeit (welche als mathematischer Faktor in der Gleichung einfliest) verfälschend auf die initiale Ballkurve und somit den Winkel mit dem der Ball auf den Schläger trifft einwirken.
Noch dazu wäre das dann im besten Falle ein Schlagspin, den wir nachahmen würden. Wir generieren im Tischtennis aber die Rotation durch das streifen des Balles und nicht dadurch, dass der Ball feste auf eine angewinkelte Schlägerseite knallt und davon abprallt.
Es benötigt eine aktive Beschleunigung zum Zeitpunkt an dem der Ball das Obergummi eindrückt und in den Schwamm "eindringt" und darüber hinaus (auch während der Absprungphase des Balles) wird der Schläger weiter beschleunigt und der Ball erhällt weiteren Spin durch die teilweise orthogonal zum Absprung des Balles einwirkende Kraft. Ein "diagonal" ins Gummi eintauchender/eintreffender Ball ist nicht das gleiche. [/I]
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Im Grunde ist das ein elastischer Stoß.
Mal angenommen die Ballmaschine kann das genau steuern, dann ist das tatsächlich egal. Die Relativgeschwindigkeit zählt auch in der Tangentialrichtung und man kann ja den Ball auch schräg auf den Schläger schießen.
- Ob die Winkeländerung durch den Magnuseffekt eine Rolle spielt (also nennenswert ist) müsste man zuerst mal untersuchen. Auf die Ergebnisse hier hat es marginalen Einfluss. Es wurde ja keine Winkelabhängigkeit untersucht sondern nur 45°/90°, dann warens halt vielleicht 40. Wenn man das im Detail untersucht, würde man ohnehin den Einfallswinkel mitmessen und bei unterschiedlichen Winkeln messen. Hier gings nur um mit/ohne Tangetialkomponente und ob das einen Unterschied macht.
-Was das mit der "aktiven Beschleunigung" (auch sehr wissenschaftlicher Ausdruck) heißen soll weiß ich nicht. Sollte damit die Krafteinwirkung durch den Spieler gemeint sein dann stimmt das grundsätzlich. Bei dem Modell hätte das direkte Auswirkung auf das Massenverhältnis, dass dadurch nochmal vergrößert wird. Mir schon von einem Forenmitglied, dass selber deutlich detailliertere Berechnungen durchgeführt hat hier erklärt, dass das kaum eine Rolle spielt für die Bewertung des Materials.
Zitat:
Zitat von v1rtu4l
Nehmen wir an die Hand wiegt 500g (was sie selten wiegen wird), dann wäre es immer noch ein Verhältnis von 2.5g zu 680g, also 1:272, aber doch bitte nicht 1 zu unendlich !
Die nächste "Schludrigkeit kommt hier:
Ah ja, weil der Ball ja 200 mal schneller beschleunigt werden kann als der Schläger, ignorieren wir diesen Wert des Schlägers einfach mal.
Hier wäre eigentlich der allerwichtigste Test Case abzuleiten indem beim Testaufbau ein Streifen des Balles nicht geschieht. Der einzige Testaufbau der das ermöglichen würde wäre ein Schläger der sich während des Auftreffens des Balles orthogonal oder einem Winkel zwischen 45° und 90° zum Balltreffpunkt und Winkel beschleunigt.
Der andere Aufbau (wenn es denn ein fester Schläger sein soll) wäre einen Ball der in die Gegenrichtung (also z.B. im 45° Winkel nach unten) beschleunigt, während der Schläger getroffen wird. Das ist unmöglich (es sei denn ihr habt dementsprechend schnell aktivierende Magneten die schnell genug schalten und einen magnetischen Ball ).
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Mit der Beschleunigung des Schlägers ist mit Sicherheit die, während des elastischen Stoßvorgangs gemeint. Wie stark verzögert der Schläger? Hat das eine Auswirkung? Tiefenbacher behauptet nein, und belegt es nicht. Gibt nur den Hinweis auf das Masseverhältnis == rechne es dir selbst aus.
Du behauptest "ja" und gibst auch nicht mehr keine Information.
Nehmen wir an deine 1:272 stimmen. Mit dem Spieler und seiner "aktiven Beschleunigung" wird das bei dem vereinfachten Modell eher noch mehr.
Hast du denn überschlagen ob das einen relevanten Unterschied macht oder war das ein Bauchgefühl.
Zum bewegten Schläger/streifen --> siehe oben.
Wieso brauche ich Magneten, damit ich einen Ball in einem Bestimmten Winkel auf den ruhenden Schläger abschießen kann ?
Zitat:
Zitat von v1rtu4l
Der Konrad sollte den Profis mal stecken, dass die Carbonhölzer gar nicht schneller sind. Die sind für diese Erkenntnis sicher dankbar und stellen dann alle auf Vollhölzer um.
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Unabhängig davon ob Tiefenbachers Aussage stimmt.
Deine ist eine Nullaussage, nach eigenem Gutdünken.
Erstens gibt es erstens genug Profis die kein Carbon spielen (unter anderem ein Hardhitter wie Karlsson). Und wer bitte sagt dass Profis immer die schnellsten Hölzer spielen.
Das galt früher noch weniger als heute.
Zitat:
Zitat von v1rtu4l
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Ich finde die Seite auch gut, aber wie hat er es gemessen ?
Angegeben ist es nicht aber alle ähnlichen Messungen die ich gesehen habe waren entweder mit freischwingendem oder fix eingespanntem Schläger.
Hier scheint es dir wieder egal zu sein das das Setup nicht genau gleich ist.