Wer die Weltrangliste ernsthaft noch als Argument für die Einschätzung von Spielstärken heran zieht, dem ist wohl kaum noch zu helfen.
Die DTTB-Trainer gingen gegen Ägypten auf Nummer sicher und setzten neben Han Ying (gegen Dina Meshref) mit Shan Xiaona (gegen Hana Goda) die zweite Chinesin ein.
Wer sich einen Eindruck von Nina Mittelhams mentaler Verfassung und Körpersprache machen will, kann sich gerne das Spiel von ihr an Position 3 gegen Mariam Alhodaby ansehen. Im ersten Satz drei Satzbälle bei 10:7 gehabt, 14:12 gewonnen. Im zweiten Satz nach 9:4 Führung verzweifelt bei 9:8 selber das Timeout genommen und auf dem Weg zum Coach sich gegen den Kopf geschlagen. Danach 9:9 und auch nur in der Verlängerung 13:11 gewonnen. Aber immerhin konnte sie die (dank 500 WRL-Punkten bei den Afrikanischen Meisterschaften 2021) „Nummer 50 der Weltrangliste“ (

) im dritten Satz standesgemäß mit einem deutlichen Sieg in die Schranken weisen.
Franziska Schreiner steht auf Platz 185, gegen sie verlor die Ägypterin 0:3 (Anastasia Bondareva steht auf Platz 439 und ich denke sie hätte gute Gewinnchancen). Olufunke Oshonaike (kennt man in Deutschland) steht auf Platz 149, gegen sie verlor die Ägypterin 0:4. Und die Belgierin Lisa Lung, die letzte Saison in der deutschen Bundesliga eine 3:15 Bilanz spielte, hauptsächlich im hinteren Paarkreuz, in der Rückrunde 1:10 und sogar gegen die Ersatzspielerin aus der 3. Bundesliga vom TSV Schwabhausen Emine Ernst verlor und zur Zeit nicht einmal mehr in der Weltrangliste gerankt ist, gewann gegen die Ägypterin 3:0. Und dann beschönigen hier welche das Abschneiden von Mittelham und Winter mit den hohen Weltranglistenpositionen der Gegnerinnen. Ernsthaft?
Wer die Nummer 50 der Welt

gegen Nina Mittelham spielen sehen möchte, bitte:
ITTF, WTT und Weltrangliste kann man leider nicht mehr Ernst nehmen.