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AW: Training mit einem guten Roboter
Bei mir und meinen Roboter dürfen grundsätzlich 2 Sachen nicht fehlen. Verschiedenfarbige Bälle und ne Kamera um mich selbst zu filmen. Beinarbeitsübungen spiele ich auch oft ohne Kamera, aber wenn es um Technik verbessern oder ändern geht, ist sie ein MUSS. Verschiedenfarbige Bälle sind mir auch wichtig, weil ich so andere Platzierungen anspielen kann, ohne mich von innen heraus dazu überzeugen zu müssen.
Zum Trainingsaufbau an sich kann ich wenig konkretes sagen. Die Schwerpunkte die ich verbessern möchte spiele ich im Verein, genauso wie mit dem Roboter. Ein Unterschied ist, dass meine Trainingseinheiten mit dem Roboter meist viel kürzer, aber intensiver sind. Mit Schwerpunkt auf Beinarbeit kann ich maximal 30 Minuten effektiv trainieren und bin danach erstmal kaputt. Bei Technik bin ich meist bei 30 Minuten bis zu einer Stunde dran, da ich mir die Videos von mir ab und an angucken muss um mich selbst zu korrigieren.
Zum Thema einspielen mit Roboter habe ich die Erfahrung gemacht, dass es mir persönlich nicht viel bringt. Der Roboter ist selbst mit hoher Streuung wie es ein Mitspieler machen würde immernoch zu statisch. Immer wenn ich zuviel mit dem Roboter 'eingekontert' habe, wurden im Training mit Menschen die ersten 2 Minuten fast nur Luftlöcher geschlagen. Wenn ich das einkontern weg lasse, ist das nicht der Fall.
Zum warmwerden mache ich deshalb abseits der Platte einige Übungen die den Körper aktivieren und spiele danach meine Übungen. Wenn sich jemand nichts konkretes unter so einen Warm-up vorstellen kann, einfach in YouTube 'warm-up follow along' eintippen und die Qual der Wahl genießen. Da hat zwar nichts direkt etwas mit Ball und Schläger zu tun, ist für mich aber die bessere Lösung.
Aufschlag Rückschlag mache ich auch nicht, höchstens um etwas zu simulieren was ich im Wettkampf gesehen habe und keiner meiner Spielpartner kann. Mein Problem bei der Simulation von Aufschlägen ist, dass die Schlägerbewegung fehlt. Genau das ist ja der Knackpunkt bei Aufschlägen: erkennen was der Gegner in den Ball tut. Wenn ich wie beim Roboter weiß, was im Ball ist trainiere ich nur meine Technik, aber nicht den Aufschlag Rückschlag.
Ansonsten ist meine Struktur nahezu lachhaft einfach: Ich kenne meinen Schwerpunkt und suche mir Übungen raus, die diesen Schwerpunkt angreifen. Die erste Übung ist unkompliziert und einfach (einfache halbregelmäßige Übungen). Danach steigere ich den Anspruch mit der Zeit.
Am Ende einer Trainingseinheit mit Roboter mache ich immer noch 5 Minuten (oder mehr je nach Laune) Aufschläge. Das Ballfangnetz des Roboters macht es so viel angenehmer, weil man nicht alle 10 Aufschläge sammeln muss.
Was die Spin Intensität angeht, glaube ich, dass du schon im realistischen Rahmen bleiben solltest wenn du Spielnahe Übungen (unregelmäßig oder Ballwechsel simulieren). In solchen Situationen ist es einfach zu unwahrscheinlich, dass du so starken Spin abbekommst.
Wenn es allerdings Richtung Techniktraining geht, kann ab und an ein Ball mit unmenschlichem Unterschnitt schon berechtigt sein. So ein Ball zwingt dich dazu, die Bewegung auf Unterschnitt zu übertreiben. So bekommt man ein gutes Körpergefühl für die eigene Technik und kann auch auf der Videoaufnahme gut sehen, was man falsch macht, weil es halt so übertrieben ist.
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