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Alt 20.10.2022, 21:54
Blackdawn Blackdawn ist offline
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Blackdawn kommt allgemein ganz gut an (Renommeepunkte mindestens +60)
AW: Training mit einem guten Roboter

Zitat:
Zitat von Fastest115 Beitrag anzeigen
Da hat der Analytiker 2 Dinge genannt die mir als Trainer immer Kopfschmerzen machen. Egal wie gut programmierbar der Roboter ist (Platzierung Spin usw)
1. Man will Bewegungen automatisieren und das geht damit auch. Problem: man sieht nicht ob die Bewegungen die man automatisiert richtig sind. Sprich es kann sein man macht die Bewegung 1000 mal falsch ohne es zu merken und automatisiert dann einen Fehler. Daher ist die Kamera eine gute Idee. Also Übung X mal spielen und Filmen und danach gucken ob alles technisch richtig war. Das gleiche gilt auch für Beinarbeit wo man gucken kann ob man die Beine richtig bewegt hat.
Achtung: Kamera und Selbstanalyse ist natürlich nur sinnvoll wenn man in der Lage ist zu erkennen ob alles richtig war. Denn auch das kann nicht jeder...Fazit: Man muss die bewegungen Beurteilen können und dann berichtigen. Wenn man das selber kann geht es mit filmen. Was aber auch Zeitaufwendig ist mit 10 Bälle spielen, angucken, analysieren , geändert nochmal spielen, angucken usw. Besser ist natürlich wenn ein Trainer daneben steht der Fehler sofort sieht und korregieren kann.
2. Die Schlägerbewegung fehlt: Man muss als TT Spieler auf die Bewegungen des Gegners reagieren nachdem man daraus erkennt in welche Richtung der Ball geht und wie lang und mit welchem Spin. Das kann ein Roboter nicht leisten.
Beispiel: ich lass den einen US Aufschlag einspielen und ziehe nach oben. Dann einen links seite dann einen rechtsseite...mit entsprechenden Rückschlägen. OK dann weiss ich zwar wie ich auf US links und rechts reagiere aber wenn muss trotzdem noch im Spiel an der Bewegung erkennen welcher Schnitt dann drin ist und wo der hin geht und wie lang usw....
Test: Kannst ja mal versuchen wenn du per Zufallsgenerator die Bälle mit verschiedenem Spin Richtung und Länge aus dem Roboter kommen lässt und dann versuchst gute Rückschläge zu spielen...Boll und Co können das schaffen aber als normalsterblicher wird das mehr als schwierig.
3. Dazu sehe ich ein Problem wenn man Ballwechsel simulieren will...denn der Ball kommt ja immer aus der gleichen Ecke...sprich der spielt aus der RH Ecke einen US Aufschlag in Tisch mitte . Dann spiele ich Sidetospin in Tiefe VH und dann kommt der Ball mit Seitüberschnitt als Block aus der RH!! diagonal in meine RH??? Ist nicht wirklich realistisch? Der Roboter kann eben nicht aus verschiedenen Positionen spielen wie es im Ballwechsel eben oftso ist.

Fazit: Roboter sind besser geworden als vor 20 Jahren durch die bessere Programmierbarkeit. Aber viele Dinge sind immer noch realitätsfern. (keine Schlägerbewegung, Auswurf immer aus der gleichen Richtung) und man muss immer noch gucken das man Fehler sofort korregiert und das ist mit Videoanalyse sehr aufwendig oder man braucht einen TRainer der daneben steht...

Da macht immer Balleimer mehr Sinn.
1. Schlägerbewegung
2. Trainer/2. Person, der gleich korrigieren kann
3. Der kann die Position wechseln und auch mal einen Rückschlag spielen oder gelegentlich/unregelmässig mal eine Überraschung einspielen
4. Da ist auch eine Kombi mit dem Roboter ne gute Sache. Da kann der Roboter aus einer Ecke einspielen und der Balleimer aus der anderen.

Ja optimal ist natürlich wenn man einen guten Trainer hat und mit ihm Balleimer oder Übungen spielt, aber wer hat das schon jeden Tag zu hause?

Ich verstehe das man aufpassen muss sich keine schlechte Technik einzutrainieren, ich persönlich schaue aber eh viele Youtubes und Tutorials und gucke mir auch die ganzen TTBL Matches an, so dass ich schon selbst ganz gut daran feilen kann.

Was Angaben und Schnitt angeht zeigt der 3050xl das an, du siehst die Drehung des Kopfes und die Spin-Stärke anhand der grünen/roten Dioden.
Es stimmt natürlich das man nicht trainieren kann den Spin des Gegners "zu lesen" aber man kann zumindest üben auf einen klar sichtbaren Spin richtig zu reagieren und genau das mache ich auch bei meinen Übungen wo Angaben mit völlig zufälligen Side/Back-Spin kommen und das hat mir auch extrem geholfen schwere Angaben gut anzunehmen.
Ich hatte z.B. starke Probleme lange Side-Backspin Angaben halbwegs sicher und tief zu Schupfen (und anzuziehen), kurze vielen mir leichter, aber inzwischen ist beides gut bei mir.

Was die Ballquelle angeht finde ich das weniger relevant, es kommt ja nicht oft vor das der Gegner die Bälle von extrem weit außen gibt so dass sie völlig anders kommen.

Und letztlich finde ich Balleimer Training auch nicht immer besser, weil du dort meist nicht so komplexe Übungen trainierst sondern nur simple kurze Übungen. Da mache ich mit der Ballmaschine schon deutlich bessere Übungen als ich mit einem Balleimer oder 1400 TTR Spieler machen könnte, der nie so konstant und treffsicher so viele Bälle in der Qualität und Geschwindigkeit spielen könnte.
Ich kann z.B. schnelle Topspins gegenziehen oder extrem schnelle Topspins blocken üben besser als mit jedem Balleimer Partner oder im offenen Spiel wo jeder Fehler gleich Stop heißt und der Ballwechsel endet.

Ich denke also das Optimum schließt auf jeden Fall eine gute Ballmaschine mit ein gerade wenn man keine sehr guten Trainingspartner täglich zu hand hat wie die Bundesligaspieler.

Geändert von Blackdawn (20.10.2022 um 21:59 Uhr)
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