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Alt 24.10.2022, 08:36
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Angus Angus ist offline
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AW: Damen 3. Bundesliga Süd, Saison 2022/2023

Die 3. Liga Süd ist ganz schön konfus, wenn man auf die Tabelle schaut. Stuttgart, Chemnitz und Sindelfingen mit gerade erst 2 Spielen, Weinheim ist schon fast durch mit der Vorrunde und hat einen entspannten November/ Dezember vor sich. Schwierig da den Überblick zu behalten oder einen Zwischenstand zu posten.

Deshalb versuche ich es auch nicht und komme zum Spiel Neckarsulm - Fürstenfeldbruck 2.

Neckarsulm konnte mit voller Besetzung antreten. Es waren sogar 5 Spielerinnen im Einsatz und zudem mit einer Zuschauerkulisse, die ein absoluter Luxus in der Liga sein dürfte. Da kommt natürlich der Umstand zum Tragen, dass die Drittligaherren Neckarulms parallel gegen Hohenstein-Ernstthal spielten. Ein sehr gutes Gesamtkonzept, wobei die Damenpartie doch eher unterging und der Trommler häufiger in hier unpassenden Momenten zuschlug.
Fürstenfeldbruck musste auf die Nr. 1, den ägyptischen Neuzugang Farida Badawy, verzichten, konnte dafür aber auf die fleißige Stefanie Felbermeier zurückgreifen, die wieder in 2 Mannschaften zum Einsatz kommt.

Die Doppel gingen sehr unglücklich für die Gäste verloren. Nicht nur, dass die Formation Burandt/ Felbermeier im 5. Satz gegen Horvathova/ Mödinger verlor, auch das Doppel Schultz/ Brüchert verlor, an Position 1 aufgeboten, denkbar unglücklich 2 Sätze in der Verlängerung gegen Hessenthaler/ Nguyen. Sehr schade, denn ein 1:1 wäre hier sicherlich verdient gewesen und hätte dem Spielverlauf gut getan.

In den Spitzeneinzeln taten sich Milena Burandt und Stefanie Felbermeier schwer, was schon von den Voraussetzungen (TTR-Werte) her aber nicht anders zu erwarten war. Kathrin Hessenthaler dominierte die Sätze 1 und 2 vor allem in der 2. Satzhälfte und ließ auch im 4. Satz hinten raus nichts anbrennen. Stefanie konnte ihre Qualitäten (platzierter Konter/Schuss) nur in Satz 3 zur Geltung bringen, denn die Platzierung der Topspins und Nachspielbälle der Neckarsulmer Nr. 1 war einfach wirklich Klasse.
Milena Burandt hielt gut gegen Simona Horvathova mit, musste aber auch in den entscheidenden Momenten passen. Vor allem bei der hohen Führung im 3. Satz, verpasste sie es den Sack zu zumachen und musste das 0:3 hinnehmen.
Was mir von der Tribüne aus aufgefallen ist, waren vor allem die vielen liegengelassenen Chancen in den Ballwechseln unserer beiden Mädels. Viele hohe Bälle wurden knapp vergeben und Punkte z.T. nicht zu Ende gespielt. Das kann natürlich daran liegen, dass die Gegnerinnen einfach immer einen Ball mehr auf den Tisch brachten, als die Spielerinnen erwartet hatten.

Auch das hintere Paarkreuz begann nach der Pause ähnlich, nämlich mit einer 0:3 Niederlage von Ronja Brüchert gegen Ronja Mödinger. Auch hier waren die TTR-Werte klar auf Seite der Gastgeber aber Ronja B. hatte schon öfter mit Kampf ins Spiel gefunden und stärkere Spielerinnen gefährden bzw. schlagen können. Diesmal aber nicht, woran sicher nicht nur die häufig verlorenen Topspinduelle sondern auch die Auswärtssituation und das nicht wohlgesonnene Publikum eine Rolle spielten. Ich habe zwar mein bestes gegeben aber drei Klatscher gegen 75 waren einfach nicht durchsetzungskräftig genug. ( Anmerkung am Rande: Ich brauch auch so ne Trommel!!!) Auch Ronja M. konnte sich auf ihre Topspin-Schläge verlassen und mit großer Ruhe in den Ballwechseln diese häufig zu ihren Gunsten und das Spiel für Neckarsulm entscheiden.
Fast wäre es die Höchststrafe geworden aber im einzigen, TTR-mäßig fast ausgeglichenen Duell des Abend konnte Lea-Marie Schultz ihre gute Form bestätigen und mit 3:0 gegen die Abwehr der leicht favorisierten Felicia Behringer bestehen. Die Neckarsulmer Nr. 4 kam nicht gegen die rotationsreichen VH- und die parallel einschlagenden, schnellen RH-Topspins von Lea-Marie zurecht, die das Spiel zu jeder Zeit im Griff zu haben schien. Zudem spielte die Brucker Nr. 3 sehr clever und erzwang auch Fehler im kurz-kurz-Spiel sowie, ungewöhnlich gegen eine Abwehrspielerin, in den Schupfduellen. Für mich als Beobachter hätte Lea-Marie noch etwas mehr Mut zeigen und öfter den RH-Schwinger auspacken können aber taktisch war es sicherlich besser, eine etwas verunsichert wirkende Gegnerin ihre Fehler selbst machen zu lassen. Deshalb von mir.

Die beiden anschließenden Spiele im vorderen Paarkreuz gingen jeweils in den Entscheidungssatz. Während Horvathova gegen Felbermeier nach einem hin und her in den Sätzen 1-4 und einer 7:2 Führung im Entscheider, beim Stand von 7:6 doch noch einmal die Auszeit zog, musste sich zeitgleich Milena Burandt gegen eine kämpferisch stark aufgelegte Kathrin Hessenthaler im Entscheidungssatz geschlagen geben. Dabei sah es bis zur 2:1 Satzführung wirklich gut aus. Milena konnte das Topspinspiel der Neckarsulmer Nr. 1 gut mitgehen und hatte immer wieder die entscheidende gute Idee und Platzierung parat. Teilweise lies sie aber die Winner liegen, was in Satz 2 wieder besonders auffällig war. Ab dem 4. Satz hörte und sah man aber nur noch Kathrin Hessenthaler spielen. Sie pushte sich mental ins Spiel und mit dem Selbstvertrauen kamen auch die durchsetzungskräftigen Topspins sowie die gute Platzierung in den Nachspielbällen zurück. Vor allem die großen, langen und super anzusehenden Ballwechsel, bei denen es mich das ein ums andere Mal auf der Tribüne vom Sitz gerissen hat, gingen nun fast ausschließlich auf Ihr Konto und das obwohl Milena weiter versuchte alles was sie hatte entgegen zu halten. Aber Hessenthaler zog ihr Spiel mit großer Präsens am Tisch dann bis zum Ende durch und holte den 6:1 Siegpunkt.

Zu dem Zeitpunkt hätte ich mir gewünscht, dass die Begegnung weitergegangen wäre. Das Spiel von Ronja Mödinger gegen Lea-Marie Schultz hätte ich wirklich gern gesehen und auch Ronja Brüchert gegen Felicia Behringer wäre sicher interessant geworden. Trotz des hohen Ergebnisses war die Begegnung auf keinen Fall ein Langweiler und auch nicht ganz so klar, wie am Ende das Ergebnis!

Jetzt haben die Brucker Damen erst einmal eine kleine Pause, die ihnen nach 3 Niederlagen am Stück sicher nicht ganz unpassend kommt. Am 13.11. kommt es dann zum Duell gegen Chemnitz (dem Club aus meiner alten Heimat), das sicherlich richtungsweisend sein wird. Ob man dann gegen einen Abstiegskonkurrenten spielen wird, müssen die zwei Spiele der Chemnitzerinnen gegen Süßen und Schwabhausen zeigen. Ich bin gespannt und plane wieder vor Ort in Fürstenfeldbruck zu sein!
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"Wichtig ist, dass man nie aufhört zu fragen!"
- Albert Einstein -

Geändert von Angus (24.10.2022 um 09:46 Uhr)
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