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AW: Frust- wie das eigene Spiel finden
Du hast gleich mehrere Baustellen auf einmal. Kommt mir bekannt vor, weil ich vor 10 Jahren in einer ähnlichen Situation war.
Baustelle 1: Mangelnde Matchpraxis
Das ist m.E. der wichtigste Punkt und der lässt sich nur durch Erfahrung in den Pflichtspielen beheben. Da helfen auch Races nur begrenzt, da der Druck im Mannschaftswettbewerb doch ein komplett anderer ist.
Baustelle 2: Der Druck im Mannschaftskampf
Auch das kenne ich nur zu gut. Bei mir war’s so: Ich komme nach ca. 20 Jahren wieder in den Verein und soll gleich nach wenigen Wochen Training als Ersatz auflaufen. In Spielen, in denen es um den Klassenerhalt der einzigen noch verbliebenen Mannschaft geht. Ich habe mir viel Druck gemacht und natürlich regelmäßig verloren.
Ich habe zwar diese Spiele verloren, aber heute weiß ich, wie sehr ich dem Verein geholfen habe. Denn heute haben wir vier Mannschaften, während damals die eine kämpfen musste, um bestehen zu bleiben.
Soll heißen: Alleine wenn du zuverlässig als Mannschaftsspieler zu Verfügung stehst, hilfst du dem Verein enorm. Es gibt also keinerlei Anlass, dich schlecht zu fühlen, nur weil du verlierst.
Baustelle 3: Der Kampf mit den Spielsystemen
Ich habe zwar von der Jugend an mit allen möglichen (und auch manch unmöglichen) Spielsystemen trainieren können. Trotzdem war es nach dem Wiedereinstieg ein Graus, gegen Kampfschupfer und Noppenspezialisten zu bestehen. Das gilt um so mehr, wenn du keine derartigen Trainingspartner hast. Das ist auch die Krux im Training: Du hast die immer gleichen Gegner, bald schon weißt du, wie sie spielen, wohin der nächste Ball kommt usw. Das hilft dir nicht dabei, Antizipation zu entwickeln.
Die Patentlösung habe ich auch nicht, nur den Zuspruch, dass ich die Situation kenne und sie sich mit der Zeit von selbst löst, wenn man dran bleibt.
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